Nach Rathaus-Affäre

Stadt verbietet die Messenger-Dienste

Bald Vervboten: Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Snapchat will die Stadt nicht mehr auf Diensthandys sehen.

Bald Vervboten: Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Snapchat will die Stadt nicht mehr auf Diensthandys sehen.

Hannover. Was für US-Präsident Donald Trump der Kurznachrichtendienst Twitter ist, scheint für OB Stefan Schostok der Messenger-Dienst WhatsApp. In eigens eingerichteten Gruppen stößt er Diskussionen an oder tauscht sich mit dem Ratsbündnis aus. Bald ist das Geschichte. Die Nutzung wird verboten.

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Über das firmeneigene Intranet hat der Fachbereich Personal und Organisation gerade alle Dezernate, Fachbereiche, Ämter und Betriebe angeschrieben. Leiterin Helga Diers teilt mit, die Nutzung von Messenger-Diensten sei „nicht konform mit der EU-Datenschutzgrundverordnung“. Apps wie Whats App, Snapchat, Facebook, aber auch Kik oder Line seien „nie offiziell freigeben“ worden, würden aber „auf den mobilen Geräten zur dienstlichen Kommunikation häufig eingesetzt“.

Mit Datum vom 15. September stehen diese Messenger-Dienste auf der Liste der unzulässigen Apps. Sind die nach Ablauf dieser Frist auf einem Diensthandy oder -Laptop installiert, bekommt der Mitarbeiter erst eine Mailwarnung – und wird dann von der weiteren Versorgung mit Mails, Kontakten und Terminen gesperrt. Die Verwendung von Messenger-Diensten auf privaten Geräten zur dienstlichen Kommunikation oder zum Versand von dienstlichen Informationen sei ebenfalls nicht zulässig, so die Fachbereichsleiterin.

Bei der Staatsanwaltschaft Hannover und der Polizei wünscht man sich wahrscheinlich, das Messenger-Dienst-Verbot im Rathaus hätte schon viel früher gegolten. Im Zuge der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen den OB, dessen ehemaligen Büroleiter Frank Herbert und den vom Dienst suspendierten Kulturdezernenten Harald Härke müssen Tausende von E-Mails und WhatsApp-Notizen ausgewertet werden. Wegen des umfangreichen Datenmaterials, sichergestellt bei einer Razzia im Rathaus und in den Privatwohnung der drei wegen Untreue Verdächtigen, wird die Ermittlung noch Wochen dauern.

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Schostok nutzt inzwischen gern den Dienst Instagram, mit dem sich Fotos, Videos und Nachrichten aufnehmen und teilen lassen. Ob der bald auch auf der Liste unzulässiger Apps steht?

Von Vera König

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