Fünf Konzerte in Deutschland

Coldplay machen Welttournee „so nachhaltig wie möglich“ – wie funktioniert das?

Coldplay gaben am Samstagabend ein Konzert in Frankfurt. Es war das erste Konzert in Deutschland der „Music of the Spheres“-Welttournee.

Coldplay gaben am Samstagabend ein Konzert in Frankfurt. Es war das erste Konzert in Deutschland der „Music of the Spheres“-Welttournee.

Eine grellbunte Lichtshow, ein tosendes Publikum und zahlreiche Hits: Im Rahmen ihrer „Music of the Spheres“-Welttournee macht die britische Band Coldplay derzeit Station in Deutschland. Am Samstagabend (3. Juli) gab sie ihr erstes Deutschlandkonzert in Frankfurt am Main, ein weiteres folgt am Dienstagabend (5. Juli). Anschließend ist die Popband noch dreimal im Olympiastadion in Berlin zu Gast (10., 12. und 13. Juli).

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Bei ihrem Auftaktkonzert am Samstag in Frankfurt lieferten Coldplay ein breites Spektrum. Mal gab es eine schrillbunte Lasershow, dann wieder ruhigere Pianosongs. Die Zuschauer waren mit LED-Armbändern ausgestattet worden, die zentral gesteuert wurden und das ausverkaufte Stadion beispielsweise zum aktuellen Hit „My Universe“ in ein blau-pinkes Lichtermeer verwandelte.

Coldplay-Sänger Chris Martin auf der Bühne in Frankfurt.

Coldplay-Sänger Chris Martin auf der Bühne in Frankfurt.

Bänder aus pflanzlichen Materialien und erneuerbare Energien

Was Coldplay besonders am Herzen liegt, sind der Umweltschutz und die Nachhaltigkeit. Die Band betonte beispielsweise, dass die LED-Armbänder aus pflanzlichen, kompostierbaren Materialien hergestellt worden seien. Coldplay erklärten schon im vergangenen Jahr, ihre Tournee „so nachhaltig und umweltfreundlich wie möglich“ gestalten zu wollen.

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Das große Ziel der Band ist es, die Emissionen ihrer Tournee im Vergleich zu ihrer letzten Konzertreihe in den Jahren 2016 und 2017 um 50 Prozent zu reduzieren.

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Weitere konkrete Beispiele zur Umsetzung ihres Vorhabens nennt die Band auf der Website zu ihrer Welttournee. So sollen die Shows komplett mit erneuerbaren, extrem emissionsarmen Energien durchgeführt werden. Dazu werde es Solaranlagen an jedem Veranstaltungsort sowie einen kinetischen Stadionboden, der durch die Konzertbesucherinnen und -besucher betrieben wird, geben. Diese Energie soll dann in der ersten mobilen, wiederaufladbaren Showbatterie gespeichert werden, die in Zusammenarbeit mit BMW entwickelt und hergestellt wurde.

„Wir werden unsere Bühnenproduktion fast ausschließlich mit erneuerbarer, super emissionsarmer Energie betreiben. Wo immer es möglich ist, vermeiden wir fossile Brennstoffe“, schrieb die Band zu ihrem Ziel.

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Coldplay: „Wir sind uns der Klimakrise bewusst“

Bei den Coldplay-Konzerten soll kostenloses Trinkwasser zur Verfügung gestellt sowie möglichst auf Plastikgegenstände verzichtet werden. Die Fans können mit der offiziellen Tour-App CO₂-arme Transportmittel zur An- und Abreise vergünstigt nutzen. Zudem sollen 10 Prozent der Einnahmen an einen Fonds für umwelt- und sozialbewusste Zwecke gezahlt werden. Für jedes verkaufte Ticket soll außerdem ein Baum gepflanzt werden.

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„Wir sind uns natürlich der Klimakrise bewusst“, erklärten Coldplay ihre Umweltziele auf der Website weiter. Deshalb hätte sich die Band in den letzten zwei Jahren mit Umweltexperten beraten, um die Tournee so nachhaltig wie möglich zu gestalten. „Es ist gleichermaßen wichtig, das Potenzial dieser Tour zu nutzen, um die Entwicklung voranzubringen. Wir werden nicht alles richtig machen, aber wir sind entschlossen, alles zu tun, was wir können und das Gelernte zu teilen. Es ist ein in Arbeit befindlicher Prozess und wir sind wirklich dankbar für die Hilfe, die wir bisher hatten“, schrieb die Band.

Greenwashing-Kritik wegen Kooperationen mit Unternehmen

Zum ambitionierten Plan der Musiker gehören auch Kooperationen mit großen Unternehmen. Genau das löste im Mai eine Welle der Kritik aus. Die finnische Ölgesellschaft Neste, die sich selbst als größter Produzent nachhaltiger Biokraftstoffe und umweltfreundlicher als andere Mineralölunternehmen bezeichnet, sollte die Coldplay-Konzerte mit nachhaltiger Energie beliefern, wie Frontsänger Chris Martin im Mai ankündigte.

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Laut einer Studie von „Friends of the Earth“ hätten aber die Palmöllieferanten von Neste zwischen 2019 und 2020 mindestens 10.000 Hektar Wald in Ländern wie Indonesien und Malaysia gerodet. Vorwürfe des Greenwashings wurden laut.

„Neste benutzt Coldplay auf zynische Weise, um seinen Ruf grün zu waschen. Dies ist ein Unternehmen, das mit der Art der Entwaldung in Verbindung gebracht wird, die Chris Martin und seine Fans entsetzen würde“, sagte Carlos Calvo Ambel, leitender Direktor der Kampagnengruppe „Transport and Environment“ (T&E), damals gegenüber der britischen Tageszeitung „The Guardian“.

In einer Erklärung der Band zu der Kritik an der Zusammenarbeit mit Neste hieß es: „Bevor wir Neste als Lieferanten für diese Biokraftstoffprodukte ernannten, erhielten wir ihre Garantie, dass sie bei ihrer Produktion keine neuen Materialien verwenden – vor allem kein Palmöl. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass sie nur erneuerbare Abfallprodukte wie Speiseöl und Nebenprodukte aus der Zellstoffherstellung verwenden.“

Manager einer Verbraucherbewegung: „Coldplay wurden verarscht“

Auch die Partnerschaft mit dem deutschen Autohersteller BMW wurde bereits kritisiert, der die wiederaufladbaren Showbatterien entwickelte. „Coldplay wurden verarscht. BMW setzt sich dafür ein, die EU daran zu hindern, eine Frist bis 2035 für emissionsfreie Fahrzeuge festzulegen“, sagte Eoin Dubsky, Kampagnenmanager der Verbraucherbewegung „Sum of Us“, gegenüber „The Guardian“.

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RND/nis mit dpa

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