Garbsen

So gewinnt der Tennisverein Berenbostel junge Mitglieder

Nur eine Person ist älter als 40 Jahre: Der Tennisverein Berenbostel hat einen neuen jüngeren Vorstand bei seiner Jahresversammlung gewählt.

Nur eine Person ist älter als 40 Jahre: Der Tennisverein Berenbostel hat einen neuen jüngeren Vorstand bei seiner Jahresversammlung gewählt.

Berenbostel. Parteien, Kirchen und Feuerwehren: Viele Organisationen klagen über Mitgliederschwund. Auch bei Vereinen fehlt oft der Nachwuchs – so sehr, dass das sogar die Existenz bedrohen kann, wie derzeit beim Heimatverein Berenbostel. Beim dortigen Tennisverein sieht das jedoch seit einigen Jahren etwas anders aus. Der Club hat sich Strategien gegen den Trend überlegt, die nun ihre Früchte tragen. Die jüngste Veränderung hat der Verein gerade erst abgeschlossen: Auf der Jahresversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt – und stark verjüngt. Neuer Vorsitzender ist Florian Both, seine Frau Katharina die Stellvertreterin. Insgesamt ist das Vorstandsteam um mehr als die Hälfte jünger geworden. Einzig der Schatzmeister Helmut Buschmann liegt beim Alter jenseits der 40.

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Mitgliederzahlen steigen wieder

Wie kann das gehen? Ein Geheimrezept sei die Familie, meint Buschmann. Dass der Verein eine Eltern, Großeltern und Kinder anzieht, zeigt sich auch bei der Versammlung, bei der sich Alte und Junge im Vereinsheim treffen. Die Familie ist mit den beiden Bothes auch im Vorstand vertreten. Und der scheidende Vorsitzende, Dieter Koschmieder, gibt quasi seinem Sohn als Stellvertreter die Klinke in die Hand. Zwischen 2000 und 2008 ist die Mitgliederzahl beim Tennisverein Jahr um Jahr gesunken – zuletzt auf 170 Personen. Zu Hochzeiten des 50 Jahre alten Vereins waren gar 450 Leute beteiligt. Um dem Trend entgegenzuwirken, haben sich Mitglieder zusammengesetzt und neue Ideen entwickelt. 2016 habe es dann einen steilen Anstieg in der Mitgliederkurve gegeben, sagt Buschmann. 305 Mitglieder hat der Verein heute, darunter 289 Aktive und 69 Jugendliche sowie Kinder.

Maßgeblich verantwortlich dafür ist das sogenannte Schnupperprogramm – Interessierte können für einen günstigeren Preis in den Verein eintreten und den Sport ausprobieren. Häufig enden solche Angebote im Nichts – die Schnuppermitglieder verlassen die beschnupperte Stelle wieder. Doch dem Tennisverein ist es gelungen, einige davon zu halten. Und den jungen Neumitgliedern wolle man direkt Verantwortung übertragen, meint Buschmann. Damit es nicht bei einem kurzzeitigen Aufschwung bleibt, solle in die Integration der Schnuppermitglieder aber weiter verbessert werden.

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Finanzielle Vorteile

Die steigende Mitgliederzahl hat auch finanziell Vorteile für den Verein. Durch die hohe Beitragssumme kann der Klub in neue Projekte investieren, die wiederum für Interessierte nach außen attraktiv wirken sollen. „Erfolg generiert Erfolg“, sagt Buschmann. Noch vor dem Anspielen am 1. Mai soll die Flutlichtanlage fertig sein. Und auch die Liste der weiteren Pläne ist lang: Ein interaktives Buchungssystem mit Platzreservierungen, neue fest verankerte Linien auf dem Platz und ein elektronisch steuerbares Bewässerungssystem. Etwa 25.000 Euro wird das den Verein kosten. Seit Ende 2018 ist der Verein laut Buschmann zudem schuldenfrei. Das 80.000 Euro-Darlehen vom Umbau der Tennishalle 2015 hätten sie schnell abgestottert. Für Buschmann der entscheidende Faktor: „Konservative Finanzwirtschaft – so wie ich das Zuhause mache“.

Tennisverein Berenbostel wählt neuen jüngeren Vorstand bei seiner Jahresversammlung im Januar 2019

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Von Sebastian Stein

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