Energie statt Esoterik: mit Fünf Tibetern fit für den Tag

Die Fünf Tibeter stammen vermutlich aus dem traditionellen Yogasystem und wurden in fließende Bewegungsabläufe umgewandelt.

Leipzig. Den Fünf Tibetern werden wahre Wunder nachgesagt: Da ist die Rede von geheimen Ritualen, die von tibetischen Mönchen in abgelegenen Klöstern des Himalaja zelebriert wurden. So sollen die Übungen das Todeshormon blockieren und eine „Quelle der Jugend“ sein.

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Die Fünf Tibeter stammen vermutlich aus dem traditionellen Yogasystem und wurden in fließende Bewegungsabläufe umgewandelt. Durch die Kombination von Bewegung, Atmung, körperlicher und geistiger Achtsamkeit würden die Übungen den Fluss der Lebensenergie aktivieren und harmonisieren, sagt Markus Brinz, Geschäftsführer des Vereins Fünf Tibeter Zentrale.

Ein ganzheitliches Programm

Gesundheitsexperten und Trainer versuchen seit Langem, die Körperübungen aus der Esoterikecke herauszuholen. Denn auch, wenn die Fünf Tibeter nicht für die ewige Jugend sorgen können, so bringen sie doch mehr als ein paar Dehnungsübungen.

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„Die Wirkung der Fünf Tibeter ist umfassend“; sagt Physiotherapeutin Claudia Meyer, die am Olympiastützpunkt Leipzig für die Fitness der Leistungssportler sorgt. „Muskeln und Sehnen, Gelenke und Knochen werden trainiert, alle Stoffwechselprozesse angekurbelt. Außerdem wird das Immunsystem gestärkt, die Beweglichkeit verbessert, die Entgiftung des Körpers angeregt, der Energiehaushalt ausgeglichen und das vegetative Nervensystem stabilisiert.“

Hier gelten keine Ausreden: „Die Übungsabfolge ist leicht zu erlernen, sie kann unabhängig vom Alter, ohne Vorkenntnisse und ohne Gerätschaften praktiziert werden“, sagt Physiotherapeutin Meyer. „15 bis 20 Minuten am Morgen reichen völlig aus.“

Die Fünf Tibeter zum Nachmachen

Erster Tibeter – der Kreisel

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Aufrecht hinstellen, Beine dabei hüftbreit auseinander, die Knie sind leicht gebeugt, die Füße stehen parallel. Hände in Augenhöhe in Gebetshaltung aneinanderhalten.

Einatmen und dabei die Arme ausbreiten, die Handflächen zeigen nach unten, und im Uhrzeigersinn (rechts herum) um sich selbst drehen. Bei der letzten Drehung die Hände wieder zusammenbringen.

Zum Schluss einen Augenblick stehen bleiben, nachhalten und von vorne beginnen.

Drehen, wie sich die Erde dreht.

Drehen, wie sich die Erde dreht.

Zweiter Tibeter – die Kerze

Auf den Rücken legen, die Arme sind eng neben dem Körper, die Handflächen am Boden. Zehen hochziehen und Fersen wegschieben.

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Mit dem Einatmen Kopf und Beine gleichzeitig anheben, sodass die Fußsohlen zur Decke zeigen und das Kinn sich Richtung Brust bewegt. Die Arme liegen nach wie vor neben dem Körper, und die Schultern bleiben möglichst am Boden.

Beim Ausatmen Kopf und Beine wieder ablegen. Dann von vorne beginnen.

Die Fußsohlen der Sonne entgegen.

Die Fußsohlen der Sonne entgegen.

Dritter Tibeter – der Halbmond

Hinknien, der Oberkörper ist aufgerichtet, die Zehen sind aufgestellt. Beim Ausatmen den Kopf zur Brust neigen.

Mit dem Einatmen die Hände unter das Gesäß legen, die Hüften nach vorn schieben, das Gesäß anspannen und den Kopf nach hinten in den Nacken legen. Der Oberkörper beugt sich dabei leicht zurück.

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Beim Ausatmen aufrichten, Kinn zur Brust, Arme entspannt neben dem Körper. Dann von vorne beginnen.

Horizonte erweitern, Herzen öffnen.

Horizonte erweitern, Herzen öffnen.

Vierter Tibeter – die Brücke

Mit ausgestreckten, hüftbreit geöffneten Beinen auf den Boden setzen, der Oberkörper ist aufrecht, die Hände sind neben dem Gesäß mit den Innenflächen auf dem Boden. Ausatmen und dabei das Kinn Richtung Brust neigen.

Beim Einatmen das Becken heben, der Kopf sinkt dabei nach hinten, Hände und Fußsohlen stützen sich am Boden ab. Dabei bilden Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel, die Finger weisen zu den Füßen, Knie und Füße sind parallel ausgerichtet.

Beim Ausatmen in die Ausgangsposition zurückkommen. Das Kinn sinkt wieder Richtung Brust. Dann erneut beginnen.

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Brücken in innere und äußere Welten.

Brücken in innere und äußere Welten.

Fünfter Tibeter – der Berg

Auf den Bauch legen, die Hände sind in Brusthöhe dicht neben dem Körper, die Zehenspitzen aufstellen.

Beim Ausatmen mit den Händen abstützen und langsam Kopf, Schultern und Oberkörper so weit anheben, bis die Arme gestreckt sind. Der Blick geht nach oben und der Kopf leicht in den Nacken. Gesäßmuskel anspannen.

Beim Einatmen das Becken heben und nach oben ins umgedrehte V schieben. Dabei die Fersen Richtung Boden bringen, das Kinn zur Brust und Arme und Beine möglichst gleich breit auseinander stellen.

Beim Ausatmen das Becken senken und in die erste Position zurückgehen. Beide Stellungen abwechseln. Zum Schluss in Seitenlage nachspüren.

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Himmel und Erde verbinden.

Himmel und Erde verbinden.

Fünf Tipps für den Erfolg

  • Führen Sie die Fünf Tibeter bewusst und konzentriert aus.
  • Üben Sie möglichst täglich, am besten zur gleichen Tageszeit. Halten Sie dabei die angegebene Reihenfolge ein. Je nachdem, wie oft Sie den Kreisel schaffen – so oft müssen Sie dann auch die nächsten Übungen wiederholen.
  • Beginnen Sie mit drei bis fünf Wiederholungen und steigern Sie sich langsam, sodass Sie am Ende die optimale Zahl von 21 Wiederholungen erreicht haben.
  • Essen Sie nicht direkt vor den Übungen.
  • Verbinden Sie Ihre Atmung mit den Bewegungen. Am besten üben Sie in Ihrem natürlichen Atemrhythmus. Wichtig ist, dass Sie komplett ausatmen.

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