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Laatzen

Jugendschreibwettbewerb in Laatzen: Das ist der Siegertext der 14- bis 18-Jährigen: „Leo deckt auf“

Preisträgerin in der Alterskategorie 14 bis 18 Jahre: Die Pattenserin Sophie Fisser (15) hat die Jury mit ihrer Geschichte „Leo deckt auf“ überzeugt.

Preisträgerin in der Alterskategorie 14 bis 18 Jahre: Die Pattenserin Sophie Fisser (15) hat die Jury mit ihrer Geschichte „Leo deckt auf“ überzeugt.

Laatzen. Die 15-jährige Sophie Fisser aus Pattensen hat den Jugendschreibwettbewerb in der Kategorie 14 bis 18 Jahre gewonnen. Die Schülerin überzeugte die Jury mit ihrer Geschichte „Leo deckt auf“, die im Folgenden zu lesen ist:

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Mein Name ist Leo, und ich bin sieben Jahre alt. An einem sonnigen Tag, als ich gemütlich auf dem Terrassenstuhl saß und die Vögel beim Singen beobachtete, kam meine Meme in den Garten und setzte sich neben mich. „Was ist das heute für ein schöner, sonniger Tag!“, sagte sie und seufzte glücklich. Genau wie ich liebt sie Wärme und Sonnenschein, manchmal liegen wir gemeinsam auf dem Sofa, wenn sich ein heißer Sonnenstrahl darauf ausbreitet.

„Wir verstehen uns auch ohne Worte“

Ich habe meine Meme sehr gern, sie ist immer sehr lieb zu mir und erfüllt mir jeden Wunsch. An diesem warmen Tage saßen wir da, und sie nahm ihren Ehering ab. Ich schaute ihr in die Augen, wir verstehen uns auch ohne Worte. „Ich muss ihn polieren, damit er wieder glänzt“, sagte sie und ging hinein, um ein Tuch zu holen. „Pass gut auf ihn auf!“, rief sie mir im Weggehen zu. Ich setzte mich aufrechter hin und spitzte die Ohren. Niemand sollte unbemerkt an mir vorbeikommen!

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Ich musste nicht lange warten, bis Geräusche aus dem Haus ihre Rückkehr ankündigten. Plötzlich hörte ich ein Poltern. Ich sprang vom Stuhl hinunter und lief ins Haus, um nachzusehen. Meme ist sehr tollpatschig, wie alle ihre Freunde, und war hingefallen. „Verdammt“, fluchte sie und stand auf. Dann ging sie hinaus, ich hinterher. Draußen, kurz bevor wir den Tisch erreichten, sah ich plötzlich schwarze und weiße Federn aufblitzen. Ich schrie auf und rannte, so schnell mich meine Beine trugen, zum Tatort. Doch zu spät, die Elster hatte sich bereits den Ring meiner Meme geschnappt und war im Dickicht damit verschwunden. Meme weinte, ich war empört.

„Wir hatten ein Abkommen geschlossen“

Wir, die Elstern und ich hatten im Sommer letzten Jahres ein Abkommen geschlossen. Sie würden aufhören, die Sachen meiner Meme zu stehlen und mich in den Hintern zu zwicken, und ich würde darauf verzichten, sie und ihre Freunde zu jagen. Hier war ein Verbrechen geschehen! Außerdem hatte ich, der große, prächtige Leo, versagt, und meine Meme war Zeuge davon geworden.

In meinen ganzen sieben Jahren hatte ich niemals so (oder überhaupt) ein schlechtes Gewissen. Ich ging zu ihr hin und legte meinen Kopf in ihre Hände. Dann sah ich ihr in die Augen und leckte ihr eine Träne von der Wange. Sie streichelte mir über den Kopf und küsste meine Nase. Ich würde ihren Ring wiederfinden! Von den Verhandlungen im letzten Jahr wusste ich noch ungefähr, wo ihr Nest war und musste nicht lange suchen. Unterwegs dachte ich über den Sinn dieser Tat nach.

„Bist du Leo?“

Ich konnte durchaus nicht verstehen, warum diese Elstern ständig Dinge stehlen mussten, und ausgerechnet die meiner Meme! Dann erreichte ich das Gebüsch, in dem die Elstern ihr Nest hatten. Von innen war Gezwitscher zu hören, sie mussten Küken haben. Eine erwachsene Elster sah ich von unten jedoch nicht. So machte ich mich an die Kletterei: Stück für Stück, Ast für Ast. Oben sah ich sie, die kleinen, aufgeplusterten Küken. Sobald sie mich und meine Pracht sahen, hörten sie auf zu piepsen und erstarrten ehrfürchtig.

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Es kribbelte von der Schwanz- bis zu den Ohrenspitzen, doch ich bin eine ehrenwerte Katze und hielt mich an den Vertrag. Als ich eine Pfote ins Nest setzte, stoben die Küken auseinander. Nur ein einziges, etwas größeres blieb sitzen, wo es war und sah mich trotzig an. „Bist du Leo?“, fragte es. „Ja, ich bin Leo“, antwortete ich und sah es eindringlich an. „Mama und Papa haben gesagt, du darfst hier nicht herkommen!“, sagte es, plusterte sich auf und guckte böse.

„Richtet euren Eltern aus, dass sie jetzt ihre letzte Chance haben“

Ich blickte unbeeindruckt zurück (das kann ich gut) und sagte: „Deine Mama und dein Papa haben sich auch nicht an ihr Versprechen gehalten, oder?“ Ich deutete mit der Nase auf den silbern glänzenden Ring unter dem Küken. Als ich ihm näher kam, wich es jedoch zurück. Da wurde neben dem Ring noch ein alter, verrosteter Schlüssel sichtbar. Ich erkannte ihn sofort, er gehörte ebenfalls meiner Meme und schloss eine kleine Holzkiste auf, in der sie ihren Schmuck bewahrte. Laut ihr war es das Teuerste, was sie besaß und sie war sehr ärgerlich, als er verschwand.

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„Richtet euren Eltern aus, dass sie jetzt ihre letzte Chance haben. Ich weiß, wo ihr wohnt“. Damit nahm ich den Schlüssel und den Ring ins Maul und kehrte auf schnellstem Wege zu Meme zurück. Als sie mich sah, fing sie wieder an zu weinen. „Oh Leo!“, rief sie und lachte.“ Leo! Du bist der beste Kater auf der Welt!“ Ich schnurrte und rieb meinen Kopf an ihrem Gesicht. Dadurch bekam ich zwar die Tränen ab, aber ausnahmsweise ließ ich ihr das durchgehen.

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„Wir verbrachten einen wunderbaren Restsommertag“

Sie nahm mich auf den Arm (auch das ließ ich nur ausnahmsweise zu) und trug mich nach oben. Dort schloss sie die Kiste auf und steckte sich ihre Lieblingsohrringe an. Dann gab sie mir eine Schale feinsten Thunfisches und eine mit Sahne, dazu Katzenmilch.

Während ich aß, streichelte sie mich unentwegt und küsste mich auf den Rücken. Als ich fertig war, gingen wir nach draußen und verbrachten dort einen wunderbaren Restsommertag.

Von Sophie Fisser

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