Kommentar

Rückschlag für VW und Ford: Autokonzerne sind nur noch die Könige der alten Welt

Regentropfen perlen auf einem Volkswagen-Logo ab.

Regentropfen perlen auf einem Volkswagen-Logo ab.

In der alten Industriewelt sind die Autohersteller so etwas wie die Krone der Schöpfung. Die meisten von ihnen sehen das auch selbst so – nicht einmal zu Unrecht. Aber es ist eben die alte Welt. Die neue hält für die selbstbewussten Autoleute eine bittere Erkenntnis bereit: Sie stoßen an die Grenzen ihrer Fähigkeiten.

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Das Beispiel Software – mit dem autonomen Fahren als anspruchsvollster Anwendung – zeigt das. Zuerst fehlte schlicht die Erkenntnis, dass hier ein fernes, aber lukratives Geschäft wartet. Dann wollte man nicht wahrhaben, dass es sich neue, womöglich übermächtige Konkurrenten schnappen könnten. Im nächsten Schritt scheiterten die Konzerne daran, ihre Kraft zu bündeln. Dann zeigte VW mit seinem Alleingang Cariad, wie schwer es ist, traditionsreiche Riesenkonzerne so grundlegend umzubauen.

Und nun erweisen sich Hoffnungsträger, die schnell und teuer Kompetenz ins Haus bringen sollten, als Fehlgriff. So hat VW einige Hundert Millionen auf den bereits wieder vergessenen Fahrdienst Gett abgeschrieben. Jetzt werden Milliarden für ArgoAI folgen, und um die Partnerschaft mit dem Batteriespezialisten Northvolt ist es bemerkenswert still geworden.

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Das zeugt nicht allein von VW-Problemen. Andere Hersteller sind bei neuen Technologien nicht weiter, im Gegenteil. Die Wolfsburger haben sich nur am meisten getraut und konnten es sich leisten. Das Ziel, Software und Vernetzung des Autos unter Kontrolle zu halten und die Technologien zu beherrschen, bleibt richtig. Aber die Lernkurve muss steiler werden, damit das gelingt. Junge Konkurrenten in den USA und Asien brauchen diesen Weg nicht zu gehen. Sie fangen da an, wo die Traditionsmarken hinwollen.

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