Normalerweise würden am 1. Mai tausende Menschen durch die Straßen ziehen und mit Musik, Gesängen und Redebeiträgen auf sich aufmerksam machen. Aufgrund der Corona-Krise fällt das in diesem Jahr jedoch aus. Stattdessen rief das „Bündnis für einen kämpferischen 1. Mai“ zu einer sogenannten Radio-Kundgebung auf.
Hannover.Trotz der Corona-Pandemie demonstrieren – das wollte in diesem Jahr auch das „Bündnis für einen kämpferischen 1. Mai“ und rief zu einer Radio-Kundgebung auf. Interessierte waren aufgerufen, um 13 Uhr den Sender „Radio Flora“ einzustellen, ihre Lautsprecher auf den Balkon oder an das Fenster zu stellen und die Umgebung dadurch mit politischen Reden und anderen kreativen Beiträgen des Senders zu beschallen – ähnlich einer Demo auf der Straße.
Annika Camiruaga aus Linden ließ sich das nicht zweimal sagen. Bereits zwei Minuten vor dem offiziellen Beginn stellte sie zwei Lautsprecher auf den Balkon, ein Dritter kam ans Schlafzimmerfenster. Damit soll der Hinterhof beschallt werden. „Eigentlich wäre ich heute auf die Straße gegangen, aber das ist eben derzeit nicht möglich“, erklärt die 30-Jährige ihre Teilnahme. „Ich möchte damit auf den 1. Mai aufmerksam machen. Denn es ist nicht nur irgendein Feiertag, sondern einer mit Bedeutung.“