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KAMPFHUNDDISKUSSION

Warnung vor der Chico-Verschwörung

ANLASS FÜR DISKUSSIONEN: Der inzwischen eingeschläferte „Chico“ während einer Gassi-Tour am Tierheim Hannover.

ANLASS FÜR DISKUSSIONEN: Der inzwischen eingeschläferte „Chico“ während einer Gassi-Tour am Tierheim Hannover.

HANNOVER.Nachdem der Hund Chico, der vor bald drei Wochen sein Herrchen (27) und dessen Mutter (52) totgebissen hat, am Montag eingeschläfert worden ist, herrscht weiter Aufregung unter echten als auch fragwürdigen Tierfreunden: Im Internet wird an einer Art Verschwörungstheorie gearbeitet, das Tierheim wird von Hackern angegriffen, die Staatsanwaltschaft prüft, ob etwa Äußerungen gegen Mitarbeiter des Veterinäramts der Stadt strafrechtlich relevant sind. Zu guter letzt soll am Sonntag für den toten Staffordshire-Terrier-Mischling eine „Mahnwache“ abgehalten werden, für die sich auch die Polizei interessiert.

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Im Internet wird derzeit verbreitet, dass Chico angeblich nur seinen krankheitsbedingt handlungsunfähig und leblos darniederliegenden Besitzer beschützen wollte und dabei dessen Mutter etwas zu heftig anging, quasi aus Versehen tötete – das bewiesen Dokumente der Polizei. Doch vorgelegt wird dazu nichts. Auch wird behauptet, Chico sei nicht am Montag eingeschläfert worden, sondern bereits am Freitag davor – nicht, weil Experten sich während einer medizinischen Untersuchung des Hundes darüber beraten haben, sondern weil es die Schwester des Hunde-Besitzers so gewollt habe. Belege dafür werden freilich nicht vorgelegt. Das alles hat die Polizeidirektion Hannover veranlasst, über den Kurznachrichtendienst „Twitter“ die Vorgänge nochmal zu erläutern und darauf hinzuweisen, dass weder Polizei noch Staatsanwaltschaft irgendeiner Organisation wie „Ein Herz für Pitbull und Co“ oder „Tierschutz Initiative Freie Hunde e.V.“ Akteineinsicht gewährt hätten.

Die „Mahnwache“ vor dem Veterinäramt der Stadt Hannover am Sonntag will die Polizei „im Auge behalten“ – wohl nicht zuletzt auch, weil es Hinweise gibt, dass dort Leute mitmischen wollen, die eher für rechtsextremes Gedankengut und Auftreten sowie als „Kampfhund-Fans“ bekannt sind.

Heiko Schwarzfeld, Chef des Tierheims Hannover, wo Chico seine letzten Tage verbrachte, hat derzeit auf Facebook die Tierheim-Seite deaktiviert – es gab „zu viele nicht konstruktiver Kommentare“. Nicht nur das: Auch die normale Web-Seite des Tierheims ist lahmgelegt, die Nutzerdatenbank wurde ausgelesen und manipuliert: „Wir wurden zwei Mal gehackt“, erklärt er und ist sicher, dass das mit dem Fall Chico in Zusammenhang steht – weil sie sich in Sachen Chico von einer Facebook-Seite vermeintlicher Tierschützer distanziert hat. Es gehe nur noch darum „zu zerstören“. Von der Mahnwache hält er nichts, will das nicht weiter kommentieren.

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Von Ralph Hübner

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