Ferienbeginn im Süden

Verkehrschaos am Wochenende: Staus im Süden – Bahn-Probleme im Norden

30.07.2022, Bayern, Rosenheim: Fahrzeuge stauen sich auf der Autobahn A8 von München nach Salzburg vor dem Inntal-Dreieck in beiden Richtungen.

Berlin/München. Vor allem der Ferienbeginn in Bayern und Baden-Württemberg hat am Wochenende auf vielen Straßen für dichten Verkehr und Behinderungen gesorgt. Nach Angaben des ADAC gab es aber am Sonntag nicht mehr so viele Staus wie am Samstag. „Es war die erwartete Reisewelle“, bilanzierte ein ADAC-Sprecher die Situation am Wochenende. Die Bahn dagegen meldete trotz eines erhöhten Reiseaufkommens keine Auffälligkeiten. Der Zugverkehr laufe regulär, sagte eine Bahnsprecherin am Sonntag. Einige Zugverbindungen verspäteten sich allerdings um knapp 60 Minuten.

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Sommerferien: Ganz Deutschland im Urlaubsmodus

Ab Samstag ist tatsächlich ganz Deutschland in den Sommerferien. Erst am 10. August geht in Nordrhein-Westfalen wieder die Schule los.

Auf der Autobahn 1 in Richtung Hamburg führte dichter Reiseverkehr am Sonntag zu schleppendem Verkehr: Hier stockte der Verkehr zwischen Seevetal-Hittfeld und Hamburg-Stillhorn auf 12 Kilometern Länge. Mit längeren Wartezeiten mussten auch Autofahrerinnen und Autofahrer auf der A8 in Oberbayern rechnen, auf der fast täglich größere Behinderungen gemeldet werden: Der Reiseverkehr etwa zwischen der Region Hofoldinger Forst und Bad Aibling rollte nur schleppend. Mit Verzögerungen sei zu rechnen, sagte der ADAC-Sprecher, größere Staus hätten sich jedoch nicht gebildet.

Bereits am Freitag war es wegen des Ferienstarts in Süddeutschland zu längeren Staus auf den Fernstraßen gekommen. Aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland kam dann eine zweite Reisewelle, während Urlaubsrückkehrer aus Skandinavien, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zusätzlich für volle Straßen sorgten. Größere Staus gab es nach ADAC-Angaben etwa am Samstag beispielsweise im Norden auf der A1. In Baden-Württemberg kam es am Sonntag nach Angaben des Lagezentrums im Innenministerium vor allem auf der A8 bei Ulm und Pforzheim zu längeren Staus.

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Bahn von Einschränkungen und Personalengpässen betroffen

Im Bahnverkehr kam es nur im südlichen Niedersachsen zu Problemen, wie die Bahnsprecherin betonte. „Einzig eine Bombenentschärfung im Raum Göttingen sorgte für vorübergehende Umleitungen im Fernverkehr zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Hannover“, hieß es. Für Reisende im Regionalverkehr sei dort ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet worden. ICEs sind teilweise fast ganz ausgefallen: So etwa die Züge zwischen Berlin und Frankfurt am Main. Reisegäste anderer Verbindungen mussten sich auf massive Verspätungen einstellen. So wurde bereits vorab zwischen Hamburg und Stuttgart mit Verzögerungen um etwa 60 Minuten gerechnet. Seit Sonntagmorgen, 7.00 Uhr, rolle der Verkehr allerdings wieder problemlos, so die Sprecherin.

Auch die Züge im Südwesten müssen zwischen Karlsruhe und Nürnberg mit Einschränkungen rechnen. Grund sind Bauarbeiten an Gleisen. Aber auch krankheitsbedingt fallen vielerorts Züge aus: Am Wochenende fielen gleich sechs Zugverbindungen zwischen Berlin und Angermünde in Brandenburg aus. Auch im Westen sorgt der Personalmangel vor allem für Reisende bei Regionalzügen für Probleme: IN Nordrhein-Westfalen schränkt die Deutsche Bahn nun den Sommerfahrplan ein. Gleich acht Strecken sind von Einschränkungen und Ausfällen betroffen. Das berichtet „Ruhr 24″ am Sonntag. Immer wieder fallen S-Bahnen und Regionalzüge aus. Der Krankenstand habe aufgrund der andauernden Corona-Pandemie einen Höchststand erreicht.

Generell verzeichnet die Deutsche Bahn eigenen Angaben zufolge nach den coronabedingen Einbrüchen wieder eine starke Nachfrage. „Nach zwei Jahren Pandemie sehen wir, dass die Menschen wieder mehr reisen und dass der Trend zur klimafreundlichen Bahn ungebrochen ist“, so die Sprecherin. Am stärksten sei die Nachfrage auf den Hauptachsen zwischen den Metropolen, wie etwa Berlin – Hamburg, Frankfurt/Main – Köln, Berlin – München oder Berlin – Hannover. In den Ferien kämen noch beliebte Urlaubsstrecken hinzu wie etwa zur Ost- oder Nordsee und nach Österreich.

Längere Wartezeiten am Frankfurter Flughafen

Am Frankfurter Flughafen mussten Reisende teils länger als sonst auf ihre Abfertigung warten. Der Betrieb verlief aber am ersten Wochenende, an dem alle Bundesländer Sommerferien hatten, ohne größere Probleme, wie ein Sprecher des Betreibers Fraport am Sonntag berichtete. Im Vergleich zum normalen Ablauf zu Ferienzeiten gebe es bei den Wartezeiten keine besonderen Ausreißer, hatte Deutschlands größter Airport bereits am Samstag mitgeteilt.

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Für das Wochenende hatte der Flughafen jeweils 170.000 bis 180.000 Fluggäste pro Tag erwartet. Zu den bereits bekannten Flugstreichungen gab es den Angaben zufolge keine zusätzlichen Annullierungen. Der Flughafen wies jedoch darauf hin, dass es teilweise zu längeren Wartezeiten kam, da Reisende bereits drei oder vier Stunden statt der empfohlenen zweieinhalb vor Abflug am Flughafen ankamen und dadurch nicht zügig abgefertigt werden konnten.

RND/dpa

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