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Schwimm-Talent

Corona zieht ihn nicht runter: Sven Schwarz will den Olympiatraum nun 2024 (er)leben

Überflieger im Wasser: Sven Schwarz hat trotz Corona-Zwangspause ein gutes Jahr hinter sich.

Überflieger im Wasser: Sven Schwarz hat trotz Corona-Zwangspause ein gutes Jahr hinter sich.

Hannover.Eigentlich war es ja ein gutes Jahr. Bronze bei der Kurzbahn-Europameisterschaft über 800 Meter und 1500 Meter Freistil. Bronze auch beim Weltcup über 1500 Meter. Bei der EM im russischen Kazan überdies mit einem neuen deutschen Altersklassenrekord in 14:26,24 Minuten. All das mit 19 Jahren. Eigentlich könnte die Rückschau von Schwimmer Sven Schwarz auf das Jahr 2021 also komplett positiv ausfallen. Eigentlich.

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Wenn da nicht dieser Augenblick im April gewesen wäre, als man ihm in der Sportmedizin am Olympiastützpunkt Hannover mitteilte, dass sein Corona-Test positiv sei. Mitten in der Olympiaqualifikation. Direkt im Vorfeld des entscheidenden Wettkampfs in Berlin – dort wollte der Waspo-98-Schwimmer das Ticket nach Tokio lösen. „Ich konnte das zu Beginn überhaupt nicht glauben“, erinnert er sich. Seit es die ersten Fälle auch im Olympiastützpunkt gegeben hatte, trainierte er abgeschottet. Weitgehend allein in einem 50-Meter-Schwimmbecken, was insbesondere als Langstreckenschwimmer mit dem Fokus auf 800 und 1500 Meter Freistil noch mehr an Selbstdisziplin erfordert, als es das tagtägliche Kachelzählen sowieso tut.

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Doch Schwarz zog es durch, versuchte das Risiko so weit wie möglich zu minimieren. Vergeblich, wie dieser Test und die PCR-Bestätigung schließlich zeigte. „Ein Schock für alle“, sagte Landestrainer Emil Guliyev damals. Er sprach sogar von Albtraumwochen. Verständlich, denn sein Schwimmer hatte trotz des Drucks und des immer näher rückenden Qualifikationswettkampfes eine gute Balance gefunden: „Ich hatte ein richtig gutes Gefühl im Wasser, war entspannt und habe mir keinen Druck gemacht“, schildert Schwarz seine Gefühlswelt zu dieser Zeit. Er sagte aber noch etwas, was ihm nach diesem Rückschlag half: „Wenn es nicht sein soll, wäre ich auch nicht am Boden zerstört. Ich bin erst 19 Jahre alt und habe noch genug Chancen.“

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Sven Schwarz wirbt um Ihre Stimme!

Genau diese Einstellung, die voll und ganz zu seiner positiven Ausstrahlung passt, hat ihm geholfen, das Thema abzuhaken und nach vorne zu schauen. Was bedeutet: Nach der Quarantänepause und Genesungsphase ging es ab ins Becken, die nächsten Ziele wurden formuliert und darauf hin trainiert. Das Jahr nahm durch die Medaillen bei der EM und dem Weltcup in Berlin schließlich auch einen gleichermaßen erfolgreichen wie versöhnlichen Abschluss. „Und Paris 2024 ist ein absolut realistisches Ziel“, so Schwarz.

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Dafür muss er natürlich Prioritäten setzen, sich zwischen Sport und Schule organisieren. Klar ist: Der Sport hat Vorrang. Bis zu zehn Einheiten pro Woche absolviert der gebürtige Wunstorfer, der bereits seit acht Jahren in Hannover trainiert, im Wasser. Dazu addieren sich die täglichen Kraft- und Athletikeinheiten. So weit kein Problem, denn Schwarz sagt deutlich, dass Schwimmen sein Leben geprägt hat, er mit viel Arbeit im Element Wasser und sportlichen Ansprüchen groß geworden ist. Darum zog er auch 2016 ins Sportinternat nach Hannover, sein Trainer am Landesleistungszentrum ist damals wie heute Landestrainer Emil Guliyev.

Weitere große Herausforderung in 2022: das Abitur

In diesem Jahr folgte ein weiterer entscheidender Schritt. Sven Schwarz zog aus dem Sportinternat aus und bezog gemeinsam mit seinem Bruder eine eigene Wohnung in Ricklingen. Dort bereitet er sich zwischen seinen Trainingseinheiten auf die große Herausforderung 2022 abseits des Sports vor: das Abitur. „Auch wenn Sport bei mir die absolute Nummer eins ist, möchte ich ein gutes Abi machen“, so der Gymnasiast der Humboldtschule, dem bewusst ist, dass bisher fast alles immer einen positiven Weg nahm, seit er beschloss, das Schwimmen zu seinem Lebensinhalt zu machen. Mit ganz kleinen Ausnahmen eben, wie in diesem Jahr.

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Von Sybille Schmidt

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