Ronnenberg

Kalihalde: Verein soll Bauschuttdeponie verhindern

Auch aus der Luft ist die Nähe der Halde zur Wohnbebauung deutlich zu erkennen.

Auch aus der Luft ist die Nähe der Halde zur Wohnbebauung deutlich zu erkennen.

Ronnenberg. Der Protest gegen eine geplante Ummantelung der Kalihalde mit Bauschutt nimmt immer größere Formen an: Die Bürgerinitiative (BI) „Bauschuttdeponie – Nein Danke!“ hat jetzt einen Verein gegründet, um sich als rechtlich anerkannte Organisation an einem bevorstehenden Planfeststellungsverfahren zu beteiligen. Im Gemeinschaftshaus stellte der neue Vorstand rund 200 Versammlungsteilnehmern seine Pläne vor: Der Verein will alle möglichen Rechtsmittel ausschöpfen, um die Bürger vor jahrzehntelangen Anlieferungen von Bauschutt, Lärm, Dreck und Feinstaubbelastungen zu schützen – bis hin zur Klage in allen denkbaren richterlichen Instanzen. Doch zunächst soll am 25. April mit mehreren Hundert Ronnenbergern vor dem Sitz der Firma Menke Umwelt Service in Hannover medienwirksam demonstriert werden.

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Vereinsgründung soll Protest in geordnete Bahnen lenken

Stefan Spötter (links), Katharina Tschaeschel und Marc Bierhance gehören zum Vorstand des neu gegründeten Vereins "Bauschuttdeponie Nein Danke"

Stefan Spötter (links), Katharina Tschaeschel und Marc Bierhance gehören zum Vorstand des neu gegründeten Vereins "Bauschuttdeponie Nein Danke!".

„Wir werden nicht eher ruhen, bis dieses wahnsinnige Projekt gestoppt ist. Treten Sie in den Verein ein, kommen Sie zur Demo“, sagte der kürzlich in einer Gründungsversammlung zum Vorsitzenden gewählte BI-Wortführer Marc Bierhance. Der Verein mit dem Namen „Bauschuttdeponie Nein Danke“ warte derzeit noch auf die Eintragung in das Vereinsregister und werde voraussichtlich ab dem 1. Mai als gemeinnützige Organisation voll geschäftsfähig sein. Ziel sei es auch, allen Bürgern als Mitgliedern Mitbestimmungsrechte einzuräumen sowie den finanziellen Spielraum für mögliche juristische Verfahren zu erweitern, sagte Bierhance. „Es ist auch wichtig, Rechtssicherheit in Bezug auf die Verantwortlichkeiten zu bekommen, wenn es um die Beauftragung und Veröffentlichung von Gutachten geht“, sagte der neue Vorsitzende.

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Vorstand will im Verfahren Einwände formulieren

Lutz Hillienhoff (von links), Stefan Spötter, Katharina Tschaeschel, Marc Bierhance und Maik Hartje informieren die Besucher im Gemeinschaftshau

Lutz Hillienhoff (von links), Stefan Spötter, Katharina Tschaeschel, Marc Bierhance und Maik Hartje informieren die Besucher im Gemeinschaftshaus über die Vereinsgründung und die geplante Demonstration.

Dass dieses Vorgehen bei den Anwohnern des Wohngebiets neben der Halde auf große Zustimmung trifft, zeigte sich schnell. Unmittelbar nach der Versammlung ließen sich etliche Besucher in Listen eintragen, um sich Mitgliedsanträge schicken zu lassen. Beteiligen wollen sich die Protestler als Verein auch an einem bevorstehenden Planfeststellungsverfahren. Die Firma Menke hatte trotz des großen Widerstandes aus der Bevölkerung sowie von politischen Parteien auf Stadt- und Regionsebene kürzlich angekündigt, an dem Projekt festzuhalten. Nun werde erwartet, dass die Firma bei der zuständigen Landesbergbaubehörde einen Antrag für das Projekt einreiche, berichtete Maik Hartje, der zu den Gründungsmitgliedern zählt. "In Planfeststellungsverfahren können dann Bürger, Verein und Verbände, deren persönlichen Belange von dem Vorhaben beeinträchtigt werden, Einwände formulieren", sagte Hartje. "Dieses Verfahren kann sich über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren hinziehen, aber wir werden einen langen Atem haben", versicherte er.

Pläne sollen voll und ganz gestoppt werden

Der Verein erneuerte seine Vorwürfe, dass es der Firma Menke nicht um eine langfristig geplante Begrünung der Halde und Umweltschutz gehe. „Es ist nicht belegt, dass diese Maßnahmen die Salzbelastung des Grundwassers reduzieren wird“, betonte Hartje. Laut Abfallwirtschaftsplan gebe es auch genug Kapazitäten für die Ablagerung von Bauschutt, also nicht die Notwendigkeit, den schon zu mehr als zwei Dritteln abgetragenen Haldenstumpf 20 Jahre lang wieder auf eine Höhe von 40 bis 50 Metern aufzuschütten. „Es geht allein um wirtschaftliche Interessen zulasten unserer Gesundheit und Lebensqualität.“ Der Verein stellte noch einmal klar: „Wir lassen uns auch nicht auf Vorschläge wie Schutzwände, Beregnungsanlagen gegen Staub oder Nachtfahrverbote von Lastwagen ein. Wir fordern, dass diese Pläne voll und ganz gestoppt werden“, sagte Hartje.

Zwei Busse sollen Protestler zur Demonstration bringen

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, will der Verein am Donnerstag, 25. April, um 16 Uhr vor dem Sitz der Entsorgungsfirma Menke an der Straße Schiffgraben in Hannover demonstrieren. Dafür haben die Protestler zwei Sonderbusse organisiert, zusätzlich wird eine Radtour vorbereitet. Die Teilnehmer der angemeldeten Demo sollen mit Bannern, Trillerpfeifen und Mundschutz einen sofortigen Planungsstopp fordern. In den nächsten Tagen werden in Ronnenberg rund 8000 Flyer mit Informationen zum Ablauf der Protestaktion verteilt. Hinweise gibt es auch auf der Internetseite www.ronnenberger-gegen-deponie.de.

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Rund 200 Besucher kündigen im Gemeinschaftshaus mit großer Mehrheit ihre Teilnahme an der geplanten Großdemonstration in Hannover an

Rund 200 Besucher kündigen im Gemeinschaftshaus mit großer Mehrheit ihre Teilnahme an der geplanten Großdemonstration in Hannover an.

Von Ingo Rodriguez

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