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Das Bier ist zum Trinken da!

Die sieben Todsünden am Grill – ein Grillprofi spricht Klartext

Grillen kann ja nicht so schwer sein. Haben ja selbst Neandertaler in grauer Vorzeit geschafft. Grillprofi Elmar Hör widerspricht dem jedoch.

Was hat Grillen mit dem Treppenbauen zu tun? Für Elmar Hör vom Grillsportverein Suarius im bayerisch-schwäbischen Altusried eine ganze Menge. Für ihn liegt in dem Vergleich der Schlüssel dafür, Fleisch, Würstchen und Gemüse auf den Punkt zu grillen. Im Interview hat Elmar Hör über die Todsünden am Grill gesprochen, und dass Bier nur zum Trinken gut ist.

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Die 7 Todsünden am Grill

Tipps zum besseren Grillen, oder aber: Was man lieber lassen sollte.

Grillsünde 1: Grillgut wie in einer Legebatterie

Man sieht ja oft, wie das Grillgut dicht an dicht auf dem Rost liegt. Wird so alles gleichmäßig durchgegart, damit alle zusammen essen können?

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Nein! Der Chef am Grill braucht Platz zum Jonglieren. Damit alles gleichmäßig durch ist, muss man drei Temperaturzonen schaffen. Dafür werden Kohle oder Briketts in Treppenform angeordnet. Zum Anbraten von Rind etwa beginnt man über der obersten Stufe, wo es am heißesten ist. Dann wandert das Angegrillte auf die mittlere Stufe. Mit Würstchen ist es umgekehrt.

Grillsünde 2: Wenden, bis einem schwindelig wird

Bei mittlerer Hitze heißt es dann: Immer schön das Grillgut wenden?

Genau damit wäre die Chance auf ein schönes Muster dahin. Das sogenannte Branding erhält man nur, wenn man jede Seite genau zweimal wendet. Möglichst exakt um 45 Grad. Das funktioniert allerdings nur auf guten Grills, bei denen die Gusseisen- oder Roststäbe mindestens einen Durchmesser von einem halben Zentimeter haben. Um Streifen zu hinterlassen, müssen sie richtig heiß werden. Das funktioniert nicht bei dünnen Streben.

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Grillsünde 3: Die Grillgabel nutzen

Das Wenden des Grillguts immer nur mit Grillzange! Sticht man mit einer Fleischgabel zu, läuft Fett und Saft aus den Würstchen. Das wirbelt die Asche auf, die Flocken landen dann an den Würstchen. Erhöhtes Risiko besteht, wenn man in Käsewürstchen sticht. Die platzen auf, der Käse spritzt einem ins Gesicht und dazu lodern die Flammen richtig auf. Echt kein Vergnügen!

Grillsünde 4: Flammen mit Bier löschen

Eine der schlimmsten Angewohnheiten deutscher Hobbygriller. Bier trinkt man und schüttet es nicht über das Fleisch. Auch das wirbelt nur die Asche auf und wird dann mitgegessen. Eine absolute Todsünde!

Grillsünde 5: Fleisch in Bier einlegen

Auch Fleisch in Bier einzulegen ist verpönt. Das macht das Fleisch nur bitter. Nochmal: Das Bier ist zum Trinken da!

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Grillsünde 6: Alufolien oder Aluschalen verwenden

Sie stoppen die Hitze und lassen das Grillgut nur daran ankleben.

Grillsünde 7: Vormariniertes Fleisch aus dem Supermarkt grillen

Es ist nicht nur die Marinade, die stört. Wer will schon drei Wochen altes Fleisch mit viel zu viel Salz essen? Ich möchte doch wissen, was für eine Qualität das Fleisch hat. Und selber einlegen ist doch schnell gemacht. Ich massiere zum Beispiel das Fleisch mit Magic Dust ein.

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Was ist Magic Dust?

Der sogenannte Zauberstaub ist eine Gewürzmischung zum Einreiben. Man kann sie fertig kaufen oder selbst mischen – aus süßem Paprikapulver, braunem Zucker, Meersalz, grobem Pfeffer, granuliertem Knoblauch, Senfpulver und für die, die es schärfer mögen, noch Cayenne- und Chilipulver.

Tipps vom Profi für perfekten Grillgenuss

Mit einer Gewürzmischung wie dem Magic Dust kann man selbst Bratwürste aufwerten. Die Bratwürste werden aber nicht eingelegt sondern gefüllt. Dazu die Wurst längs einritzen, Gewürzmischung und Käse rein und mit Speck umwickeln. Gerade Kinder wollen nie wieder etwas anderes.

Wie bekommt man es hin, dass der Speck nicht verbrennt und die Wurst innen trotzdem richtig durch ist?

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Auf keinen Fall sollte man mit Vollgas losgrillen. Stattdessen startet man mit indirektem Grillen, also auf der niedrigsten Temperaturzone über der untersten Treppenstufe mit geschlossenem Deckel. Ist die Wurst durch, wandert man mit der Wurst höher und heizt zum Schluss für die Farbe kurz volle Pulle ein.

RND/vca/dpa

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