„Kopfnussschokolade“

Süßer Denksport: So machen Schoko-Rätsel klüger

„Kopfnussschokolade“: Nadine Karbach (links) und Michaela Schupp haben ein Buch mit Denksportaufgaben geschrieben.

„Kopfnussschokolade“: Nadine Karbach (links) und Michaela Schupp haben ein Buch mit Denksportaufgaben geschrieben.

Hannover. Auf Seite 47 wartet ein Gewusel von Buchstaben in unterschiedlichen Größen. „Versuchen Sie das Wort Pfefferminzschokolade zu bilden und verbinden Sie die Buchstaben mit einer Linie“, lautet die Aufgabe, die Nadine Karbach (41) stellt. „Ohne den Stift abzusetzen!“ So trainiert man die Wahrnehmung. Wer es schafft, den kryptischen Satz „scho Koladef Rag tni Cht. SchO ko Ladev Ers tehT“ zügig und fehlerlos zu lesen, hat außerdem noch Konzentration und Urteilsfähigkeit geschärft. „Kopfnussschokolade“ heißt das Büchlein mit 54 Denksportaufgaben rund um Schokolade, das Karbach zusammen mit Michaela Schupp (58) herausgebracht hat.

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Schupp ist "Schokoladen-Connaisseuse", leitet mit "Chocolats de luxe" im Helmkehof in Hainholz einen nicht nur in der Vorweihnachtszeit florierenden Online-Handel mit 1200 preisgekrönten und besonderen Schokoladensorten aus aller Welt. Warum das französische Wort für "Kennerin"? "Weil der Begriff Sommelière inzwischen so abgedroschen ist", erklärt die 58-Jährige, die 2017 von der Stadt den Wirtschaftspreis "Frauen machen Standort" verliehen bekam.

Schupp hat das Schokoladen-Festival 2021 abgesagt

In Hannover hat Schupp bereits etliche Male ein Schokoladen-Festival veranstaltet. 2020 fand es notgedrungen auf einer virtuellen Plattform statt, diesen Herbst ließ Schupp es von vorneherein ausfallen, weil sie ahnte, dass die Corona-Pandemie mit Wucht zurückkehren würde. "Schokolade will man ja live erleben, schmecken und riechen."

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Edle Auswahl: Die 1200 Sorten im Lager ihres Online-Handels hat Michaela Schupp alle persönlich getestet.

Edle Auswahl: Die 1200 Sorten im Lager ihres Online-Handels hat Michaela Schupp alle persönlich getestet.

Das Geschmackserlebnis bringt die Lektüre der „Kopfnussschokolade“ (Signifikant Media, 80 Seiten, 18,50 Euro) zwar nicht, „Null Kalorien“ steht schließlich oben in der Ecke des Titelbildes. „Aber man lernt spielerisch.“ Und das mache mit dem Thema Schokolade mehr Spaß als mit trockenen Aufgaben. „Neun von zehn Menschen sagen, dass sie Schokolade lieben. Und der zehnte lügt“, sagt Schupp, die in ihrem Leben „bestimmt schon 10.000 Sorten gekostet“ hat und in der Jury der „International Chocolate Awards“ sitzt. „Ich habe eine eigene Bibliothek mit Geschmäckern im Kopf.“

Die "Kopfnüsse" rund um das süße Vergnügen im Buch hat sich Gedächtnistrainerin Nadine Karbach ausgedacht. Dabei ist das Herzensthema der zertifizierten Gedächtnistrainerin eigentlich Kaffee – ihre "Kaffeeschule" hatte bis zum Umzug ins neue "Grey" (Lagerstraße 1) in Linden vor wenigen Monaten ebenfalls den Standort im Helmkehof, so lernten sich die Frauen kennen.

Kaffee und Gedächtnis – wie passt das zusammen? "Ich war neugierig" erzählt die 41-Jährige über die 120 Stunden Fortbildung beim Bundesverband Gedächtnistraining. Die "Kaffeeschule" bildet Baristas aus und macht Kurse in Röstverfahren, schult aber auch intensiv Sensorik. "Bei Gedächtnisaufgaben trainiert man auch den Hypocampus, die Synapsen sprießen", erklärt Karbach. Es gehe auch bei der Sensorik um Konzentration und assoziatives Denken, "wichtige Eigenschaften in meinem Beruf".

Gemeinsames Projekt: „Kopfnussschokolade“ von Nadine Karbach (links) und Michaela Schupp.

Gemeinsames Projekt: „Kopfnussschokolade“ von Nadine Karbach (links) und Michaela Schupp.

Die Denksport-Rätsel, die sie sich zusammen mit Schupp als Know-how-Lieferantin ausgedacht hat, kreisen um Länder, in denen Kakao angebaut wird. Man muss Reine finden auf Wörter wie Zucker oder Nuss. Anagramme bilden, Piktogramme nachzeichnen, Worte finden, die Fantasie spielen lassen. Oder ein Bild studieren, es abdecken, fünf Rechenaufgaben lösen und dann Fragen zu den Gegenständen auf dem Foto beantworten. „Man lernt seinen Kopf besser kennen“, verspricht Karbach vergnügt. „Und man stößt an seine Grenzen.“

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„Schokolade ist nicht eindimensional“

Natürlich sollen Leserinnen und Leser das süße Gedächtnistraining humorvoll angehen. „Es ist nicht wie ein Test in der Schule, wo es nur richtig und falsch gibt. Häufig sind viele Lösungen möglich. „Ich habe aber manchmal auch im Lösungsteil gespickt“, gesteht Schupp mit einem Lachen. Das Projekt hat beide Frauen in die Wissensgebiete der anderen hineinschnuppern lassen. „Kakao hat mehr zu bieten als quadratische Packungen im Supermarktregal. Schokolade ist nicht eindimensional“, hat Karbach festgestellt. „Ich habe Schokolade zu schätzen gelernt. Und traue mich jetzt auch an 80-Prozent-Tafeln.“ Für sie als Sensorik-Expertin sei vor allem der Schmelzpunkt interessant.

Dass Schokolade gut fürs Gehirn ist, wusste Michaela Schupp schon vorher. „Kakao ist ein Superfood, es stecken viele Vitamine drin, außerdem Mineralstoffe. Und Flavonoide wirken gefäßerweiternd, das hilft nicht nur dem Herzen, sondern auch dem Kopf.“ Im Sachteil des Buches erklärt Schupp die Unterschiede zwischen Kakaoarten, berichtet über Kuriositäten aus der Schokowelt (im 17. Jahrhundert wurde gerne mit Kakao gemordet, weil der damals bittere Geschmack das Gift verschleierte), stellt eine Top-Ten der Sorten auf (47 Prozent der Menschen bevorzugen Vollmilch) und erklärt wie man als Jury-Mitglied Schokolade „schmeckt“ und bewertet.

Kaffeeexpertin: Nadine Karbach leitet in der „Kaffeeschule“ Sensorikkurse.

Kaffeeexpertin: Nadine Karbach leitet in der „Kaffeeschule“ Sensorikkurse.

Appetit machen die Denksportaufgaben der „Kopfnussschokolade“, die man knacken muss. Karbach denkt schon einen Schritt weiter. „Wein und Kräuter sind meine nächsten Themen.“ Es gibt also bald neue Genuss-Rätsel, um Fantasie, Merkfähigkeit, logisches Denken und Konzentration zu stärken. „Beim Gedächtnistraining geht es um ein Dutzend nützliche Fähigkeiten“, sagt die 41-Jährige. Das lohnt sich. „Das Gehirn wiegt etwa zwei Prozent unseres Körpergewichtes. Und verbraucht 25 Prozent unserer täglichen Energie.“

Von Andrea Tratner

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