Der TOPNEWS-Letter

Wir gefährden unsere Kinder

Arzneimittel-Mangel in Gifhorner Apotheken: Oft hilft nicht mal mehr der Wechsel zu einem anderen Hersteller.

Arzneimittel-Mangel in den Apotheken - gerade bei Kindermitteln ist die Lage besonders kritisch.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Auftrag für uns Erwachsenen ist klar formuliert. Wir haben uns, ob wir das nun familiär oder aber gesamtgesellschaftlich betrachten, um die Kinder zu kümmern. Doch was so selbstverständlich einfach klingt, scheint uns derzeit zu überfordern. Während der Corona-Pandemie haben Kinder aus Rücksicht auf Senioren oder andere vulnerable Gruppen auf Schule, Freunde, Bewegung und so einige wichtige Erfahrungen verzichtet. Und jetzt? Jetzt sind wir Erwachsenen nicht in der Lage, dass Nötigste für sie zu organisieren. Dabei sind nicht nur die Kinderkliniken in dieser RSV-Erkältungswelle strukturell und personell massiv überfordert. Auch bei der Versorgung der kleinen Patienten, die nicht so krank sind, dass sie in eine Klinik müssen, gibt es ein gewaltiges Problem. Ärztinnen und Ärzte beklagen bereits seit Wochen und Monaten Engpässe bei Fieber- und Schmerzmitteln, das Personal in den Apotheken muss immer häufiger ratlos mit den Schultern zucken, wenn besorgte Eltern nach Medikamenten für ihre Kinder fragen.

Gerade bronchialerweiternde Mittel seien für viele Babys, Kleinkinder und Kinder mit Asthma für die Behandlung der derzeitigen Atemwegsinfekte wichtig, sagt etwa die Kinderärztin Margarete Daiber-Helmbold aus Laatzen. Doch gerade diese in Hannover zu bekommen, sei nicht so einfach. „Eltern fahren nach der Diagnose ihres schwerkranken Kindes von Apotheke zu Apotheke, nur um zu hören: Derzeit nicht lieferbar“, so die Medizinerin. Es ist ohne Frage ein unhaltbarer Zustand, der sich da mit einer langen Vorlaufzeit entwickelt hat. An den Kinderkliniken wird seit Jahren gespart, bei Medikamenten zu sehr auf den Preis geschielt. Man hat sich so eindeutig auf die indischen und asiatischen Produzenten verlassen, dass man ihre Lieferschwierigkeiten nicht ausgleichen kann - weil es schlicht gar keine europäischen Kapazitäten gibt.

Es ist höchste Zeit, dass sich in der Gesundheitsversorgung gerade auch für die Kinder schnell etwas ändert. Die Gesundheitsministerkonferenz am morgigen Dienstag hat jetzt die Gelegenheit dazu, die Weichen in Richtung Zukunftsfähigkeit zu setzen. Und um kurzfristig alles zu tun, um das Gesundheitssystem zu stabilisieren. Gerade im Sinne der Kinder, die sich auf uns verlassen müssen.

Die Regale  in den Apotheken der Stadt sind besonders bei Mitteln für Kinder leer.

Die Regale in den Apotheken der Stadt sind besonders bei Mitteln für Kinder leer.

 

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Zoran Pantic

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