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Gedenkfeier

Springe trauert um seinen Bürgermeister

ORT ZUM ERINNERN: Weil der Platz in derSt.-Martin-Kirche garnicht reichte, stand auchdraußen ein Foto vonJörg-Roger Hische.

ORT ZUM ERINNERN: Weil der Platz in der St.-Martin-Kirche nicht reichte, stand auch draußen ein Foto von Jörg-Roger Hische.

Hannover.Vor den öffentlichen Gebäuden und in den Vorgärten etlicher privater Häuser hängen die Fahnen auf halbmast. Der Himmel kann sich nicht entscheiden, ob er nur dunkles Grau trägt oder aber gleich weint. Hunderte von Menschen treffen sich in und an der St.-Martin-Kirche, um von Bürgermeister Jörg-Roger Hische Abschied zu nehmen. Im Alter von nur 57 Jahren starb der parteilose Verwaltungschef am 17. Juli.

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„Begreifen können wir das nicht“, benennt Pastor Harald Lemke, was Hisches Lebensgefährtin (die frühere Regionsdezernentin und heutige Datenschutzbeauftragte des Landes) Barbara Thiel und Sohn Markus fühlen.

Der Bürgermeister, der wegen schwerer gesundheitlicher Probleme vorzeitig von seinem Amt hatte zurücktreten wollen, schien genesen von einer schwierigen Herzoperation. Die Ärzte waren optimistisch. Doch dann, nur Tage nach der Reha, ereilte ihn der Herztod. „Es gibt kein ,weiter so‘, weil es nicht weitergeht. Das Leben ist wie angehalten“, beschreibt der Pastor die Atmosphäre in der Kernstadt und ihren Dörfern.

Hier, in der St.-Martin-Kirche, sei Hische getauft und konfirmiert worden. Hier steht nun sein mit gelben und rosafarbenen Gerbera bedeckter Sarg, davor ein großes Foto des Verstorbenen. Gerbera – wie passend. Zeigen sie doch die üppige Farbenpracht des Sommers und lassen gleichzeitig dessen Abschied erahnen. Lemke kannte Hische gut. Er spricht von der „Unverbrüchlichkeit seines Wesens“, davon, dass dieser jeden ermutigte, zu sich zu stehen und authentisch zu bleiben.

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Dass der Bürgermeister und frühere Polizist aneckte, wenn er auf Biegen oder Brechen für eine Sache einstand. Dass Hische streitbar war und auch unbequem und dass ihn gerade das unvergesslich machen wird: „Das bleibt hängen in einer so gesichtslosen Zeit.“ „Ich mach mein Ding“ von Udo Lindenberg hatte sich Jörg-Roger Hische als „sein“ Lied gewünscht. Als es erklingt, greifen auch viele der Bürgermeister aus der Region, Dezernentin Cora Hermenau oder Ex-Regierungspräsidentin Gertraude Kruse zum Taschentuch. „For a Better World“ (für eine bessere Welt) stimmt der Musikverein an. Ganz sicher: Bürgermeister Jörg-Roger Hische hätte auch die manchmal schrägen Töne geliebt.

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