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ALS-TAG

„Positiv denken, das vereinfacht alles“

MHH: Ingrid und Gerd Netzer beim ALS-Tag in der Medizinischen Hochschule Hannover.

MHH: Ingrid und Gerd Netzer beim ALS-Tag in der Medizinischen Hochschule Hannover.

Hannover.Etwa 6000 Menschen sind in Deutschland betroffen, einer von ihnen ist Gerd Netzer (60): Er hat Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS. Diese Krankheit befällt das Nervensystem und führt zu einer stetigen Lähmung der Muskulatur. Eine Heilung gibt es nicht. Am Sonnabend war ALS-Tag in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Die Aktion befasste sich mit der Krankheit und gab Raum für Gespräche und Diskussionen. Neben neuen Forschungserkenntnissen hatten auch Betroffene und Angehörige die Gelegenheit, sich auszutauschen.

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„Es ist sehr schwer, weil man sieht einen geliebten Menschen leiden. Man hat kein eigenes Leben mehr,“ beschreibt Ingrid Netzer, Ehefrau von Gerd Netzer, die schwierige Situation. Als ihr Mann vor vier Jahren die Diagnose bekam, war es für das Paar ein Schock. Nur durch Unterstützung von Freunden, Nachbarn und Familie schafften sie es zurück ins Leben und lernten mit der Krankheit umzugehen. Einfach sei das aber nicht.

Helfer, die das Leben erleichtern

Neben Vorträgen wurden auf dem ALS-Tag auch neue technische Errungenschaften vorgestellt, die das Leben von ALS-Patienten erleichtern sollen. Technisch hochgerüstete Rollstühle mit komplexen Betriebssystemen und Spracherkennungsprogrammen sind Helfer für die Patienten. So können sie auch bei einer nahezu vollständigen Lähmung noch kommunizieren und am Leben teilhaben.

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Wie hilfreich diese Programme sein können, zeigt das prominente Beispiel Stephen Hawking. Der verstorbene Wissenschaftler konnte mithilfe der Spracherkennung nicht nur sprechen, sondern Vorträge halten, Fernsehauftritte meistern und wissenschaftliche Abhandlungen verfassen. Obwohl diese Hilfsmittel vorhanden sind und von den Krankenkassen übernommen werden, sei es nicht leicht, diese zu bekommen. „Es ist ein Kampf,“ meint Ingrid Netzer. Alleine für den Rollstuhl ihres Mannes musste das Paar ein halbes Jahr mit den Krankenkassen streiten, bis er bewilligt wurde.

Insgesamt ist der ALS-Tag in Hannover auf große Resonanz gestoßen. „Das Interesse ist unheimlich groß,“ freut sich Ingrid Haberland von der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM). Durch die von der DGM gegründete Diagnosegruppe ALS bietet sich für Betroffene und Angehörige die Möglichkeit, sich auszutauschen. „Da sind Leute, die verstehen einen und ich glaube, das ist ein ganz großer Punkt,“ betont Haberland.

Freut sich über großes Interesse am ALS-Tag: Ingrid Haberland.

Freut sich über großes Interesse am ALS-Tag: Ingrid Haberland.

Auch das Ehepaar Netzer besucht solche Treffen. „Es ist immer schön, mit anderen Betroffenen zu reden, wie sie damit umgehen“, erzählt Gerd Netzer. Sein Motto: „Positiv denken, das vereinfacht alles“.

Von Kendra Rensing

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