Langenhagen

Kunstverein: Ein Ort für dringende Bedürfnisse

Ein Schild weist an der Walsroder Straße darauf hin, dass der Kunstverein eine öffentliche Toilette anbietet - zumindest temporär als Kunstarrangement.

Ein Schild weist an der Walsroder Straße darauf hin, dass der Kunstverein eine öffentliche Toilette anbietet - zumindest temporär als Kunstarrangement.

Langenhagen. Gleich zwei Ausstellungen hat der Kunstverein Langenhagen jetzt eröffnet. Die eine hat der deutsche Künstler Thomas Geiger unter den Titel „Kunsthalle 3000 – Ein Ort für dringende Bedürfnisse“ installiert. Die andere Ausstellung ist eine Arbeit von sechs Künstlern, die gemeinsam zwei Gemälde geschaffen haben. Das Motto ihrer Arbeit lautet „Riese“.

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Was verbirgt sich hinter dem Projekt von Thomas Geiger? Der Künstler ist ein Jahr Gast im Kunstverein. Während der zwölf Monate will er eine Reihe von Situationen skizzieren, die sich an der Schnittstelle zwischen institutionellem, privatem und auch öffentlichem Raum befinden.

Thomas Geiger: Aus Bedürfnis wird Kunst

Weshalb titelt Geiger seine Ausstellung „Ein Ort für dringende Bedürfnisse“? Dazu gibt es eine Vorgeschichte. Geiger schlenderte neulich durch die französische Stadt Nizza, als sich plötzlich seine volle Blase bemerkbar machte. Er hielt Ausschau nach einer öffentlichen Toilette – oder nach einer gut versteckten Alternative. Doch er fand beides nicht. So blieb ihm nichts anderes übrig, als in eine Bäckerei zu gehen, deren Toilette zu nutzen und als Gegenleistung ein Stück Pizza zu kaufen.

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Geiger macht aus der Not eine Tugend. Er meint, dass das „Pinkeln eine essentielle biologische Funktion“ sei. Deshalb hat er sich des Themas angenommen und dem Kunstverein kurzerhand eine öffentliche Toilette verpasst. Erkennbar ist das stille Örtchen an einem Schild. Dieses ist nun an der Mauer vor dem Kunstverein angebracht, und weist Passanten auf den temporären Service an der Walsroder Straße hin.

Künstler Thomas Geiger modellierte diese Skulptur mit dem Titel "Eine Ecke zur Erleichterung

Künstler Thomas Geiger modellierte diese Skulptur mit dem Titel "Eine Ecke zur Erleichterung.

Wer das Klo nutzt, hat gleichzeitig auch die Gelegenheit, im Ausstellungsraum Geigers Skulptur mit dem Titel „Eine Ecke zur Erleichterung“ in Augenschein zu nehmen. Diese Plastik soll den Gegenpart zu dem neuen Angebot des Kunstvereins darstellen: Es handelt sich um eine modellierte Form von Langenhagens beliebtester Pinkelecke. Es stellt ein „Anti-Denkmal“ der bei Männern vorherrschenden „Unart“ des öffentlichen Urinierens, die, so der Künstler, „zumeist auch auf den Mangel öffentlicher Toiletten zurückgeht“.

Wetter: Mehr als nur Smalltalk-Thema

Bei der zweiten aktuellen Ausstellung handelt es sich um eine Arbeit von sechs Künstlern. Die drei Frauen und Männer malten zwei große Wandgemälde: Eins auf der Breitseite der ehemaligen Kegelbahn, in der der Kunstverein seit 2000 sein Domizil hat. Das andere in der Kapelle im Eichenpark.

Fünf statt sechs

Fünf statt sechs: Dieses Kollektiv hat die Schneelandschaft auf der Wand im Kunstverein gestaltet.

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Erst eine Woche vor der Vernissage hatte das Kollektiv aus Litauen Nick Bastis, Ona Kvintaite, Dalia Dudenaite, Liudvikas Buklys, Elena Narbutaite und Gintaras Didziapetris mit dem Malen begonnen. Wer glaubt, etwa ein Faden, ein Teppich oder ein Laserstrahl sind die verbindenden Elemente zwischen den beiden Orten, der irrt. Vielmehr ist es eine ideelle Verbindung und keine räumliche. Was die Werke eint, ist das Thema: Beide befassen sich mit dem Wetter. Das eine thematisiert den Schnee, das andere den Regen und wie Menschen sich vor dem Nass schützen.

Info: Sowohl die Wandgemälde der Gruppe als auch die Arbeiten von Thomas Geiger sind bis zum 14. April im Kunstverein zu sehen. Der Kunstverein öffnet mittwochs bis sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr. Der Schlüssel für die Kapelle kann dort abgeholt werden. Der Eintritt ist frei. Führungen können unter Telefon (0511) 778929 angemeldet werden.

Das zweite Bild des Kollektivs ist in der Kapelle im Eichenpark zu sehen

Das zweite Bild des Kollektivs ist in der Kapelle im Eichenpark zu sehen.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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