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Dinner-Premiere am 15. Oktober

Werbeprofi Bendig will beim „Clubschmaus“ virtuelle und reale Welt verbinden

Zunge zeigen: Christian Bendig veranstaltet ein reales „Clubschmaus“-Dinner für die digitale Clubhouse-Community.

Zunge zeigen: Christian Bendig veranstaltet ein reales „Clubschmaus“-Dinner für die digitale Clubhouse-Community.

Hannover."Eigentlich habe ich ja eher eine analoge Denke", sagt Christian Bendig (53) mit einer Mischung aus Humor und Selbstkritik. Dafür ist der Chef der Marketingagentur "Da Capo" aber tief eingestiegen in das "Clubhouse"-Universum. Im Frühjahr machte die digitale Gesprächsplattform (für die man als iPhone-Nutzer damals eine exklusive Einladung brauchte) Furore: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65) hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (67) in einem Talk despektierlich als "Merkelchen" bezeichnet und zugegeben, "Candy Crush" während eines Corona-Gipfels gespielt zu haben.

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Aufregung, Skandal – und ein Hype um die App, die wie eine altmodische Telefonkonferenz funktioniert und weltweit viele Fans gewann. In Deutschland ist dieser Hype schon wieder abgeebbt. Bendig hat er jedoch nicht mehr losgelassen. Er geht nicht so weit, zu sagen, dass „Clubhouse“ sein Leben verändert habe – „aber es hat interessante neue Facetten reingebracht, das Thema ist einfach faszinierend.“

Bendig will nicht nur lauschen, sondern talken

Bendigs erstes "Clubhouse"-Erlebnis war ein intimer Talk mit Ex-"Tagesschau"-Sprecherin Dagmar Berghoff (78, "Da fehlte nur das Knistern des Kaminfeuers"). Der Hannoveraner leckte Feuer, wollte nicht nur Gesprächen lauschen, sondern selber aktiv werden – schon fünfmal hat er als Gastgeber in die virtuelle "Schwatzwaldklinik" eingeladen, mit Finanz-Kabarettist Chin Meyer (61) lockte er 80 Menschen in seinen virtuellen "Raum". Mit dem umtriebigen "11a"-Wirt Christoph Elbert (59) macht er in loser Folge das Format "in 80 Tagen um die Welt". Hier stellte er gleich zu Beginn eine interessante Verbindung zwischen realer und digitaler Welt fest.

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Gastrosophische Talks: Christoph Elbert und Verena Schindler vom Restaurant „11a“ sind ebenfalls aktiv bei „Clubhouse“.

Gastrosophische Talks: Christoph Elbert und Verena Schindler vom Restaurant „11a“ sind ebenfalls aktiv bei „Clubhouse“.

Vor vielen Jahren hatte Bendig ein Elbert-Lokal für eine Schnitzelreportage besucht, erst bei "Clubhouse" wurde er wieder auf den Wirt und dessen "gastrosophische" Talks "Feed your head" aufmerksam. "Zwei Tage später saßen wir auf einem Espresso zusammen." In den harten Corona-Monaten im Frühjahr sei "Clubhouse" eine willkommene Plattform für digitalen Austausch gewesen. "Aber jetzt ist die Sehnsucht nach Kontakten groß, man will wieder raus", findet er. "Real Life" sei angesagt.

Bei „Clubschmaus“ sind die Gäste das Programm

Und genau das will er mit seinem "Clubschmaus-Dinner" bedienen. Am 15. Oktober veranstaltet er ab 19 Uhr im Lokal "Frau Hoppe" (Am Landwehrgraben 29) "ein Abendessen, bei dem die Gäste das Programm sind". Für 45 Euro pro Person gibt es drei Gänge – und hoffentlich gute Gespräche. "Es geht um die Begegnung", betont der 53-Jährige Werbeexperte, der Menschen aus Hannover, der Region oder aus Radius bis 80 Kilometer vernetzen will. So wie er es auch selbst erlebt hat, als NDR-Urgestein Uwe Bahn (63) seine "Clubhouse"-Community zur realen Tour durch das Hamburger Schanzenviertel einlud und am nächsten Morgen mit ihnen an Bord eines Elbdampfers sieben Stunden nach Lüneburg schipperte.

Gastgeber: Christian Bendig und Christine Hoppe veranstalten das Dinner im Lokal „Frau Hoppe“.

Gastgeber: Christian Bendig und Christine Hoppe veranstalten das Dinner im Lokal „Frau Hoppe“.

Das hat Bendig nachhaltig beeindruckt. Marke und Logo (eine knallrote Zunge) für „Clubschmaus“ hat sich er sich patentrechtlich schützen lassen. Wichtig ist ihm, dass die App „Clubhouse“ aus der Internetschmiede Alpha Exploration damit nichts zu tun hat. „So eine amerikanische Abmahnung wird teuer“, weiß er.

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Weltweiter Hype um eine App: Im Frühjahr war „Clubhouse“ exklusive für iPhones, inzwischen gibt es eine Android-Version.

Weltweiter Hype um eine App: Im Frühjahr war „Clubhouse“ exklusive für iPhones, inzwischen gibt es eine Android-Version.

Mit dem Dinner will Bendig die Brücke schlagen zwischen den virtuellen Talks und dem echten Leben. Wobei er die Gesprächskultur in der App durchaus schätzt: „Man geht sehr respektvoll miteinander um, da ist eine große Ernsthaftigkeit.“ Deutschland sei aber als Markt nicht im Fokus der Macher: „USA ist ein großer Markt. Indien auch – das sind bis zu 8000 Leute in einem Raum.“

Das Potenzial sieht der Marketing-Mann aber auch in Deutschland. „In Hamburg nutzen Leute aus der Tourismusbranche die Plattform. Da bieten sich tolle Möglichkeiten, für eine Stadt zu werben.“ So analog klingt Bendigs Denke nicht!

Von Andrea Tratner

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