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Draußen speisen: Outdoorküchen liegen voll im Trend

Darf's ein bisschen mehr sein? Outdoorküchen bringen Restaurantfeeling in den Garten.

Darf’s ein bisschen mehr sein? Outdoorküchen bringen Restaurantfeeling in den Garten.

Hannover. Wer braucht schon zwei Küchen? Zumindest innerhalb der eigenen vier Wände erscheint das überflüssig. Immer mehr Menschen jedoch finden Gefallen an der Idee von Herd und Arbeitsplatte im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon. “In den vergangenen Jahren wurde die Nachfrage nach Outdoorküchen immer größer, und der Markt hat sich stark entwickelt”, sagt Julia Reinert vom Gartenküchenfachmann Gardelino. Das bestätigt auch Nadine Pollex, Firmengründerin von Outdoor Cooking Queen (OCQ): “Die Nachfrage wächst stetig. 2020 wird den Umsatz für Gartenküchen im Vergleich zu den Vorjahren bei Weitem übertreffen.”

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2020 wird den Umsatz für Gartenküchen im Vergleich zu den Vorjahren bei Weitem übertreffen.

Nicht zuletzt die Corona-Krise hat den Outdoorküchen einen neuen Aufschwung verschafft. Die Menschen wollen es sich zu Hause besonders schön machen, und mangels Freizeitalternativen schafft ein Essen aus der Outdoorküche ein bisschen Urlaubsstimmung. Ganz neu ist die Idee von der Gartenküche indes nicht: Schon vor mehr als zehn Jahren kamen hierzulande erste Modelle auf den Markt. Vorbild waren die USA und Australien. “Dort werden schon lange Küchenzeilen im Freien gebaut, da im Sommer viel Zeit im eigenen Garten verbracht wird und Barbecue dort zum Lifestyle dazugehört”, erläutert Julia Reinert.

Draußen kochen statt grillen

Inzwischen gibt es zahlreiche klassische Küchenhersteller, die auch Küchen für den Außenbereich anbieten, oder solche, die sich komplett auf Outdoor-Cooking spezialisiert haben. So auch OCQ. Für Firmengründerin Pollex stand am Anfang ein Gedanke im Mittelpunkt: einfach draußen kochen. Inzwischen führt sie ein Unternehmen, das von kleinen Grillküchen bis hin zur professionellen Outdoorküche alles anbietet. Draußen kochen – reicht es denn nicht, einfach nur den Grill anzuschmeißen?

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Eine voll ausgestattete Outdoorküche verfügt in der Regel auch über einen Grill, aber zusätzlich eben noch über verschiedene Kochfelder, eine Spüle, Kühlschrank, Back- oder Pizzaofen, Dampfgarer oder auch eine Fritteuse. Für jeden, der sich nicht einfach nur mit Bratwurst vom Rost zufriedengibt, ist etwas dabei. Ebenso wie Einbauküchen lassen sich auch die Outdoormodelle ganz nach individuellen Wünschen, Budget und auch Platzangebot anpassen. Julia Reinert teilt die Außenküchen grob in drei Gruppen: selbst gebaute Outdoorküchen, fertige Küchensysteme und mobile Outdoorküchen. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Kosten. Während es kleinere Einzelmodule bereits ab einigen Hundert Euro gibt, muss man für eine selbst gebaute Küche aus Stein mit Grill und Kochfeld schon mit 3000 bis 5000 Euro rechnen. Und ein vorgefertigtes Küchensystem schlägt schnell mit einer fünfstelligen Summe zu Buche. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt, solange Garten und Portemonnaie groß genug sind.

Doch warum tut es nicht mehr der Grill allein? Für Nadine Pollex ist die Gartenküche mehr als eine Kochstelle im Freien: “Inzwischen wird der Garten bei vielen zum Wohnzimmer im Freien. Dort, wo man sich gern aufhält, wird auch gegessen.” Es geht also nicht nur ums Kochen, sondern um ein Lebensgefühl. Das hat auch der Küchenhersteller Alpes-Inox aus dem italienischen Vicenza entdeckt, der sein Portfolio um Außenküchen erweitert hat. Das Firmenmotto lautet “Liberi in cucina”, was übersetzt so viel wie “Frei in der Küche” bedeutet. Das bezieht sich nicht nur auf die Funktionalität der konfigurierbaren Küchensysteme, sondern auch auf ein Lebensgefühl – “La dolce vita” sozusagen.

Mehr als Kochen: Outdoorküchen stehen für Gastlichkeit und Kulinarik unter freiem Himmel.

Mehr als Kochen: Outdoorküchen stehen für Gastlichkeit und Kulinarik unter freiem Himmel.

Adria-Feeling für zu Hause

Mit der Outdoorküche gibt’s dann ein bisschen Adria-Feeling für zu Hause. Vor allem, wenn man Gäste hat, erspart es immerhin die ständige Rennerei. So wird die Vorbereitung bis hin zum Abwasch einfach nach draußen verlagert.

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Und selbst eingefleischte Grillfans legen mittlerweile mehr Wert auf Gastlichkeit und Kulinarik unter freiem Himmel. Es geht nicht mehr nur um die Wurst. So finden Maiskolben, Gemüsepfanne, diverse Grillspieße oder auch süße Desserts den Weg auf den Grill. Man möchte seinen Gästen – und sich selbst – etwas Besonderes bieten, sich etwas gönnen.

Ist die Familie groß und der Garten ebenfalls, eignet sich eine große Outdoorküche. Für kleinere Gärten reicht auch eine kompaktere Variante. Wer gern Freunde einlädt, integriert einen Tresen mit Barhockern. Weinliebhaber stellen einen wohltemperierten Kühlschrank auf und Biertrinker ihre eigene Zapfanlage. Und auch die Religionsfrage zwischen Kohle- und Gasgrill muss nicht beantwortet werden. In Outdoorküchen sind Gasgrills zwar am beliebtesten, weil sie einfach zu bedienen und zu reinigen sind und viele Möglichkeiten zum Grillen bieten, aber auch Holzkohlegrills, die spezielleren Kamado-Grills, Plancha-Grills oder Teppanyakis zum fettarmen Grillen können in der Küche genutzt werden.

Beim Gestalten von Outdoorküchen gibt es mindestens so viele Möglichkeiten wie bei einer klassischen Indoorküche. Man kann Schränke wählen, kompakte Küchentische, einen Korpus aus Holz bauen und mit Klinkern verkleiden, einen Grilltisch aus Europaletten zimmern, einen stabilen Block mauern oder ein komplett fertiges System kaufen. Eines aber gilt für alle Modelle: Die Arbeitsplatte der Outdoorküche sollte auf jeden Fall wetterbeständig sein.

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