Kommentar

Der grünen Geldanlage droht ein Desaster

Die EU-Kommission möchte «grüne» Geldanlagen fördern. Es könnte unter anderem ein EU-Label für grüne Finanzprodukte kommen.

Die EU-Kommission möchte grüne Geldanlagen fördern. Es könnte unter anderem ein EU-Label für grüne Finanzprodukte kommen.

Die deutsche Geldbranche hat zähe Jahre hinter sich. Kein Wunder, dass sie sich auf eins der wenigen Themen stürzt, die gleichermaßen Geschäftswachstum, Kundenbindung und Imagegewinn versprechen. Nebenbei verfängt es noch besonders gut bei der jungen Kundschaft, die zu den hippen Smartphone-Banken abzudriften droht: Nachhaltigkeit ist das Zauberwort, Rendite mit reinem Gewissen.

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Zu viel wird grün angemalt

Die Nachfrage wächst, das Angebot boomt, es ist fast zu schön, um wahr zu sein. Das gilt leider auch für manches Produkt. Im Kampf um Anteile auf dem jungen Markt malen manche Anbieter alles grün, was nicht gerade rußschwarz ist. Bei der Fondsgesellschaft DWS vermutet die Staatsanwaltschaft nun sogar, dass es bis zum Betrug ging.

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Würde sich das bewahrheiten, wäre es ein Desaster nicht nur für das Unternehmen und die Branche, sondern für die ganze Idee der nachhaltigen Geldanlage – die ja nicht dumm ist. Dass Menschen sich dafür interessieren, was mit ihren Ersparnissen finanziert werden soll, ist eindeutig ein Fortschritt.

Das Vertrauen wird zerstört

Dummerweise wird das aber immer vom Vertrauen in den Anbieter der jeweiligen Geldanlage abhängen. Denn auch wenn es einschlägige Label gibt und bei der EU Nachhaltigkeitskriterien in Arbeit sind: Am Ende wird sich jeder selbst überlegen müssen, was ihm oder ihr wichtig ist, was man für vertretbar hält und was nicht.

Das braucht Beratung und es braucht transparente Produkte – ein Paradies für Banken und Sparkassen, wenn sie auch nur halb so gut sind, wie sie glauben machen. Wer dieses Geschäft aber jetzt mit Grünfärberei und Trickserei kaputt macht, ist buchstäblich nicht zu retten.

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