Dating in der Pandemie: Alter, Wohnort – und der Impfstatus

Ein Wisch nach links oder nach rechts? Ob jemand geimpft ist oder nicht, ist für viele Singles, die Dating-Apps nutzen, ausschlaggebend.

Ein Wisch nach links oder nach rechts? Ob jemand geimpft ist oder nicht, ist für viele Singles, die Dating-Apps nutzen, ausschlaggebend.

Frankfurt a.M. Die Dating-App bimmelt – eine Nachricht: „Ich würde dich gerne mal persönlich kennenlernen. Hast du Lust?“ Vor rund zwei Jahren, bevor die Corona-Pandemie in Deutschland Einzug hielt, stellten sich für einen Single nun wohl zwei Fragen: Wann und Wo? Durch die Pandemie hat sich das Kennenlernen über das Internet jedoch verändert. Nutzerinnen und Nutzer von Dating-Plattformen geben nun nicht nur ihr Alter, ihren ungefähren Wohnort und ihre Interessen an, viele von ihnen teilen in ihrem Profil zusätzlich ihren Impfstatus. So soll Verlieben während der Pandemie sicherer gemacht werden.

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„Ich bin geimpft“ ist beispielsweise auf dem Profil vieler Nutzerinnen und Nutzer der Dating-Plattform Bumble zu lesen. Singles, die ihren Impfstatus offenlegten, seien erfolgreicher als jene, die dies nicht täten, erklärten die Betreibenden der Plattform. Durch die Angabe von „Covid-19 Dating-Präferenzen“, also detaillierten Informationen dazu, wie er oder sie daten möchte, soll das Kennenlernen unter den Einschränkungen der Pandemie erleichtert werden. „Zu den Auswahlmöglichkeiten zählt, ob man sich nur im Freien verabreden will oder offen für Verabredungen in geschlossenen Räumen ist.“ Darüber hinaus sei es möglich, seinem Gegenüber mitzuteilen, ob man sich an überfüllten Orten wohlfühle und welche Erwartungen man beispielsweise im Hinblick auf das Tragen von Masken habe.

Geimpfter sucht Geimpfte

Auch Rüdiger Standhardt machte sich mitten in der Pandemie auf die Suche nach einer neuen Liebe. Der 59-Jährige lernte seine heutige Partnerin im November über die Plattform Parship kennen. „Ich habe ihr Profil ganz zufällig gesehen und war sofort begeistert“, schwärmt er. Nicht lange habe es gedauert, bis sich der in Hessen lebende Bonner auf den Weg nach Königswinter machte, um sie persönlich zu treffen. „Noch auf der Autofahrt dorthin habe ich einen guten Freund angerufen und ihm gesagt, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass das mit dieser Frau was wird.“ Die Kontaktbeschränkungen seien für die beiden kein Thema gewesen. „Ich bin geimpft, deshalb habe ich keine Angst.“

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Wie eine Umfrage der Partnerböse Gleichklang.de ergab, legen geimpfte Nutzerinnen und Nutzer schon vor dem ersten Kennenlernen Wert darauf, dass ihr Date ebenfalls geimpft ist. Unter Impfverweigerern sei das Bild hingegen geteilt: Etwa die Hälfte der Befragten möchte, dass der Dating-Partner ebenfalls ungeimpft ist. Den übrigen Verweigerern ist der Impfstatus der Umfrage zufolge egal.

Video statt Face-to-Face

Für jene, die aufgrund der möglichen Ansteckungsgefahr lieber auf persönlichen Kontakt verzichten, aber dennoch ihre Suche nach der Liebe fortsetzen wollen, haben viele Online-Dating-Plattformen seit Beginn der Pandemie neue Angebote geschaffen. Sie sollen ein Kennenlernen auf Distanz ermöglichen: „Dazu zählen Features für virtuelle Treffen, etwa das Video-Date, welches wir gleich zu Beginn der Pandemie im April 2020 eingeführt haben“, erklären die Betreibenden von Parship und ElitePartner.

Das Angebot werde sehr gut angenommen. Auf den Plattformen seien vereinzelt Nutzungszeiten von bis zu fünf, in manchen Fällen sogar acht Stunden zu verzeichnen. „Zusätzlich geben wir im Ratgeber-Bereich auf unseren Webseiten Inspiration und Hilfestellung, um Kontakte möglichst risikoarm zu gestalten.“

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Auch auf Tinder treffen sich Suchende seit der Pandemie häufiger virtuell. Deutlich mehr Singles gäben in ihren Profilbeschreibungen an, auch über Videoanrufe daten zu wollen, erklärt das Unternehmen. Gleiches gelte für die Angabe des Impfstatus: Schon seit Beginn der Pandemie habe Tinder einen starken Anstieg der Erwähnungen „Impfstoff“ und „Antikörper“ erlebt, da die Mitglieder ihren Biografie-Status nutzten, um ihre positiven Testergebnisse und Impfstoff-Bestätigungen zu posten.

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Lieber an die frische Luft

Es sei vor allem die junge Generation im Alter bis Mitte 20, die sogenannte Generation Z, der es wichtig sei, ihre Impfbereitschaft auch beim Online-Dating klar zu kommunizieren. Junge Singles wollten Begegnungen im Leben außerhalb des Internets wieder sicher möglich machen, so die Einschätzung der Plattformbetreibenden. „Bei einer Befragung zum Thema ‚erstes Date‘ zeigte sich, dass 86 Prozent der Tinder-Mitglieder sich mit ihrem Date lieber draußen treffen wollen, anstatt sich zu Hause zu verabreden.“

Auch Standhardt verabredete sich mit seiner heutigen Partnerin zunächst auf dem Bildschirm seines Computers. Spätestens ab ihrem persönlichen Treffen in Königswinter sei es dann um ihn geschehen gewesen: „Ich bin mir sicher, dass sie und ich noch einen langen gemeinsamen Weg vor uns haben.“ Er hat sie also trotz der Corona-Pandemie gefunden: seine große Liebe.

RND/epd

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