Gutverdienende, Rentner, digitale Nomaden

Neues Visum: Bali will zum Zweitwohnsitz einiger Reisender werden

Der Ulun-Danu-Batur-Tempel auf Bali. Nicht nur Touristen, die Selfies machen, will Bali künftig anlocken, sondern auch Langzeitreisende. Ein Zweitwohnsitz-Visum soll es unter anderem möglich machen.

Der Ulun-Danu-Batur-Tempel auf Bali. Nicht nur Touristen, die Selfies machen, will Bali künftig anlocken, sondern auch Langzeitreisende. Ein Zweitwohnsitz-Visum soll es unter anderem möglich machen.

Indonesien will mehr internationale Besucher und Besucherinnen anlocken. Diesen Plan verfolgt der südostasiatische Inselstaat eigentlich bereits seit Anfang 2020. Damals plante das Land bereits zehn „neue Balis“: Touristenziele, die besser erschlossen werden sollten, wie Mandalika auf der Insel Lombok, der Tobasee in Nord-Sumatra, der in einer gebirgigen Region mit heißen Quellen und Wasserfällen liegt, oder Labuan Bajo, das „Gateway“ zum Komodo Nationalpark, in dem die prähistorischen Komodowarane zu Hause sind.

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Doch dann kam die Pandemie dazwischen und das Land schloss seine Grenzen. Die Verluste durch die Corona-Krise waren gewaltig: Mindestens 160.000 Tote verzeichnete das Land und auch wirtschaftlich war der Einbruch immens. Vor allem Inseln wie Bali, die zu großen Teilen vom Tourismus leben, litten gewaltig.

Zweitwohnsitz-Visum für Gutverdiener, Rentner und digitale Nomaden

Seit der Öffnung des Landes Anfang des Jahres will Indonesien aber zu den alten Plänen zurückkehren. Inzwischen setzt der Inselstaat jedoch verstärkt auf „Qualitätstourismus“, das heißt Touristen, die länger bleiben und damit mehr Geld ins Land bringen. Um diese Art von Tourismus anzukurbeln, hat die Regierung bereits digitalen Nomaden das Arbeiten von Indonesien aus erleichtert.

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Nun kommt auch noch ein neues Zweitwohnsitz-Visum hinzu. Die neue Visumkategorie wird es Ausländern mit einem Guthaben von über 130.000 US-Dollar ermöglichen, eine auf zehn Jahre befristete Aufenthaltserlaubnis für Bali und andere beliebte Reiseziele zu beantragen. Auf diese Weise sollen Gutverdienende, Rentnerinnen und hochqualifizierte digitale Nomaden dazu gebracht werden, sich ein Leben in Indonesien aufzubauen.

G20-Gipfel auf Bali als Werbeplattform für Zweitwohnsitz-Visum

Indonesiens neues Zweitwohnsitz-Visum wurde Ende Oktober offiziell angekündigt. Doch das Visum zielt auf ein Event in der kommenden Woche ab, wie der amtierende Generaldirektor der Einwanderungsbehörde, Widodo Ekatjahjana, eingestand. Man habe das Visum „im Hinblick auf die Umsetzung des G20-Gipfels“ eingeführt, meinte er. „Ziel ist es, ausländische Touristen nach Bali und zu diversen anderen Reisezielen zu locken.“

Das Forum am 15. und 16. November wird Tausende Deligierte aus den 20 größten Volkswirtschaften der Welt nach Bali bringen. Indonesien hofft, dass einige von ihnen einen längeren Aufenthalt auf der beliebten Urlaubsinsel andenken und – wie der Generaldirektor sagte – „einen positiven Beitrag zur indonesischen Wirtschaft leisten“.

Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Das neue Visum ist bereits der zweite Versuch, Touristen und Touristinnen zum Verweilen auf den Inseln zu „überreden“. Zuvor gab Indonesien bekannt, an einem auf fünf Jahre angelegten Visum für digitale Nomaden zu arbeiten, das es Besuchenden erlaubt, remote für Unternehmen im Ausland zu arbeiten, ohne dass sie in Indonesien Steuern zahlen müssen. Das bestehende B211A-Visum erlaubt Ausländern derzeit bereits, bis zu sechs Monate in dem Inselstaat zu leben und remote zu arbeiten.

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Indonesien hat offiziell ein Visum für digitale Nomaden.

Indonesien hat offiziell ein Visum für digitale Nomaden.

Indonesien ist nicht das einzige Land, das aus dem neu erwachten Reisefieber nach der Pandemie Vorteile ziehen will. Laut eines Berichts des Migration Policy Institute in Washington haben inzwischen mehr als 25 Länder Visa für digitale Nomaden eingeführt. Neben Indonesien sind auch Portugal, Kolumbien, Kroatien und Thailand sehr beliebt.

Doch Bali ist ein eindeutiger Favorit unter den digitalen Nomaden: Koen van Marrewijk, ein holländischer Softwareingenieur, schrieb beispielsweise auf dem Karrierenetzwerk Linkedin, wie gut ihm die Zeit im balinesischen Canggu getan habe. „Dieser Ort ist magisch, die Natur ist erstaunlich, aber was bei Weitem das Beste ist, sind die Menschen“, meinte er. Er habe enge Freundschaften geschlossen, während er „in einem tropischen Paradies“ lebte, am Strand von seinem Laptop aus arbeitete und aus einer Kokosnuss trank. Der Boom kündigt sich dabei seit einigen Monaten an: So meldete die Firma Outpost, die digitalen Nomaden Arbeitsbereiche auf Bali anbietet, bereits im Juni die bisher meisten Buchungen seit Gründung der Firma 2016.

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