24-Jährige wegen Mordes angeklagt

Prozess in Mönchengladbach: Mutter gesteht Tötung ihres Babys

Die Angeklagte deckt im Landgericht ihr Gesicht mit einem blauen Ordner ab, vor ihr steht ihr Anwalt Felix Menke.

Die Angeklagte deckt im Landgericht ihr Gesicht mit einem blauen Ordner ab, vor ihr steht ihr Anwalt Felix Menke.

Mönchengladbach. Mit einem Geständnis hat in Mönchengladbach der Prozess gegen die Mutter eines in einem öffentlichen Mülleimer entdeckten toten Babys begonnen. Vor dem Landgericht sagte die Angeklagte am Donnerstag, sie sei von der Geburt überrascht worden und habe das schreiende Neugeborene getötet.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Rund acht Monate nach der Entdeckung eines getöteten Babys in Mönchengladbach beginnt der Prozess gegen die Mutter des Kindes. Die Frau ist wegen Mordes angeklagt.

Rund acht Monate nach der Entdeckung eines getöteten Babys in Mönchengladbach beginnt der Prozess gegen die Mutter des Kindes. Die Frau ist wegen Mordes angeklagt.

Die gelernte Verkäuferin erklärte gegenüber dem Schwurgericht, sie habe die Schwangerschaft nicht bemerkt. Sie habe nachts Bauchschmerzen gehabt, kalt geduscht und dann das Kind zwischen den Beinen gesehen. Die Anklage wirft ihr vor, den Kopf mehrfach wuchtig gegen eine Tischkante geschlagen zu haben. Die 24-Jährige ist wegen Mordes angeklagt.

Frau beantwortet Fragen des Gerichts

Die blonde Frau trägt eine weiße Bluse, schwarze Jacke und eine schwarze Brille. Sie beantwortet Fragen des Gerichts, sitzt aufrecht und verfolgt das Geschehen. Sie könne sich nicht erinnern, die Babyleiche in einen öffentlichen Mülleimer gelegt zu haben, sagt sie. Auch wer das Bad sauber gemacht habe, wisse sie nicht.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Eine Gefängnispsychologin hatte die Angeklagte während der Untersuchungshaft gesprochen. Sie berichtete dem Schwurgericht, die 24-Jährige sei „unkompliziert“ und habe keinen Drang, sich für die Tat zu rechtfertigen. „Sie sagte auch, dass man das nicht könne“, berichtete die Psychologin aus einem Gespräch mit der Angeklagten.

Baby unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beerdigt

Bei der zwei Monate langen Suche nach der Mutter des unbekannten toten Babys hatte die Polizei in Mönchengladbach viele Ansätze verfolgt. Die Ermittler nannten es Rabea. Es wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in einem kleinen weißen Sarg beerdigt. Der Polizeipräsident und der Oberbürgermeister waren unter den Trauergästen. Am Fundort hatten die Ermittler einen Schaukasten mit einer Briefbox für anonyme Hinweise aufgestellt.

Der Freund der Angeklagten war einer DNA-Analyse zufolge der Vater des Kindes. Auch der 41 Jahre alte Bahnkundenbetreuer aus Mettmann will die Schwangerschaft nicht bemerkt haben. Er hatte in der Tatnacht sogar bei seiner Freundin übernachtet. Er habe nichts vom Geschehen mitbekommen, wie er dem Gericht erzählt. Auch an Blut am nächsten Morgen könne er sich nicht erinnern. Bei der Polizei hatten Mutter und Bruder der Angeklagten gesagt, ihnen sei die Schwangerschaft nicht aufgefallen. Vor Gericht verweigerte der 22 Jahre alte Bruder die Aussage.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

DNA-Reihentest bringt Ermittler auf die richtige Spur

Ein DNA-Reihentest im Umfeld des Fundorts brachte die Ermittler auf die Spur 24-Jährigen. Die polnische Staatsangehörige nahm freiwillig daran teil. Vor Gericht sagte sie am Donnerstag, sie habe von dem toten Baby gehört, aber nicht realisiert, dass es ihr Kind sein könnte.

Eine Flaschensammlerin hatte die Leiche in einer Einkaufstasche entdeckt. „Ich hoffe, dass ihnen geholfen wird“, sagte die 52-Jährige als Zeugin zur Angeklagten. „Ich habe noch keine Hilfe gefunden.“ Das Gericht plant drei weitere Verhandlungstage.

RND/dpa

Mehr aus Panorama

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken