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Innenstadt

Verwahrlosung: Wirte und Händler in Sorge

Hannover, Thema "Verwahrlosung" der Innenstadt ; (Foto: Christian Behrens)

Hannover. Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben, gehören zum Stadtbild dazu. In Hannover wie andernorts. Damit haben Gastronomen und Gewerbetreibenden der Landeshauptstadt kein Problem. Anders ist es mit Aufdringlichkeit, Aggressivität und Penetranz, die manche Wohnungslose, Alkoholiker und Drogenkonsumenten an den Tag legen. Dieses Verhalten bereitet Wirten und Händlern zunehmend Sorge: „Bei uns wurde neulich ein Aschenbecher vom Tisch genommen und in den Eingangsbereich geschmissen“, berichtet Vassili Vassiliou, Inhaber des „Vince“ am Opernplatz.

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Als Vassiliou sein Restaurant eröffnete, gefiel ihm die Lage am Opernplatz  gut: „Es ist eigentlich einer der Vorzeigeplätze in Hannover.“ Gegenüber beobachtet er allerdings Szenen, die etwas ganz anderes vermuten lassen: „Da wird an das jüdische Denkmal gepinkelt und sich in den Büschen erleichtert.“

Der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, Martin Prenzler, weiß von diesen Vorkommnissen. Bedauerlich findet er, dass wegen der Präsenz von Obdachlosen, Alkoholikern und Abhängigen samt negativer Begleiterscheinungen an den öffentlichen Plätzen so mancher Hannoveraner weg bleibt: „Das ist schade.“ In einigen Bereichen der Innenstadt lässt es sich nur noch schwer aushalten. Dazu gehört der Andreas-Hermes-Platz  (Bericht unten) mit seiner großen Wasserlandschaft. Vor allem im Sommer könnte es auch ein schöner Ort für Familien sein. Doch die sind kaum bis gar nicht mehr dort anzutreffen.

Dafür ist der Andreas-Hermes-Platz fest in der Hand der Problem-Klientel.  Kleinere oder auch größere  Gruppen halten sich dort auf. Im Wasser schwimmt Müll – viele leere Schnapsflaschen und Kippen.  Immer wieder wird an den Holzzaun uriniert, der die Abgrenzung zur benachbarten Hotel-Baustelle ist. Prenzler bedauert: „Es gibt Orte in der Innenstadt, die zu Klosetts geworden sind.“ Das betrifft auch den Opernplatz, wo  Obdachlose im Sommer ihre Notdurft zwischen Hecken und Büschen verrichteten.

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Unweit des Opernplatzes kämpft Burgel Döhring, Chefin von Agatha-Moden an der Theaterstraße, mit den Auswirkungen des Verwahrlosungsproblems in Hannover. Obdachlose übernachten in der Einfahrt nebenan, Bettler kommen ins Geschäft – egal, ob Kunden da sind oder nicht. Burgel Döhring, die seit 43 Jahren ihre Boutique betreibt, findet: „Das Stadtbild von Hannover hat sich in den vergangenen vier Jahren sehr negativ entwickelt.“ Die Konsequenzen bekommt sie zu spüren. „Kunden haben mich schon häufig angesprochen und gesagt, dass es keinen Spaß mehr macht, nach Hannover zu kommen“, so die Geschäftsfrau. Es gebe sogar welche, die ausweichen, indem sie lieber zum Shoppen nach Hamburg fahren oder nach London und Paris fliegen.

Auch Maurizio Manoli vom Restaurant „Amici Miei“ an der Lister Meile hat seine Last mit dem renitenten Publikum. Dass Obdachlose seine Gäste anbetteln, ärgert ihn. Sauer wird er, wenn sie sich im Außenbereich seines Lokals, das unweit von Andreas-Hermes-Platz und Weißekreuzplatz liegt, niederlassen: „Ein übel riechender Obdachloser setzt sich öfters auf die Stühle. Wenn er gehen soll, sagt er einfach: ,Ich kann sitzen, wo ich will‘!“

Hoffnung setzt Manoli in den neuen Ordnungsdienst der Stadt. Seine ersten Erfahrungen waren recht positiv: „Man kann zwar nicht sagen, dass es besser geworden ist, aber man hat jemanden, den man ansprechen und um Rat oder Hilfe fragen kann.“

Britta Mahrholz und Janik Marx

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