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DNA-Spuren

Zoo-Viertel-Mord könnte mit weiteren Morden zusammenhängen

AM 4. MAI 2015 ERMORDET: Andrea K.

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Hannover.Eine DNA-Spur aus Hannover könnte eines der rätselhaftesten Verbrechen der deutschen Kriminalgeschichte aufklären – die Göhrde-Morde.

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Im Sommer 1989 wurden zwei Ehepaare im Staatsforst Göhrde (Kreis Lüneburg) innerhalb kurzer Zeit ermordet. Der Täter floh jeweils mit den Autos seiner Opfer. In einem Wagen fanden die Beamte zwei Haare ohne Wurzel. Damals gab es noch keinen DNA-Beweis.

Offenbar wurde die „Ermittlungsgruppe Göhrde“ (vier Beamte) der Lüneburger Polizei nun fündig. Die DNA soll mit einer Spur aus dem Zoo-Viertel-Mordfall übereinstimmen. Im November 2015 wurde Florian K. (29) zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte am 4. Mai seine Geliebte, die Unternehmerin Andrea K. (49), ermordet. An einem Flaschenhals fanden die Spurensicherer nach NP-Informationen eine weibliche DNA-Spur, die sich nicht zuordnen ließ.

Wiebke Bethke, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lüneburg, wollte die NP-Informationen nicht bestätigen: „Solange wir keine gesicherten Erkenntnisse haben, sagen wir nichts.“ Dem Vernehmen nach hat die Staatsanwaltschaft rund fünf Frauen, die älter als 50 Jahre sind, aus dem Umfeld von Andrea K. zu einer DNA-Probe aufgefordert. Ein Treffer soll bislang nicht darunter sein. Es geht den Ermittlern auch nicht darum, den Zoo-Viertel-Mord neu aufzurollen. Die Beweislage in dem Fall gilt als eindeutig. Anwalt Raban Funk vertrat im Zoo-Viertel-Mordfall die Schwester des Opfers. Er sagte zur NP: „Meines Wissens sucht man nach einer Frau.“

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Das ist in mehrfacher Hinsicht sehr überraschend. Bei den Göhrde-Morden suchte die Polizei mit einem Phantom-Bild nach einem kräftigen, etwa 40 Jahre alten Mann. Polizeipsychologen charakterisierten den Täter als „aggressiv, gefühlskalt, Einzelgänger, sexuell gestört, psychisch krank, überkorrekt und introvertiert“.

Das zweite Paar fiel dem Mörder am 12. Juli 1989 zum Opfer. Dem Mann (43) wurde von hinten in den Kopf geschossen. Er stammte aus Ronnenberg. Seiner Freundin (46), einer Kur-Bekanntschaft, wurde von hinten der Schädel zertrümmert. Die entkleideten Leichen der ersten Opfer (45, 51) waren so stark verwest, dass sich die Todesursache nicht mehr feststellen ließ. Sie wurden erst sieben Wochen später im Wald gefunden.

Genau an dem Tag, als der Göhrde-Mörder 800 Meter entfernt vom Fundort der ersten Leichen Opfer drei und vier tötete. Über Jahre mieden Spaziergänger den Staatsforst; im Volksmund hieß er „Totenwald“.

Von Thomas Nagel und Harald Grube

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