Forschung Hannover

Wellenkanal für 35 Millionen Euro vor dem Start

MODELLOBJEKT: Mit diesem kleinen, etwa 32 Meter langen Wellenkanal soll ermittelt werden, wie der zehn Mal größere „echte“ Wellenkanal am besten erweitert und ausgestattet werden kann.

MODELLOBJEKT: Mit diesem kleinen, etwa 32 Meter langen Wellenkanal soll ermittelt werden, wie der zehn Mal größere „echte“ Wellenkanal am besten erweitert und ausgestattet werden kann.

Hannover. Die Forscher hier haben nicht mehr den größten Wellenkanal, doch sind sie dabei, das wett zu machen: „Die Chinesen haben uns da 2015 übertrumpft, doch künftig werden wir dafür den besten Wellenkanal der Welt haben“, sagt Torsten Schlurmann. Der ist Professor an der Leibniz-Uni und Projektleiter für die Erweiterung des großen Wellenkanals (GWK) am Forschungszentrum Küste (FZK) in Hannover. Um das große Ziel zu erreichen, stellt allein das Bundeswirtschaftsministerium 35 Millionen Euro für „GWKplus“ bereit – laut Schlurmann ist es damit „das größte derzeit vom Ministerium geförderte Projekt“.

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Die Vorbereitungen laufen, zwei Jahre Bauzeit sind geplant – in dieser Zeit kann der 320 Meter lange GWK nicht genutzt werden. Misslich nur: Seit fast einem Jahr wartet man auf die Baugenehmigung durch die Stadt Hannover. Teilgenehmigungen lägen zwar vor, doch spätestens im April soll die Erweiterung richtig losgehen. Schlurmann: „Wir haben uns alle Mühe gegeben. Und jetzt müssen wir schauen, dass wir nicht zu sehr in Verzug geraten, auch wegen der Fördermittel“ – sonst wird das Geld womöglich in Frage gestellt und hieße es in Berlin: „Könnt ihr das überhaupt bauen in Niedersachsen?“

DER GROSSE WELLENKANAL

DER GROSSE WELLENKANAL: Das Bild aus dem Sommer 2018 zeigt Vorbereitungen für ein Projekt, welches die Wirkung von Sturmfluten auf Salzwiesen simulieren sollte.

Der kommende sogenannte „GWKplus“ soll können, was bisher nicht möglich ist: Dank verbesserter Wellenmaschinerie und hinzugefügter Strömungseinrichtung wird man im Stadtteil Marienwerder nahe Garbsen künftig Ebbe und Flut simulieren können, „und das auch mit großen Wellen“. Der Ingenieur schwärmt: „Die Pumpen werden eine Leistung von 15.000 Litern je Sekunde haben – das sind dann wahrscheinlich die stärksten, die in Deutschland installiert sind!“

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IN AKTION

IN AKTION: Der Modell-Wellenkanal ist in Betrieb gegangen.

Und damit man weiß, was man am bestehenden GWK ändern und wie man alles einrichten soll, ist nebenan ein Modellkanal gebaut worden (miniGWKplus). Der ist ein Zehntel so groß, also etwa 32 Meter lang - und aus Glas, damit alle gut zu beobachten ist. Am Dienstag ist der „originalgetreue“ Modellkanal offiziell in Betrieb gegangen. Warum der Aufwand? Schlurmann: „Wir wollen lernen, wie der große Wellenkanal am besten zu betreiben ist und bei dessen Erweiterung keine Fehler machen – daher üben wir lieber erstmal im Kleinen!“. Alles zusammen läuft unter dem Großforschungsprojekt „marTech“ von Leibniz-Uni und der Technischen Universität Braunschweig.

Von Ralph Hübner

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