Kommentar

Fachkräftemangel im IT‑Bereich: Auch die Unternehmen müssen mehr tun

IT-Sicherheitsexpertinnen und -Sicherheitsexperten werden gesucht: Deutschland ist aber nicht der attraktivste Markt.

IT-Sicherheitsexpertinnen und -Sicherheitsexperten werden gesucht: Deutschland ist aber nicht der attraktivste Markt.

Gegen manche Vorschläge kann man kaum etwas haben. Das gilt zum Beispiel für die Bitkom-Forderung, IT-Spezialistinnen und -Spezialisten aus Russland und Belarus den Weg zu Leben und Arbeit in Deutschland zu ebnen. Viele wollen wegen des Kriegs gegen die Ukraine weg aus ihrer Heimat, kommen aus einer von deren wenigen wettbewerbsfähigen Branchen – und werden hier dringend gebraucht. Ja, das ist eine Chance für beide Seiten.

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Deshalb arbeitet die Bundesregierung auch schon an entsprechenden Konzepten. Schließlich sind die Hürden bei der Anwerbung aus dem Ausland grundsätzlich ein Problem – und kein ganz neues. Die Tücke in diesem speziellen Fall ist allerdings auch klar: Welches Unternehmen will das Risiko eingehen, sich einen Ableger der prosperierenden und teilweise staatsnahen russischen Hackerszene einzupflanzen? Der Bitkom ahnte die Frage und fordert eine behördliche Sicherheitsüberprüfung – wohl wissend, dass diese ewig dauern würde. Als Lobbyverein würde man halt hinterher die Bürokratie beklagen.

Deutsche IT-Branche nicht der größte Magnet auf dem Globus

Vielleicht hat es aber noch ganz andere Gründe, dass es IT-Migrantinnen und -Migranten aus dem Osten nicht auf direktem Weg nach Deutschland zieht. Vorn ist die hiesige Branche vor allem bei industrienahen Anwendungen – nicht gerade eine Stärke der Szene in Russland. Es gibt viele mittelgroße Systemhäuser – solide, aber gar nicht cool und für Fremdsprachige tückisch. Hippen Internet-Start-ups wiederum wird gerade das Geld knapp – viele bauen Personal ab.

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Simulation des Projekts „Woho“ in Berlin

Vorbild Schweden: Können Häuser aus Bäumen unsere Wohnungsnot lindern?

400.000 Wohnungen sollen in Deutschland in den nächsten Jahren jährlich gebaut werden. Doch heute schon ist der Bausektor für 40 Prozent des CO₂-Ausstoßes in Deutschland verantwortlich. Im Trend sind deshalb Häuser, die ganz oder in Teilen aus Holz bestehen. Ist das ein massentaugliches Modell für die Zukunft?

Für Menschen, die ohnehin wieder bei null anfangen müssen, ist die deutsche IT-Branche sicher nicht der größte Magnet auf dem Globus. Es wäre ganz erfrischend, wenn der Bitkom das auch mal zugestehen würde. Er kann gern und völlig richtig hinzufügen: Umso wichtiger ist es, Spezialistinnen und Spezialisten aus dem Ausland zu umwerben und ihnen Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

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