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Dannos prominente Runde

Steffen Krach: Hier dreht der neue Regionspräsident seine Joggingrunde

Seit 1. November im Amt: SPD-Politiker Steffen Krach ist neuer Präsident der Region Hannover.

Seit 1. November im Amt: SPD-Politiker Steffen Krach ist neuer Präsident der Region Hannover.

Hannover.Untenrum trägt Steffen Krach trotz gerade mal neun Grad Shorts, obenrum seine Vorlieben in Sachen Klamotten: ein Hoodie mit „Region Hannover“-Aufdruck, darunter ein altes 96-Trikot mit TUI-Logo. Schlüssel und zwei Geldscheine bekomme ich in Verwahrung. Das Handy behält der 42-Jährige in der Hand, „es könnte jede Sekunde klingeln“. Denn in der Noch-Heimat Berlin erwartet in diesen Oktobertagen Ehefrau Kim Krach ihr drittes Kind. Wieder ein Junge. „Wenn er kommt, muss ich schleunigst in die Hauptstadt“, sagt der wieder werdende Papa und strahlt. Die nächsten sieben Kilometer tut sich in Sachen Familienzuwachs aber nichts.

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Vom Freizeitheim Lister Turm laufen wir rüber zum Zoo, dem populärsten Betrieb der Region Hannover. „Ich liebe den Zoo“, sagt Krach, „jetzt bin ich Vorsitzender des Aufsichtsrates und darf mich intensiv mit dieser Institution beschäftigen.“ Nicht weit vom Zoo ist Krach in der Oststadt aufgewachsen. Gut behütet als Sohn eines Lehrers und einer Psychologin, der zwei Jahre ältere Bruder hat auch Psychologie studiert.

Auf dem Bonifatiusplatz bolzt Steffen Krach als Kind

Zur Ricarda-Huch-Schule waren es keine 50 Meter, nur einmal am Bonifatiusplatz entlang. „Auf dem Boni habe ich als Kind gebolzt, so lange mich meine Eltern ließen“, erinnert sich Krach, der für Weltmeister Bodo Ilgner vom 1. FC Köln schwärmte und wie dieser im Tor stand. Nach schlechten Noten sollte er lernen statt bolzen – „deshalb habe ich die erst abends gestanden, wenn ich schon vier Stunden Fußball in den Beinen hatte.“

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Steffen Krach

*7. August 1979 in Hannover. Kindheit und Jugend in der List – und auf der Tennisanlage von Hannover 96 an der Clausewitzstraße. Studium der Politikwissenschaft in Göttingen und Berlin. 2007 Berufseinstieg in Berlin mit Stationen in der Politik, auch bei der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag und in der Berliner Landesverwaltung. Seit 2014 Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin mit Zuständigkeit für die Charité. Seit dem 1. November 2021 Präsident der Region Hannover. Verheiratet mit Kim Krach, drei Kinder im Alter von vier und sieben Jahren sowie 13 Tagen. Hobbys: Tennis, Fußball, Reisen, besonders gerne nach Lateinamerika und ans Meer. Krach ist 96-Fan und als Dauerkartenbesitzer bei den Heimspielen in der Nordkurve der Arena.

Der 1,84 Meter große und 80 Kilo leichte SPD-Spitzenpolitiker ist „ein Bewegungstyp, mehrere Tage ohne Sport geht nicht, dann werde ich unleidlich“. Zum Kicken auf dem Bolzplatz kam Badminton bei Hannover 96 und Tischtennis, später wurde Tennis seine Nummer eins. Selbst von Berlin aus, selbst als Staatssekretär, verpasste Krach nur selten die Spiele seiner Herrenmannschaft, früher bei 96, jetzt beim TSV Anderten. „Mittlerweile wohnen meine Mitspieler sogar in Hamburg und Paris, aber das Tennis bringt uns immer wieder zusammen. Diese Sport-Freundschaft ist uns superwichtig.“

Bei einem Konzert der „Band von Weihnachten“ im Pavillon lernte Krach vor 17 Jahren die damals 21-jährige Kim aus Vahrenwald kennen. Nach mehr als einem Jahrzehnt in Berlin kommt das Paar zurück an die Leine, ein Haus ist schon gefunden. „Berlin ist eine faszinierende Stadt“, sagt Krach, „aber die Heimat, die du im Herzen trägst, das kann nur eine Stadt sein – und das ist für uns beide Hannover.“

Hannover braucht kein Understatement

Ohnehin findet der Regionspräsident „Hannover zu Unrecht total unterschätzt. Ich kenne niemanden, der nicht vom vielen Grün und vom großen Angebot der Gastronomie, der Kultur, des Sportes und des Messeplatzes beeindruckt ist. Ich kenne wirklich nicht einen Menschen, der länger als fünf Tage in Hannover gelebt und das bereut hat.“ So werde die Stärkung des Selbstvertrauens auch zu seinen Aufgaben gehören, gibt Krach zu Protokoll: „Understatement haben wir hier echt nicht nötig.“

Heimat auf dem Tennisplatz: Regionspräsident Steffen Krach (links) zeigt Christoph Dannowski den Platz an der Clausewitzstraße.

Heimat auf dem Tennisplatz: Regionspräsident Steffen Krach (links) zeigt Christoph Dannowski den Platz an der Clausewitzstraße.

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Es hat angefangen zu regnen, als wir nach Fotos vorm Congress-Centrum die ehemaligen 96-Tennisplätze an der Clausewitzstraße erreichen. Fotograf Florian Petrow organisiert rasch zwei Schläger und einen Ball. Steffen Krach ist in seinem Element und zeigt seine Vorhand-Stärken, als das Handy des Fotografen klingelt. Tennisstar Nicolas Kiefer ist dran und als Petrow begeistert von Krachs Vorhand erzählt, verabreden sich die beiden zum Match. „Das wird der Höhepunkt meiner Tennis-Laufbahn“, ruft Krach begeistert.

Wir laufen durch die Eilenriede, schmunzeln über hängen gebliebene Wahlplakate und sprechen über den Vorwurf, Krach habe immer vom Steuerzahler gelebt. „Stimmt nicht ganz“, sagt der neue Chef einer Region so groß wie das Saarland, aber mit mehr Einwohnern (1,2 Millionen zu 990.000). „Neben dem Studium habe ich viel in der Gastronomie gejobbt. Bei Konzerten im Stadion ausgeschenkt, während der Expo fast täglich im Mexiko-Pavillon gearbeitet.“

Weil seine Karriere ausschließlich im Öffentlichen Dienst stattfand, „tausche ich mich bewusst mit Freunden aus, die Freiberufler sind, einen Foodtruck oder eine Firma haben und kein so sicheres Einkommen“. Krach glaubt: „Ich weiß, wie schwer viele Menschen ihr Geld verdienen müssen.“

Seit 21. Oktober zum dritten Mal Eltern: Steffen und Kim Krach haben einen Sohn bekommen.

Seit 21. Oktober zum dritten Mal Eltern: Steffen und Kim Krach haben einen Sohn bekommen.

Drei Tage nach unserem Lauf kam Steffen Krachs dritter Sohn auf die Welt. Am 1. November war sein erster Tag als Regionspräsident. Demnächst spielt er gegen den früheren Vierten der Tennis-Weltrangliste. Läuft gerade für Steffen Krach. Der nun fünf Jahre Zeit hat, die Bewohner der Region Hannover so zu beeindrucken wie mich auf dieser Runde.

Das Lauf-Interview mit Steffen Krach

Herr Krach, was hören Sie gerne beim Laufen?

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Die Stimme meines Laufpartners oder meiner Laufpartnerin.

Alleine oder in der Gruppe?

Unbedingt mit Freunden, sehr gerne auch in Begleitung meiner Kinder und meiner Frau auf Fahrrädern mit einem Stop-Over auf dem Bolzplatz

Mit wem würden Sie gerne mal unterwegs sein?

Mit Edward Kowalzcuk, der hannoverschen Fitness-Legende (langjähriger 96-Konditionstrainer, die Red.).

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Wo kaufen Sie Ihr Equipment am liebsten?

Im Fanshop von Hannover 96, weil ich immer im 96-Trikot laufe. Damit bin ich in den Berliner Parks aufgefallen und konnte Werbung für meine Heimat machen.

Auf dieser Sieben-Kilometer-Runde ist Steffen Krach häufiger unterwegs.

Auf dieser Sieben-Kilometer-Runde ist Steffen Krach häufiger unterwegs.

Welche sportliche Website besuchen Sie regelmäßig?

Meine Eltern sagen, ich hätte durch den Sportteil der NP lesen gelernt. Auch heute ist das tatsächlich meine Informationsquelle Nummer 1, weil ich absolut fokussiert bin auf die Sportvereine der Region Hannover.

Wo wollen Sie unbedingt noch mal laufen?

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Am Malecón, das ist die berühmte Uferpromenade von Kubas Hauptstadt Havanna. Durch Joggen habe ich auf Reisen schon immer die Städte erkundet.

Wo laufen Sie nie mehr?

Ich mag das monotone Laufen auf einer Tartanbahn nicht.

Gras, Sand, Asphalt, Tartanbahn oder Waldboden, welcher Untergrund gefällt Ihren Füßen am besten?

Am liebsten Waldboden oder fester Sand am Strand.

Wie belohnen Sie sich für eine anstrengende Einheit?

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Mit einem kühlen Glas Wasser und einem Espresso in der Sonne.

Dehnen vor dem Zoo: Als Regionspräsident ist Steffen krach auch für diesen Betrieb zuständig.

Dehnen vor dem Zoo: Als Regionspräsident ist Steffen krach auch für diesen Betrieb zuständig.

Bei welchem Wetter bleiben Sie garantiert zu Hause?

Bei Regen, ich bin absoluter Gut-Wetter-Fan.

Schwächeln Sie im Winter?

Klares Ja.

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Kann ein Laufband die Natur ersetzen?

Das ziehe ich dann bei schlechtem Wetter sogar vor.

Laufen nach durchzechter Nacht – geht das?

Etwas später, etwas langsamer, etwas kürzer, aber es klappt. Insbesondere wenn der Laufpartner oder die Laufpartnerin die Nacht mit durchgezecht hat.

Was essen Sie vorher gerne?

Direkt vorher eigentlich nichts.

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Selfie am HCC: Regionspräsident Steffen Krach und NP-Redakteur Christoph Dannowski.

Selfie am HCC: Regionspräsident Steffen Krach und NP-Redakteur Christoph Dannowski.

Was haben Sie immer dabei?

Mein Handy. Zum Ärger meiner Frau lasse ich allerdings gerne den Schlüssel zuhause und klingele dann.

Haben Sie ein laufendes Vorbild?

Ich finde es immer wieder beeindruckend, in welch hohem Alter viele Menschen noch sportlich aktiv sind. Das nötigt mir enormen Respekt ab – das möchte ich auch schaffen.

Schnellstarter oder Zielsprinter – welcher Lauftyp sind Sie?

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Eher der beharrliche Zielsprinter

Von Christoph Dannowski

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