Gastro-Typen

Wollen Sie irgendwann zurück nach Mallorca, Oldus Weißer?

In der „Speiserei“: Oldus Weißer betreibt sein Lokal seit 2017.

In der „Speiserei“: Oldus Weißer betreibt sein Lokal seit 2017.

Hannover. Im Herbst 2017 eröffnete Oldus Weißer (54) seine „Speiserei“. Das von seiner Frau Christina eingerichtete, helle Lokal führt der gebürtige Hannoveraner mit seiner Ehefrau sowie mit seiner Schwägerin Nina. Das Team serviert Crossover-Küche zwischen Wiener Schnitzel und thailändischer Tom Ka Gai.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wie sind Sie zur Gastronomie gekommen?

Ich wollte schon als junger Mann Koch werden und vor meinem 30. Geburtstag mein erstes eigenes Restaurant haben. „Chez Oldus“ sollte es heißen, weil wir damals sehr frankophil waren und auch viel in Frankreich gelebt haben. Aber dann kam es anders und ich habe mit 30 den „Fasanenkrug“ übernommen. Selbstständig sein wollte ich immer.

Nun heißt ihr Restaurant nicht „Chez Oldus“, sondern „Speiserei“. Wie kamen Sie auf den Namen?

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der ist mir beim Autofahren eingefallen und ich fand ihn direkt gut (lacht).

Wie ein Wohnzimmer: So sieht das Ambiente des Lokals aus.

Wie ein Wohnzimmer: So sieht das Ambiente des Lokals aus.

Sie haben sieben Tage pro Woche geöffnet. Wie sieht ein klassischer Tag in der „Speiserei“ aus?

Zuerst setze ich mich mit unseren Köchen hin und trinke einen Kaffee. Wir tauschen uns aus und starten langsam in den Tag. Ich habe ein tolles Team hier. Manche meiner Köche sind sogar seit dem ersten Tag hier, und mir ist es sehr wichtig, dass sie alle gern zur Arbeit kommen. Im Moment ist der Laden so strukturiert, dass ich hier sein kann – aber nicht muss. Ich genieße es inzwischen sehr, an einem Samstagabend auch mal mit meiner Frau und meiner jüngeren Tochter essen und ins Kino zu gehen.

Oldus Weißer

* 6. Juni 1967 in Hannover. Seine Ausbildung zum Koch absolvierte er im „Café an der Marktkirche“. Mit 30 übernahm er das Restaurant „Fasanenkrug“. Ein Jahr später wanderte er nach Mallorca aus und eröffnete dort ein Restaurant in Sol de Mallorca, das er 18 Jahre führte. Mit seiner Frau und seiner Schwägerin eröffnete er vor fünf Jahren das Restaurant „Speiserei“ in den Räumlichkeiten des ehemaligen „Rampoldi“ an der Berliner Allee. Weißer lebt mit seiner Frau, zwei Töchtern und ihrem Hund, einem Havaneser, in Kleefeld.

Das heißt, Sie sitzen nicht mehr jeden Abend mit Ihren Gästen auf ein Glas Wein zusammen?

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Nein. Das habe ich auf Mallorca 18 Jahre lang in meinem Restaurant in Sol de Mallorca gemacht, und ich war es irgendwann müde. Es schlaucht auch. Ich bin froh, dass ich den Laden hier mit meiner Schwägerin mache und wir uns viele Aufgaben teilen können.

Wollen Sie irgendwann nach Mallorca zurück gehen?

Ich rede nicht gern von dem, was ich irgendwann machen möchte. Ich lebe im Hier und Jetzt, und jetzt mache ich die „Speiserei“ – und das bestimmt noch zehn Jahre. Das Restaurant läuft super und wir sind sehr zufrieden. Wenn ich Mallorca vermisse, buche ich mir einen Flug, bin sehr schnell in unserem Haus und genieße den Blick über die Landschaft.

Legenden an den Wänden: Gäste speisen unter den Blicken von Jean-Paul Belmondo, Brigitte Bardot und Anthony Quinn.

Legenden an den Wänden: Gäste speisen unter den Blicken von Jean-Paul Belmondo, Brigitte Bardot und Anthony Quinn.

Auf der Speisekarte der „Speiserei“ stehen ganz unterschiedliche Gerichte, von Tafelspitz über Tom-Ka-Gai-Suppe bis zum Wiener Schnitzel. Sind das alles Ihre Lieblingsgerichte?

Auf jeden Fall. Ich bin ein großer Fan von einem guten Schnitzel. Das ist bei uns vom Kalb und kostet unter zwanzig Euro. Mir ist wichtig, dass unsere Gäste wissen, dass sie hier eine top Qualität bekommen. Wir kochen weder mit Geschmacksverstärker noch mit Pulver oder Bindemitteln Wir bereiten Brühe selbst zu, jede Sauce und jede Jus.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Lesen Sie auch

Fünf Lebensmittel, die Sie auf eine einsame Insel mitnehmen würden?

Fleisch, Gemüse, Fisch, Wasser und Bier.

Was machen Sie als Ausgleich zu Ihrer Arbeit?

Ich laufe sehr gern und regelmäßig. Wir wohnen ja in Kleefeld, und dort kann man wunderbar in den Wald eintauchen und abschalten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wohin gehen Sie gern essen, wenn Sie nicht selbst kochen oder in Ihrem Lokal sind?

Ich gehe sehr gern zu Oliver Hörstmann ins „Enrico Leone“. Wir sind gut befreundet. Letztens war ich im „Anesis“ an der Bödekerstraße essen, das ist auch sehr zu empfehlen.

Sieht dem Jahr optimistisch entgegen: Weißes Reservierungsbuch ist gut gefüllt.

Sieht dem Jahr optimistisch entgegen: Weißes Reservierungsbuch ist gut gefüllt.

Welche Ziele haben Sie für 2022?

Ich würde unsere Terrasse gern etwas schöner machen und mir neue Schirme gönnen. Aber die sind sehr teuer, wenn sie wind- und wetterfest sein sollen – was ja nicht so verkehrt ist, wenn man sich die Stürme der letzten Zeit anschaut.

War Corona eine harte Bewährungsprobe oder sind Sie gut durch die Pandemie gekommen?

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wir haben in der Zeit sehr viel außer Haus verkauft und einen tollen Support durch unsere Gäste gehabt. Außerdem gab es ja auch Hilfen vom Staat. Die wir jetzt alle nachversteuern müssen, aber darauf habe ich mich mit meinem Steuerberater gut vorbereitet. Wir sehen nach wie vor, wie dankbar die Gäste sind, wieder essen gehen zu dürfen. Im Reservierungsbuch stehen viele Hochzeitsfeiern. Dem Jahr 2022 sehen wir sehr positiv entgegen.

Von Luisa Verfürth

Mehr aus Hannover

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen