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Meine Stadt Hannover: Zecken auf dem Vormarsch
Hannover Meine Stadt Hannover: Zecken auf dem Vormarsch
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16:18 10.05.2019
Eine Auwaldzecke auf einem Blatt Quelle: dpa
Hannover

Sie können gefährliche Krankheiten übertragen – die Buntzecken und die Hyalomma-Zecken breiten sich vermehrt in der Region Hannover aus. Nun möchte die Tierärztliche Hochschule Hannover in einem Forschungsprojekt erfassen, in wie weit die Krabbeltiere tatsächlich vorkommen und welche Erreger sie in sich tragen. Die Hochschule bittet auch die Bevölkerung um Hilfe.

Hundebesitzer müssen aufpassen

Erstmals wurde in diesem Jahr die Buntzecke, auch als Auwaldzecke bekannt, gefunden, so Prof. Dr. Christina Strube vom Institut für Parasitologie. Beim Menschen kann sie eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen, sofern der Betroffene nicht geimpft ist. Gegen die ebenfalls häufige Übertragung der Infektionskrankheit Borreliose gibt es hingegen keinen Impfstoff. Bei Hunden kann es zu einer Hundebabesiose (auch als Hundemalaria bekannt) kommen, die in manchen Fällen tödlich verläuft. „Nicht alle Tierärzte haben die entsprechenden Medikamente. Eine Bestellung über die internationale Apotheke kann dann zu spät sein“, warnt Strube. Sie empfiehlt: „Hundebesitzer sollten ihre Tiere mit einem Mittel schützen.“ Zu finden ist die Zeckenart unter anderem an Wegrändern und in Wäldern. Zu erkennen ist das Tier an seiner emaileartigen Marmorierung.

Eine Auwaldzecke auf einem Blatt Quelle: dpa-Zentralbild

Einschleppung des Krim-Kongo-Virus

Die Hyalomma-Zecke (Tropische Riesenzecke) lebt normalerweise nicht in Deutschland, im vergangenen Jahr wurden jedoch vermehrt Tiere dieser Gattung entdeckt. Eingeschleppt wurden sie zunächst von Zugvögeln. Aufgrund der warmen Temperaturen des vergangenen Jahres konnten sie sich dann zu ausgewachsenen Zecken entwickeln. Das Besondere: „Diese Gattung läuft aktiv auf den Menschen oder das Tier zu, während andere Arten auf der Lauer liegen.“ Trägt das Tier einen Erreger in sich, kann das auch für den Menschen gefährlich werden. „Möglich ist eine Erkrankung des Fleckenfiebers, aber auch das Krim-Kongo-Virus bereitet uns große Angst.“

Dieses Virus beginnt mit Fieber und Gelenkschmerzen, kann aber auch zu Blutungen führen, die bei zu später Behandlung tödlich enden können. Bislang kam das Virus in Afrika, auf dem Balkan, im Mittleren Osten und in Asien vor, eine Impfung gibt es nicht. Besonders gut zu erkennen ist die Hyalomma-Zecke an ihrer Größe und ihrem Aussehen: Im Vergleich zu den hier bekannten Holzbock-Zecken ist sie mindestens doppelt so groß und hat gestreifte Beine.

Die Aufnahme zeigt eine Hyalomma-Zecke. Quelle: dpa

Risiko der Infizierung steigt

Strube bereiten die Funde große Sorgen. „Wir müssen damit rechnen, dass mehr Zeckenarten das Tier und den Menschen befallen und sich das Erregerspektrum ausbreitet.“ Dadurch steige auch das Risiko sich mit gefährlichen Krankheiten zu infizieren.

Wer die Forschung unterstützen möchte, wird darum geben einen Fund dieser beiden Arten umgehend an die Tierärztliche Hochschule (Institut für Parasitologie, Professorin Strube, Bünteweg 17, 30559 Hannover) zu senden sowie den Fundort mit Postleitzahl oder GPS-Daten mitzuteilen.

Von Cecelia Spohn

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