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Wie geht es mit der Elektromobilität voran? Experten diskutieren bei den E-Days

„Die Entscheidung für E-Fahrzeuge ist zukunftssicher“: Tim Gerstenberger von der Stadt Hannover (v.li.), Jan Trense von Enercity, Prof. Lars-Oliver Gusig von der Hochschule Hannover, Silvia Nieber von der Metropolregion und Markus Emmert von e-Mobilität e.V. diskutieren über Elektromobilität.

„Die Entscheidung für E-Fahrzeuge ist zukunftssicher“: Tim Gerstenberger von der Stadt Hannover (v.li.), Jan Trense von Enercity, Prof. Lars-Oliver Gusig von der Hochschule Hannover, Silvia Nieber von der Metropolregion und Markus Emmert von e-Mobilität e.V. diskutieren über Elektromobilität.

Hannover. Pfeilschnelle Rennwagen, wendige City-Flitzer, Lastenräder und E-Bikes – bei den E-Days auf dem Firmengelände der Madsack Mediengruppe in Bemerode gibt es Elektromobilität zum Anfassen. Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) hat die zweitägige Messe in der August-Madsack-Straße am Sonnabendvormittag eröffnet. „Die Klimakrise zeigt: Elektromobilität ist kein Zukunftsthema, sondern ein Thema der Gegenwart“, sagt Onay. Allen Fahrern von E-Mobilen versichert er: „In Hannover geht Ihnen nicht der Strom aus.“ Die Stadt habe im Vergleich mit Deutschlands Großstädten das dichteste Netz von Elektrozapfsäulen.

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Aber gibt es angesichts der aktuellen Energiekrise auch genug Strom für alle Zapfsäulen? Und was ist mit dem ländlichen Raum, wo Ladepunkte noch immer rar sind? Diese und ähnliche Fragen haben fünf Experten bei einer von HAZ-Redaktur Jan Sedelies modierten Podiumsdiskussion gleich zu Beginn der E-Days diskutiert.

Messe zur E-Mobilität: Die E-Days bei Madsack in Hannover

Messe zur E-Mobilität: Die E-Days bei Madsack in Hannover

70.000 E-Autos in der Metropolregion

Im Stadtgebiet Hannovers sind sie immer häufiger zu sehen, die geräuschlos dahingleitenden Elektroautos von Tesla, VW, Opel und anderen Herstellern. Dennoch ist der Anteil der rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge am gesamten Fahrzeugaufkommen noch gering. „Wir haben in der Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen und Wolfsburg 70.000 E-Autos – von 2,3 Millionen Fahrzeugen insgesamt“, sagt Silvia Nieber, Chefin der Metropolregion, die sich seit Jahren darum bemüht, Elektromobilität voranzubringen.

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Die Motivation, E-Autos zu kaufen, sei in den vergangenen Jahren sehr verhalten gewesen, sagt Prof. Lars-Oliver Gusig von der Hochschule Hannover. Das habe vor allem damit zu tun gehabt, dass die Stromer noch sehr teuer waren, aber das ändere sich jetzt. „Wir stehen vor einem Kipppunkt. Im nächsten Jahr werden Elektroautos unterm Strich günstiger als Autos mit Verbrennungsmotoren“, sagt der Mobilitätsexperte.

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800 Ladepunkte in Hannover

Zur Trendwende dürfte auch der rasche Ausbau der Ladeinfrastruktur beitragen. Der kommunale Energieversorger Enercity hat allein 500 Ladepunkte in Hannover installiert, zusammen mit den privaten Zapfsäulen, etwa auf Supermarktparkplätzen, kommt Hannover auf 800 Ladepunkte. „Aber wir können die Ladepunkte noch nicht wirtschaftlich betreiben“, sagt Jan Trense von Enercity. Im Schnitt gebe es einen Ladevorgang pro Tag an jeder Säule. Um wirtschaftlich zu sein, müsste es mindestens fünf Ladevorgänge täglich geben. „Wir warten folglich darauf, dass sich die Zahl der E-Autos erhöht“, sagt Trense.

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E-Autos zum Anfassen: Mehrere Hersteller zeigen in der ehemaligen Druckerei in der August-Madsack-Straße ihre Modelle.

E-Autos zum Anfassen: Mehrere Hersteller zeigen in der ehemaligen Druckerei in der August-Madsack-Straße ihre Modelle.

Im ländlichen Raum ist das Ladesäulennetz zwar weniger dicht, aber hier herrscht auch mehr Platz für private Zapfstationen als in dicht bebauten Stadtvierteln. „Eigentlich ist es auf dem Land viel einfacher, E-Auto zu fahren“, sagt Markus Emmert vom Bundesverband e-Mobilität e.V.. Mit einer Ladestation in der Garage und Solarzellen auf dem Dach könne ein Stromer sparsam und umweltfreundlich aufgetankt werden. Enercity-Mann Trense bestätigt: „Wir bekommen immer mehr Anfragen zum Einbau von Ladestationen in Einfamilienhäusern.“

Strom reicht für alle

Förderprogramme des Bundes haben in den vergangenen Jahren geholfen, Ladeboxen in Privathäusern zu installieren. Doch diese Programme seien jetzt bedauerlicherweise ausgelaufen, sagt E-Mobilitäts-Lobbyist Emmert. Hier sei es sinnvoll, weitere staatliche Hilfen zu gewährleisten, schließlich wolle der Bund bis 2030 insgesamt 15 Millionen E-Fahrzeuge auf die Straße bekommen.

Aber reicht der Strom für so viele Fahrzeuge? „Ja, er reicht“, betont Wissenschaftler Gusig. Enercity-Mann Trense erklärt, dass der Stromverbrauch von 15 Millionen E-Mobilen gerade einmal sieben Prozent des deutschen Gesamtstromverbrauchs ausmache. „Das kriegen wir in Deutschland hin“, sagt er. Am Ende der Diskussion resümiert Tim Gerstenberger, Planer und Verkehrsexperte bei der Stadt Hannover: „Die Entscheidung für ein Elektrofahrzeug ist zukunftssicher.“

Die Messe findet am Sonnabend und Sonntag von 10 bis 18 Uhr in der Alten Druckerei statt, der Event-Location der Madsack Mediengruppe. Adresse: August-Madsack-Straße 1. Sie erreichen das Gelände über die Bemeroder Straße stadtauswärts oder die Stadtbahnlinie 6 Richtung Messe-Ost. Sie können aber auch mit dem Auto auf dem Gelände der Madsack Mediengruppe parken. Es gibt reichlich kostenlose Parkmöglichkeiten. Auch der Besuch der Messe ist kostenlos.

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