Reiseverbände: Noch kein Ende der wirtschaftlichen Corona-Krise in Sicht

Die Reisebranche leidet noch immer stark unter der Corona-Pandemie.

Die Reisebranche leidet noch immer stark unter der Corona-Pandemie.

Mitte Juni blickte die deutsche Tourismusbranche noch mit viel Optimismus auf die diesjährigen Sommerferien. Die Corona-Infektionszahlen waren stark gesunken, die Bundesregierung hatte beschlossen, die generelle Reisewarnung für Risikogebiete Anfang Juli aufzuheben und die Impfkampagne schritt schneller voran als Anfang des Jahres erwartet.

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Doch je weiter der Sommer voranschritt, desto mehr mussten die Erwartungen zurückgeschraubt werden. „Durch den erneuten Lockdown Portugals und der sich mehr und mehr verschärfenden Lage beliebter Urlaubsdestination wie Spanien, Frankreich und der Türkei wurde die Zuversicht unserer Mitglieder stark gedämpft”, so AER-Pressesprecherin Michaela Pinkenburg auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland.

Vollständige Erholung des Marktes erst 2023 zu erwarten

Die Buchungen hätten aufgrund der rasant ansteigenden Corona-Zahlen in den beliebten Urlaubsländer und der dadurch erschwerten Reiseplanung nach einem guten Start stark abgenommen. Die Umsatzzahlen zeigten im Vergleich zu den Vorjahren daher erneut einen gravierenden Rückgang: Für diesen Sommer rechnen die Mitglieder der Kooperation AER im Vergleich zum Sommer 2019 mit einem herben Verlust von 70 bis 75 Prozent.

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Das Jahr 2021 verbucht der AER, in dem gut 730 Reisebüros und 430 Reiseveranstalter organisiert sind, aufgrund der immer noch schlechten wirtschaftlichen Lage als Übergangsjahr. Mit einer „Normalisierung im Sinne von stetig steigenden Buchungszahlen” rechnet die Kooperation erst ab dem Jahr 2022, eine vollständige Erholung des Marktes ist laut Pinkenburg erst 2023 zu erwarten.

Internationales Geschäft liegt weiter brach

Ähnlich fällt die Bilanz des Deutschen Reiseverbands (DRV) aus. „Im Vergleich zum Vor-Corona-Sommer 2019 haben die Reiseveranstalter und Reisebüros gerade einmal etwas mehr als ein Drittel des Umsatzes einbuchen können”, so DRV-Präsident Norbert Fiebig gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Das internationale Geschäft liege noch immer brach. Auf der Fernstrecke seien sehr viele Ziele zu touristischen Zwecken noch gar nicht zu bereisen. Ein Ende der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Reisewirtschaft sei daher noch nicht abzusehen. Viele Reisebüros und Reiseveranstalter seien weiterhin auf Überbrückungshilfen der Bundesregierung angewiesen.

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Trend zum Sommerurlaub in Deutschland hält an

Doch neben all den negativen Entwicklungen gibt es auch Grund zur Hoffnung: Durch die Pandemie haben viele Reiseziele in Deutschland diesen Sommer einen extremen Aufschwung erlebt. Und zwar nicht nur Nord- und Ostsee und die Alpen.

Laut der AER liegen auch der Hausbooturlaub auf deutschen Binnenrevieren, das Steinhuder Meer bei Hannover und das Allgäu und die Alb voll im Trend. Auch Wellnessurlaube stünden bei deutschen Urlaubern und Urlauberinnen hoch im Kurs. Nach Angaben des DRV sei auch die Mecklenburgische Seenplatte diesen Sommer bislang gut gebucht gewesen.

Außerdem hat die Tourismusbranche laut der AER die Zeit genutzt, um sich für die Zukunft besser aufzustellen. So sei jetzt etwa das Thema digitaler Vertrieb bei den AER-Mitgliedern stark auf dem Vormarsch, so Pressesprecherin Pinkenburg. Auch der nachhaltige Tourismus rücke bei den Reiseveranstaltern und -veranstalterinnen immer mehr in den Fokus – Themen wie beispielsweise „Slow Travel” und „Travel Impact” beeinflussten zunehmend sowohl die Reiseplanung als auch die Beratung.

Fachkräftemangel in der Tourismusbranche

Doch um diese Zukunftspläne umsetzen zu können, bedarf es vieler Fachkräfte und die sind laut Michaela Pinkenburg Mangelware. Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie habe die Branche mit fehlendem Nachwuchs und Abwanderung geeigneter Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu kämpfen gehabt. Die coronabedingten Lockdowns hätten den Fachkräftemangel noch verstärkt.

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Um für Arbeitnehmer und -nehmerinnen wieder attraktiver zu werden, sei ein Umdenken zwingend nötig. Der AER setze deswegen bereits auf „Workation” – eine Arbeitsform, bei der Arbeitskräfte von überall auf der Welt aus arbeiten können.

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