Unglück in Rheinland-Pfalz

Frau stürzt aus fahrender Achterbahn in Freizeitpark und stirbt

In einem Freizeitpark im rheinland-pfälzischen Klotten ist am Samstagnachmittag eine Frau aus einer fahrenden Achterbahn gefallen und tödlich verletzt worden.

Klotten. „Am Sonntag 7.8. bleibt der Klotti Park geschlossen!“, heißt es auf der Internetseite des Freizeitparks in Klotten an der Mosel. Der lapidare Hinweis lässt kaum das Drama erahnen, das sich am Samstagnachmittag etwa eineinhalb Stunden vor der Schließung des Parks zugetragen hatte: Eine 57 Jahre alte Frau aus dem saarländischen St. Wendel war aus der fahrenden Achterbahn gestürzt und hatte tödliche Verletzungen erlitten. Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg.

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Am Sonntag ist der Parkplatz direkt am Freizeitpark für Besucher nicht zugänglich. Mitarbeiterinnen erklären Neuankömmlingen, dass es nicht weitergeht. Ein Wohnmobil mit Leipziger Kennzeichen wendet, auch ein Fahrzeug aus den Niederlanden muss umkehren. Offenbar hat sich das Unglück vom Vortag noch nicht bei allen herumgesprochen, die am Sonntag einen Ausflug planten.

Die Polizei in Cochem kann wenig mehr mitteilen als am Samstagabend. Am Montag werde die Kriminalpolizei Mayen die Ermittlungen fortsetzen. Die Staatsanwaltschaft sei wie immer bei solchen Unfällen eingeschaltet worden. Noch stehen alle Untersuchungen ganz am Anfang: Handelte es sich um einen technischen Defekt, war Fahrlässigkeit oder tödlicher Leichtsinn im Spiel? Lag eine natürliche Todesursache wie etwa ein Herzinfarkt vor? „Um das festzustellen, könnte eine Obduktion angeordnet werden“, mutmaßt der Polizeibeamte - aber das werde eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft sein.

Über die Achterbahn

Als „heiße Fahrt“ bewirbt der Freizeitpark auf seiner Webseite und auf Youtube die 532 Meter lange Achterbahn mit einer Höhe von 17,5 Metern. Auf einem Video ist zu sehen, dass das Auf und Ab der Achterbahn teilweise durch eine Art künstliche Schlucht führt. Von den höheren Positionen der Bahn fällt der Blick hingegen auf die umliegenden Höhenzüge.

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Die Fahrt sei „nichts für Angsthasen“, wird dort versichert. „Kurvenreich, maximales Gefälle und bis zu 60 Stundenkilometer schnell, da kann schon mal der Atem stocken und das Herz den angestammten Platz verlassen. Aber alles wird gut: Wer die 550 Meter Strecke gemeistert hat, den kann zumindest an diesem Tag nichts mehr schocken.“

Für einen Schock dürfte bei den anwesenden Besuchern hingegen der tödliche Sturz der Frau gesorgt haben. Die Polizei kann am Abend nicht sagen, wie voll der Park zum Zeitpunkt des Vorfalls war oder wie viele Menschen unmittelbare Zeugen des Sturzes waren.

Der Park wurde 1970 als Wildpark auf den Moselhöhen bei Klotten eröffnet, wie es auf der Webseite heißt. Seit den 90ern wurde er mit neuen Attraktionen zu einem Freizeit- und Familienpark ausgebaut. Die Achterbahn eröffnete demnach 2004.

Tödliche Unfälle in anderen Freizeitparks

Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen und technischen Maßnahmen: Tödliche Unfälle mit Achterbahnen oder in Freizeitparks mögen selten sein, sorgen dann aber für besondere Aufmerksamkeit, wenn der Nervenkitzel tödlich ausgeht. Mitte Juli kam bei einem schweren Unfall in einer Achterbahn im dänischen Aarhus ein 14-Jähriges Mädchen ums Leben. Im September vergangenen Jahres stürzte eine Sechsjährige aus einer Achterbahn in einem Freizeitpark im US-Bundesstaat Colorado. Sie war nicht richtig angeschnallt. Und im Juni 2016 etwa wurden bei der Entgleisung einer Achterbahn in Schottland zehn Menschen verletzt.

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RND/dpa

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