Basketball

Weniger Drama, mehr Teamgeist: Die Luchse des TK Hannover erfinden sich neu

Hand in Hand:Die Teamchemie stimmt bei den TKH-Luchsen. Trainerin Sidney Parsons (rechts) hat in Ralph Thomas-Edwards (links) jetzt auch einen Co-Trainer.

Hand in Hand:Die Teamchemie stimmt bei den TKH-Luchsen. Trainerin Sidney Parsons (rechts) hat in Ralph Thomas-Edwards (links) jetzt auch einen Co-Trainer.

Hannover. Die Parallelen sind erstaunlich – und doch ist alles ganz anders: Wie vor einem Jahr gehören die Basketball-Luchse des TK Hannover auch jetzt zu den Topteams der Frauen-Bundesliga. Dazwischen liegen allerdings zwölf Monate mit Höhen und Tiefen und großen Veränderungen.

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Die neue Trainerin Sidney Parsons hatte im Sommer 2021 übernommen und startete mit fünf Siegen in die Saison. Die Luchse wandelten sich innerhalb eines Kalenderjahres vom Abstiegs- zum Titelkandidaten. Doch nach der kurzen Winterpause brach alles zusammen. Anfang 2022 warfen di­ver­se Verletzungen und Corona-Pausen das Team völlig aus der Bahn. Die Luchse verspielten die gute Ausgangsposition für die Play-offs. Mitte März blieb im Pokal-Final-4 nur Platz vier, Wenige Wochen später scheiterte der TKH wie jedes Jahr in der ersten Play-off-Runde. Der zwischenzeitliche Ausgleich in der Viertelfinalserie zum 1:1 gegen Keltern war nur ein Kick von kurzer Dauer. Nach dem ersten Play-off-Einzelsieg überhaupt war für den Showdown in Keltern die Luft raus. Der TKH ging im entscheidenden Spiel drei mit 70:101 unter und schied kra­chend aus.

Die TK Hannover Luchse wagen den großen Umbruch

Was folgte, war ein überraschend großer Umbruch. Mehrere Spielerinnen gaben dem TKH einen Korb, da entschieden sich Trainerin und Ma­nage­ment dazu, gleich ganz aufzuräumen. Die langjährige Kapitänin Aliaksandra Tarasava und ihre Weggefährtin Tessa Stammberger verließen Hannover – und fast der komplette Rest. Nur Samantha Roscoe, Finja Schaake und Karolin Tzokov blieben. Parsons und Managerin Doro Richter bauten um die neue Kapitänin Roscoe ein frisches Team auf. Individuell vielleicht nicht ganz so talentiert wie das der Vorsaison, dafür weit homogener. „Wir haben ein ganz anderes Teamgefüge, deutlich weniger Drama“, sagt Richter. Die Di­ven sind aussortiert, die Mannschaft ist weniger pro­blem­be­haf­tet.

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TK Hannover Luchse

Basketball, 1. Damen-Bundesliga

„Das ist schon was anderes als letzte Saison“, sagt Richter, „und wir spielen einfach besser.“ Überragend bislang: die US-Profis Dara Taylor und An­gel Rizor. Spielmacherin Taylor bringt die größte Energie aufs Parkett, Flügel Rizor sorgt für die meisten Punkte (18,8 im Schnitt). Laura Stockton sorgt für Ruhe, Übersicht und Kraft. Sie ist die Tochter von NBA-Legende John Stockton. Auch die anderen Zugänge Rowie Jongeling, Jowita Ossowska, Krystina Brabencova, Nicole Brochlitz und Maria Konstantinidou sind ein Gewinn.

Richter: „Wir können uns eigentlich nur selbst schlagen“

Wie in der Vorsaison starteten die Luchse mit fünf Siegen und brachten sich sofort wieder als Titelkandidat ins Spiel. Wie in der Vorsaison geriet das Parsons-Team nach dem Lauf jedoch in ein kleine Krise. Tiefpunkt war die Heimpleite kurz vor Weihnachten gegen Osnabrück im Rahmen der 50-Jahr-Feier. Aber die Luchse arbeiteten sich aus dem Loch, sie stehen Anfang 2023 in der Liga wegen der Insolvenz der Rheinland Lions sogar an der Tabellenspitze. Sportlich scheint das Team stabil. Ein Platz unter den ersten vier (und damit Heimrecht in den Play-offs) ist realistisch. „Wir können uns eigentlich nur selbst schlagen“, sagt Richter.

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Die Halle an der Birkenstraße in der Südstadt ist regelmäßig voll. Die Luchse werden stadtbekannt und lächeln so­gar von den Werbeflächen an Bushaltestellen. Es hat sich was bewegt beim TKH. Träumen ist erlaubt. Auch wenn Teamboss Rodger Battersby noch vorsichtig ist. „In den Play-offs wird sich zeigen, ob die Physis ausreicht und wer den längeren Hebel hat“, sagt er. Aber bleiben Verletzungen aus, dann „ist nach oben hin ein bisschen mehr möglich als die letzten Jahre“.

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