Kommentar

Jens Weidmann und die Commerzbank: große Aufgabe für den Unvollendeten

Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank.

Ex-Bundesbankpräsident Jens Weidmann.

Berlin. Der selbst gewählte Abgang von Jens Weidmann als Bundesbankpräsident hatte etwas Tragisches. Nach Jahren, in denen der Volkswirt und geldpolitische Falke im EZB‑Rat gegen die ultralockere Zinspolitik der Zentralbank gekämpft hatte, warf Weidmann Ende 2021 entnervt das Handtuch. Der einstige Shootingstar der deutschen Finanz- und Wirtschaftspolitik wirkte in diesem Moment seltsam unvollendet. Und es passte zu der Misere, dass Weidmann nur Monate nach seinem Abgang recht behielt, als die Inflation in die Höhe schoss und die EZB beinahe panisch die geldpolitische Wende einleiten musste.

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Nun kehrt Weidmann als Chefaufseher der Commerzbank zurück. Auf den ersten Blick wirkt der Posten im Kontrollgremium wie ein Job unter seinem Niveau. Den Mann, der als blitzgescheit und bestens verdrahtet gilt, hätte man sich durchaus auch auf einem Chefsessel mit operativer Verantwortung vorstellen können, wie etwa Vorgänger Axel Weber, der von der Spitze der Bundesbank an die des Verwaltungsrats der Schweizer Großbank UBS gewechselt war.

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Auf den zweiten Blick aber ist Weidmann die beinahe perfekte Besetzung. Derzeit leiden sowohl der Staat als auch die Commerzbank unter ihrer engen Verflechtung. Als Aufsichtsratschef kann Weidmann beiden dienen: dem Geldinstitut, indem er den Einfluss des Bundes zurückdrängt, und dem Bund, indem er die strategische Neuaufstellung der Commerzbank vorantreibt.

Eigentlich sollte in Deutschland Platz für zwei nationale Bankenchampions sein. Wenn Weidmann dieser Beweis gelingt, kann sich der Bund womöglich eines Tages doch noch von seinem Aktienpaket verabschiedet. Der Unvollendete, er hätte dann etwas wirklich Großes geschafft.

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