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Spaß trotz Pandemie

So fröhlich starten Hannovers Karnevalisten in die närrische Zeit

Hannover.Ein närrisches Jubiläum ist immer ein ganz besonderer Grund zu feiern, „besonders in diesen Zeiten“, sagt Ronny Jackson. Der Präsident des Komitee Hannoverscher Karneval ist in diesem Jahr 55 geworden, das Komitee, das er seit fünf Jahren führt, feiert 2022 seinen 55. Geburtstag. Wieder mit einem echten Prinzenpaar, das die „Eugenesen Alaaf“ aus Mittelfeld stellen. „Letztes Jahr haben wir uns einen bittersüßen Gag erlaubt und auf Facebook Prinzessin Corona und Prinz Covid gekürt“, erinnert sich Jackson, der damals unter die virtuelle Proklamation geschrieben hatte: „Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es lustig.“

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Das Wichtigste ist für Jackson, dass „alle unsere elf Vereine die Pandemie überlebt haben“, und auch die Austritte hätten sich in engen Grenzen gehalten. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“ Besonders, weil die Narren ihre Session 2019/2020 noch regulär beenden konnten, bevor das Virus Deutschland lahmlegte.

Voller Vorfreude: Eugenesen-Präsident Rolf Ballreich (rechts), hier mit René Hagemann und Doris Schröder-Köpf, erwartet bei der Prunksitzung ein volles Haus.

Voller Vorfreude: Eugenesen-Präsident Rolf Ballreich (rechts), hier mit René Hagemann und Doris Schröder-Köpf, erwartet bei der Prunksitzung ein volles Haus.

Nun steigt das Komitee am 13. November mit der Proklamation des Prinzenpaares auf der Freitreppe des Rathauses wieder ein ins jecke Geschäft, am 20. November ist im Hangar No. 5 in Wülfel die Jubiläumsproklamationssitzung. Sorge macht Jackson das liebe Geld: „Die Stadt wird ihren Zuschuss von 5000 Euro an uns wohl überdenken müssen und wir werden sehen, welche Sponsoren uns noch unterstützen können.“ Trotzdem oder gerade deshalb sagt Jackson, der 2022 abtritt: „Noch nie hatten die Leute so einen Bock, beim Karneval die Sau rauszulassen.“

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Verein fiebert der Session entgegen

Rolf Ballreich ist im 13. Jahr Präsident der Karnevalsgemeinschaft Eugenesen Alaaf von 1962, der ganze Verein fiebert der Session mit Höhepunkt „Große Prunksitzung mit Tanz“ am 29. Januar im Hangar No. 5 entgegen. „Mit der 2G-Regelung erwarte ich ein volles Haus“, sagt der 62-Jährige, „alle sind heiß auf Karneval, der Vorverkauf läuft bestens.“ 160 Mitglieder hatte die KG vor Corona, „so viele haben wir immer noch. Darauf sind wir stolz.“ Und auch darauf, dass „unser tolles Trainerteam alle Übungen online durchgezogen hat, wir haben sogar digitale Challenges organisiert, damit auch der Spaß nicht zu kurz kam.“ Allerdings: „Einiges ist auch eingeschlafen und muss wiederbelebt werden.“

Nur 23 Narren bei Mitgliederversammlung

Zur Mitgliederversammlung vor wenigen Tagen kamen nur 23 Narren, den Stammtisch gibt es nicht mehr, „wir müssen jetzt zügig in die Gänge kommen“. Der 11.11. naht. Musiker Peter Petrel hat einen, Schauspielerin Marie-Luise Marjan, Moderator Carlo von Tiedemann, Sängerin Margot Hellwig, zuletzt wurde die Band „Voxxclub“ mit einem Goldenen Spatz der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hannover von 1954, kurz „Die Leinespatzen“, geehrt. 2022 sollte Prinz Ernst August von Hannover die begehrte Trophäe bekommen, „leider hat er gerade ohne Begründung abgesagt“, sagt Präsident Hans-Günther Hackmann. Nun wird Zoo-Direktor Andreas Michael Casdorff neuer Preisträger, „darüber sind wir mega glücklich, denn unsere Gala-Prunksitzung am 1. Februar ist längst ausverkauft, da wollen wir was bieten.“

Da durfte man gerade noch feiern: Am 1. Februar 2020 erhielt die Bayern-Band „Voxxclub“ den Goldenen Spatzen und machte bei ihrem Auftritt ordentlich Stimmung.

Da durfte man gerade noch feiern: Am 1. Februar 2020 erhielt die Bayern-Band „Voxxclub“ den Goldenen Spatzen und machte bei ihrem Auftritt ordentlich Stimmung.

Normalerweise passen rund 400 Jecken in den Hangar No. 5, jetzt werden es nur 250 – genauso viele Mitglieder haben die Leinespatzen. Seit 15 Jahren ist Hackmann Präsident, 2022 will der 73-jährige Polizei-Hauptkommissar aufhören „und einen funktionierenden Verein hinterlassen.“

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Deshalb organisiert er gerade einen karnevalistischen Zukunftsworkshop. „Die Corona-Vergangenheit haben wir gut gemeistert“, sagt Hackmann, „aber die Zukunft wird nicht einfacher.“

Mehr Platz in der Aula

Mit 400 Mitgliedern der größte und bekannteste Karnevalsklub sind die Lindener Narren. Für Präsident Martin Argendorf fangen Spaß und Stress gleich am 11.11. an – mit der Verleihung des Narren-Otto an Jazz-Club-Chefin Vanessa Erstmann und den Titel des Gardeministers an Katrin Gray, die unter ihrem Künstlernamen Mermaid Kat ein kleines Meerjungfrauen-Imperium aufgebaut hat und kürzlich von Australien in die Region gezogen ist. Als Jugendliche war sie Tanzmariechen bei den Lindener Narren, es ist also eine doppelte Heimkehr.

Statt in der heimischen Narrhalla in Ricklingen geht es erstmals in die Aula der Leonore-Goldschmidt Schule Mühlenberg. „Bei uns wäre es mit 200 Gästen schon sehr eng, in der Aula können wir 300 Gäste großzügig unterbringen“, sagt der 66-jährige Argendorf, der auch für die Premiere Ende Januar die Location wechselt: Statt Freizeitheim Ricklingen nun großer Ballsaal des Maritim Airport Hotel. Auch seine Blau-Weißen sind gut durch die Krise gekommen, sagt Argendorf: „Sogar in der Tanzsportabteilung, die ein Jahr nur Online-Sport betreiben konnte, ist der Mitgliederschwund, mit dem wir gerechnet hatten, komplett ausgeblieben.“ Nun müsse es aber losgehen, findet der Präsident: „Alle warten sehnlichst auf den Startschuss.“

Den es für die Lindener Narren am 11.11. um 19.31 Uhr gibt.

Von Christoph Dannowski

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