Keine Hilfe seitens der Türkei oder Griechenland

Geflüchtete im Niemandsland gestrandet

Schleswig-Holstein will Flüchtlinge aus Kairo aufnehmen. 

Immer wieder versuchen Menschen, nach Griechenland zu fliehen.

Tauziehen um mehr als drei Dutzend Migrantinnen und Migranten, die angeblich seit Wochen auf einer kleinen, unbewohnten Insel im Evros festsitzen – dem Fluss, der in Thrazien die Grenze zwischen der Türkei und Griechenland bildet. Weder die griechischen noch die türkischen Behörden scheinen sich für die Menschen zuständig zu fühlen. Ein fünfjähriges Mädchen soll bereits gestorben sein.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Schauplatz des mutmaßlichen Dramas ist eine kleine Insel östlich der griechischen Ortschaft Kissari. Hier gibt es mehrere Inseln im Evros, die teils zu Griechenland, teils zur Türkei gehören. Auf welcher der namenlosen Kleininseln die Flüchtlinge angeblich festsitzen, ist unklar. Nach Angaben der griechischen Streitkräfte befinden sie sich auf türkischem Staatsgebiet. Griechenland könne ihnen deshalb nicht helfen.

39 Menschen sollen festsitzen

Nach Berichten griechischer Medien harren die Menschen, bei denen es sich um Flüchtlinge aus Syrien handeln soll, seit über einer Woche auf der Insel aus. Der griechische Flüchtlingsrat hat nach eigenen Angaben sogar bereits Mitte Juli von der Notlage erfahren. Nach Recherchen der Organisation war es der Gruppe, zu der auch Frauen und Kinder gehören, zunächst gelungen, den Grenzfluss zu überqueren. Sie seien jedoch von griechischen Grenzsoldaten abgewiesen und zum türkischen Ufer zurückgeschickt worden. Türkische Grenzsoldaten hätten die Migranten dann auf eine Insel in der Mitte des Flusses gebracht.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Neben mehreren Nichtregierungsorganisationen äußerte jetzt auch das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR „große Besorgnis“ über das Schicksal der Menschen. Das griechische Nachrichtenportal Efsyn berichtete, 39 Migranten hielten sich auf der Insel auf. Nach Angaben von Efsyn soll vergangene Woche ein fünfjähriges Mädchen durch den Stich eines Skorpions ums Leben gekommen sein. Das Portal beruft sich auf ein Telefonat mit der Mutter der Fünfjährigen. Der Tod des Kindes sei durch Fotos belegt, berichtet der griechische Flüchtlingsrat. Ein weiteres neunjähriges Kind ist der Organisation zufolge krank und benötigt dringend ärztliche Versorgung.

Zwei Millionen Geflüchtete brauchen permanente neue Heimat

Die meisten Umsiedlungen seien aus afrikanischen Ländern, dem Nahen Osten, Nordafrika und der Türkei nötig.

Gebiet für Journalisten nicht zugänglich

Überprüfbar sind diese Angaben aber nicht. Die Grenzregion beiderseits des Evros ist sowohl auf griechischer wie auf türkischer Seite militärisches Sperrgebiet und für Journalisten nicht ohne weiteres zugänglich. Es gibt deshalb keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wo und unter welchen Bedingungen die Migranten tatsächlich ausharren. Zu den unbeantworteten Fragen gehört, wie die Menschen auf der unbewohnten Insel ohne Nahrung und Trinkwasser seit einer oder, nach anderen Angaben, sogar vier Wochen überleben. Unerklärlich ist auch, wo sie den Strom für ihre Mobiltelefone herbekommen, mit denen sie Fotos und Nachrichten an griechische Hilfsorganisationen übermitteln.

Die griechischen Behörden haben nach eigenen Angaben bereits zwei Mal über eine gemeinsame Verbindungsstelle für Grenzangelegenheiten an das Nachbarland appelliert, den Menschen zu helfen. Die türkischen Behörden hätten aber bisher nicht reagiert, heißt es in einer Mitteilung der griechischen Polizei vom Sonntagabend.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken