Airbus A380-Comeback: Die Flugbranche atmet vorsichtig auf

Emirates-Airbus A380 mit bunter Sonderlackierung am Hamburger Flughafen: Die Passagierzahlen steigen wieder.

Emirates-Airbus A380 mit bunter Sonderlackierung am Hamburger Flughafen: Die Passagierzahlen steigen wieder.

Berlin. Er ist ein echter Hingucker – schon wegen der Größe: Am Sonntag kehrte der XXL-Airbus A380 zurück zum Hamburger Flughafen – knallbunt lackiert und nach 19 Monaten Pause. Wie die FAZ berichtet, ist die gestiegene Nachfrage von Flugreisen der Grund dafür, dass die Golf-Airline „Emirates“ den großen Airbus wieder einsetzt. Ein bunter Superjumbo als Zeichen, dass die Flugbranche aufatmen kann?

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Von einer „allmählichen Erholung“ spricht zumindest Matthias von Randow, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Besonders Urlaubsreisen seien wieder gefragt. Aber auch die Zahl derer, die geschäftlich häufiger fliegen, steige schneller als erwartet.

Auch bei der Billigfluglinie Ryanair stehen die Zeichen auf Erholung. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie konnte die irische Airline wieder einen Quartalsgewinn erzielen. Einen stetigen Anstieg der Nachfrage bemerkt zudem das Flugreiseportal Expedia. „Betrachtet man die saisonalen Reisezahlen, besonders für die Schulferien, lässt sich erkennen, dass das Niveau von 2019 stetig zurückkehrt“, berichtet Unternehmenssprecherin Svetlana Hirth. Gestiegen sei vor allem das Interesse an Reisen ins europäische Ausland, auch wenn Inlandsreisen nach wie vor den höchsten Anteil ausmachten.

Deutsche Flughäfen kamen schlechter durch die Krise

Mit Blick auf den Winter sind 68 Prozent des Flugangebots an den deutschen Flughäfen wiederhergestellt, wie aus Zahlen des Luftverkehrsverbandes BDL hervorgeht. Das sah im ersten Halbjahr von 2021 noch anders aus. Deutsche Fluggesellschaften hatten erhebliche Einbußen zu beklagen – und schnitten schlechter ab als der europäische Durchschnitt.

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Laut BDL verzeichneten deutsche Fluggesellschaften einen Nachfragerückgang von 86 Prozent. Der europäische Schnitt lag bei minus 78 Prozent. Das machte sich auch in den Flugzeugen bemerkbar. Die Auslastung lag im ersten Halbjahr des laufenden Jahres bei 51 Prozent – und damit 31 Prozentpunkte unter der Auslastung des ersten Halbjahres 2019.

Erst im Juni kehrten die Passagiere langsam wieder an die deutschen Flughäfen zurück. Als Grund nennt der BDL sinkende Inzidenzen in Europa, fortschreitende Impfquoten sowie den wieder einsetzenden Urlaubsverkehr.

Das Vorkrisenniveau könnte erst 2025 wieder erreicht werden

Und dennoch: Bis sich die Flugbranche erholt, kann es noch länger dauern. Der internationale Flughafenverband ACI Europe rechnet erst im Jahr 2025 damit, dass sich die Branche vollständig von den Folgen der Corona-Pandemie erholt. Auch im kommenden Jahr solle demnach das Passagieraufkommen in Europa rund ein Drittel unter dem Niveau von 2019 liegen, wie der Verband prognostiziert.

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Eine Einschätzung, die auch BDL-Chef von Randow teilt: „Der Weg zur Erholung des Luftverkehrs ist noch weit.“ Schuld daran seien die nach wie vor bestehenden Reisebeschränkungen. „Insbesondere im Verkehr mit asiatischen Ländern bleibt das Flugangebot spürbar hinter dem Vorkrisenniveau zurück.“

Abzuwarten bleibt auch, wie sich die steigenden Infektionszahlen auf den Flugverkehr auswirken. Zuletzt hatte Marokko die Flüge von und nach Deutschland aufgrund der steigenden Inzidenz der Bundesrepublik gestoppt.

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