Handball

Martinovic setzt den Schlusspunkt: Recken verabschieden sich anständig aus der Saison

Ivan Martinovic ist in der Saison 2021/22 der letzte Recken-Torschütze.

Ivan Martinovic ist in der Saison 2021/22 der letzte Recken-Torschütze.

Hannover. Die Recken hatten zum letzten Tanz der Saison gebeten. 82 Sekunden vor dem Ende lief in der Leipziger Auszeit der Sirtaki über die Boxen in der ZAG-Arena heiß. 25:25 stand es da. Das 25:26 glich Hannovers Ivan Martinovic per Kempa aus. Es war der umjubelte Schlusspunkt. Und obwohl es ja kein Sieg war, sondern ein 26:26-Unentschieden, gönnten sich die Recken ihren obligatorischen Kreistanz. Am Sonntagnachmittag hatten sie ihn sich verdient. Den Handball-Recken der TSV Hannover-Burgdorf gelang ein Abschluss, der sie und die Fans mit einem kleinen Lächeln in die Pause gehen lässt. Der Form halber: Nach Platz elf im Vorjahr beendet Hannover diese Saison auf Rang 13.

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Das Motto der Partie hatten die Fans vorab ausgegeben, im Recken-Block hielten sie Banner mit der Aufschrift „Ein letztes Mal Spaß haben“ hoch. Kurz vor Anpfiff wurde es jedoch noch ernst. Die Recken und die 4704 Besucher in der ZAG-Arena gedachten des am Freitag im Alter von 78 Jahren verstorbenen Ulrich Karos, Gründungsgesellschafter der TSV Hannover-Burgdorf, langjähriger Vorsitzender des Stammvereins sowie Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Ebner hält seine Mannschaft im Spiel

Nach der Schweigeminute wurde es wieder laut in der Halle. Die Fans lechzten nach Toren, doch ihr Team geizte zunächst damit. Wie schon bei der 20:21-Pleite am Donnerstag bei Absteiger Lübbecke. Am Sonntag standen nach acht Minuten erst zwei Törchen auf dem Konto. Dank Domenico Ebner aber auch nur drei auf der Gegenseite. Der Torwart hielt seine Recken mit starken Paraden im Spiel. Dennoch agierte der Angriff zunächst erneut ideen- und drucklos. Nach dem 6:9 hatte Trainer Christian Prokop schon die Auszeitkarte in der Hand, brauchte sie letztlich doch noch nicht legen, weil sein Team von allein einen Gang höherschaltete.

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Brustlöser war der Einsatz von Ivan Martinovic, der einen zu weiten Pass von Ebner akrobatisch abfing und im Fallen zu Ebner übers ganze Feld zurückwarf. Filip Kuzmanovski übernahm und verkürzte auf 8:10. Die Fans honorierten die Szene und jubelten sich über Fabian Böhms Kempa-Tor und Ebners Treffer ins leere Leipzig-Tor zum 10:11 zu ersten Höhepunkten. Auch, wenn nicht alles glatt lief – die Recken versuchten alles, Spaß zu haben – und zu vermitteln. Johan Hansen zeigte sich diesmal sicher vom Punkt und verwandelte im ersten Durchgang drei Siebenmeter, den dritten als Schlusspunkt zum 12:13 vor der Pause.

Böhm geht in seinem letzten Recken-Spiel voran

Weil Hansen auch direkt nach dem Wechsel den nächsten Strafwurf einnetzte, war das Spiel mit dem 13:13 erstmals seit dem 2:2 wieder ausgeglichen. Das mit den Siebenmetern klappte weiter gut, auch den fünften verwandelte Hansen (15:15). Zeit, in Führung zu gehen. Kreisläufer Evgeni Pevnov murmelte im Fallen den Ball zum 16:15 ins Tor. Und Ebner hielt kurz darauf einen „Unhaltbaren“. Die Fans waren verzückt. In seinem letzten Spiel für Hannover ging der starke Böhm voran, und Hansen traf bei seiner Abschiedsvorstellung, wie er wollte – eine Viertelstunde vor dem Ende setzte sich die TSV auf drei Tore ab (22:19). Typisch, was folgte: Hannover leistete sich eine siebenminütige Phase ohne eigenen Treffer. Erst Hansen mit seinem siebten Siebenmeter löste den Torstau und stellte auf 23:22 (53.).

Die Schlussphase war angebrochen. Generell Krimi-Zeit mit den Recken. Trotz des 25:26-Rückstandes behielt die TSV diesmal die Nerven.

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Nach dem Spiel wurde es noch emotional. Ein halbes Dutzend Spieler wurde von Sportchef Sven-Sören Christophersen und Geschäftsführer Eike Korsen mit Blumen und warmen Worten verabschiedet. Angefangen bei Kapitän Fabian Böhm (wechselt nach Luzern), über Torwart Urban Lesjak (Bitola), Nejc Cehte (Skopje), Ivan Martinovic (Melsungen) und Johan Hansen (Flensburg) bis hin zu Jannes Krone (Coburg).

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