Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

TV-Show

Wie Marvin Linke bei „Unbreakable“ seine Ängste loswerden will

Sympathisch und stark: Hannovers Schauspieler Marvin Linke hat sich in der RTL-Sendung „Unbreakable“ seinen Ängsten gestellt.

Sympathisch und stark: Hannovers Schauspieler Marvin Linke hat sich in der RTL-Sendung „Unbreakable“ seinen Ängsten gestellt.

Hannover. Wer ihn kennt, erlebt ihn so: lächelnd, liebevoll und leidenschaftlich. Irgendwie hat Marvin Linke (29) was von Sonnenschein und Schwiegermutters Liebling. Es fällt schwer, darauf zu kommen, dass der Schauspieler ein gewaltiges persönliches Paket zu tragen hat. Und das hat er – wie viele andere Menschen auch. „Es fällt mir schwer Gefühle zu zeigen, ich renne vor Problemen weg“, gesteht Linke persönliche Defizite.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Da kam ein Angebot für ein außergewöhnliches TV-Format wie gerufen: Linke macht bei „Unbreakable – Wir machen dich stark!“ mit, die erste von sechs Sendungen läuft am 10. November um 20.15 Uhr bei RTL. „Als mich die Anfrage erreichte, habe ich mich gefragt, wie sie ausgerechnet auf mich kommen.“

Er hatte Rollen in „Ostwind“ und „Das Boot“

Der 29-Jährige ist ja so etwas wie ein RTL-Gewächs, war als Moritz Schönfeld in der Soap „Unter uns“ zu sehen. Nach sechs Jahren und 1542 Folgen war 2016 Schluss in der Serie, eine Karriere als Hauptdarsteller in der Kinoreihe „Ostwind“ sowie Rollen in der Sky-Serie „Das Boot“ folgte.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
„Ostwind“-Stars: Marvin Linke (rechts) und Schauspielkollege Matteo Miska bei der Premiere von „Ostwind – Der große Orkan“ im Mathäser Filmpalast in München.

„Ostwind“-Stars: Marvin Linke (rechts) und Schauspielkollege Matteo Miska bei der Premiere von „Ostwind – Der große Orkan“ im Mathäser Filmpalast in München.

„Shows wie diese sind nicht so mein Metier. Es fiel mir schwer, mich auf etwas einzulassen, von dem ich nicht wusste, was da auf mich zukommt“, sagt er. Doch ehe er von seinen Erfahrungen erzählt, betont er: „Es war eine der geilsten Erfahrungen meines Lebens.“

Darum geht’s: Zehn Promis – fünf Frauen, fünf Männer – landen in einem Camp in Kroatien. Sie schlafen auf Feldbetten, kochen selbst, leben auf engstem Raum zusammen. Drei Coaches mit militärischem (!) und psychologischem Hintergrund sollen den Kandidaten dabei helfen, ihre Probleme zu überwältigen und zu überwinden. Inhaltlich ist allerlei dabei: Verlustängste, Alkoholsucht, Traumata wie Vergewaltigung und Abschiebung.

Wohin die Reise geografisch geht und teilnimmt, wusste Linke bis zum Schluss nicht. „Ich habe mein Flugticket drei Tage vorher bekommen.“ Erst, als die Gruppe in dem Camp bei Opatija angekommen war, jeder sein Handy abgegeben hatte und jedem die Kapuze vom Kopf gezogen wurde, wussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, woran sie waren. Linke kannte zwei Mitstreiter bereits persönlich: Schauspielerin Mimi Fiedler (46, Alkoholsucht) und „GZSZ“-Star Eric Stehfest (32, Drogen, Gewalt und sexueller Missbrauch).

Haben alle ihr Päckchen zu tragen: (von links) Schauspieler Eric Stehfest, Schauspielerin Mimi Fiedler, Schauspieler Christian Kahrmann („Lindenstraße“), Degenfechterin Monika Sozanska, Schauspieler Hardy Krüger Jr., Ex-„Let’s Dance“-Star Ekaterina Leonova, Boxprofi Susi Kentikian, Ex-„GZSZ“-Star und Popmusikerin Jasmin Tawil, Schauspieler Marvin Linke und Comedian Osan Yaran.

Haben alle ihr Päckchen zu tragen: (von links) Schauspieler Eric Stehfest, Schauspielerin Mimi Fiedler, Schauspieler Christian Kahrmann („Lindenstraße“), Degenfechterin Monika Sozanska, Schauspieler Hardy Krüger Jr., Ex-„Let’s Dance“-Star Ekaterina Leonova, Boxprofi Susi Kentikian, Ex-„GZSZ“-Star und Popmusikerin Jasmin Tawil, Schauspieler Marvin Linke und Comedian Osan Yaran.

„Anfangs war ich ziemlich überwältigt von den Problemen und Schicksalsschlägen der anderen“, so Linke. Er sprach zunächst nicht viel, laufende Kameras rund um die Uhr machten es nicht einfacher. Nach ein paar Tagen löste sich sein Knoten: „Ich habe begriffen, dass man Probleme nicht vergleichen kann.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Seelische und körperliche Ausnahmezustände

Die Challenge – 18 Tage lang wurde gedreht – hatte es in sich: Liegestützeinheiten, emotionale Gespräche und eine Hindernisbahn sorgte für körperliche und seelische Ausnahmezustände bei den Teilnehmern, reichlich Tränen inklusive.

„Wichtig war es, sich zu öffnen, sonst ergibt das Ganze doch keinen Sinn“, sagt Linke. Und so entschied er sich, über den frühen Auszug von zu Hause, den frühen Einstieg ins Arbeitsleben (mit zwölf stand er in Köln schon vor der Kamera), die Sorge um die kranke Mutter, den Verlust von lieben Menschen wie seinem Stiefvater und seiner Oma – beide starben kurz nacheinander an Krebserkrankungen – offen zu reden. Und daran zu arbeiten, nicht daran zu zerbrechen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Gedanken, dass das passieren könnte, hatten ihn schon während des Stillstandes in der Corona-Pandemie eingeholt: „Mir ist bewusst geworden, dass ich Jobs angenommen habe, um abzuhauen und mich meiner Trauer nicht stellen zu müssen.“ Die Show hat, so viel darf verraten werden, geholfen. „Ich habe es noch nie zuvor erlebt, nur bei mir selbst zu sein.“ Das Vorhaben, gestärkt aus der Nummer rauszukommen und neue Freundschaften zu schließen (eine Whatsapp-Gruppe gibt es immer noch), ist geglückt – trotz des Drills.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Kehrte auch im NP-Gespräch sein Inneres nach Außen: Marvin Linke und NP-Redakteurin Mirjana Cvjetkovic.

Kehrte auch im NP-Gespräch sein Inneres nach Außen: Marvin Linke und NP-Redakteurin Mirjana Cvjetkovic.

„Es ist unfassbar, was ich über mich und die anderen gelernt habe und über welche Schatten ich gesprungen bin“, resümiert der Schauspieler. Sein Selbstwertgefühl ist dort, wo es sein soll. „Es ist toll, das Gefühl zu haben, dass andere an deiner Geschichte interessiert sind.“

„Unbreakable“ läuft immer mittwochs um 20.15 Uhr bei RTL und jeweils eine Woche vorab im Stream bei RTL+.

Von Mirjana Cvjetkovic

Mehr aus Hannover

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.