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NKR-Aufruf zur Typisierung

Pierre Littbarski will Menschenleben retten

Er ist ein Macher: Ex-Weltmeister Pierre Littbarski unterstützt die Kampagne gegen Blutkrebs.

Er ist ein Macher: Ex-Weltmeister Pierre Littbarski unterstützt die Kampagne gegen Blutkrebs.

Hannover.Als er gefragt wurde, ob er die Patenschaft für die Typisierungsmeisterschaft im Kampf gegen den Blutkrebs übernehmen würde, musste sich Pierre Littbarski (61) erst mal schlau machen. „Ich hatte keine Ahnung, wie diese Typisierung abläuft.“ Als er erfuhr, dass man bloß mit einem Wattestäbchen einen Abstrich an der Wangeninnenseite nehmen muss, war er erstaunt.

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„Das hat nichts mit Spritzen und Rückenmark zu tun“, räumt „Litti“ mit Vorurteilen auf, „es ist ganz einfach, ein Lebensretter zu werden.“ Denn mit Feststellung der Gewebemerkmale kann ermittelt werden, ob ein Spender der genetische Zwilling eines Erkrankten ist – und ihm mit einer Stammzellenspende das Leben retten kann.

Er muss voll hinter einem Projekt stehen

"Ich will den Menschen die Angst nehmen", sagte der 61-Jährige bei der Präsentation der Typisierungsmeisterschaft (siehe Info) von NKR und dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV). "Jeder weiß, dass es Blutkrebs gibt, aber zu wenige wissen, wie leicht sie helfen könnten." Viele Projekte und Vereine möchten Littbarski für ihre Sache gewinnen. "Aber ich muss voll dahinter stehen, ich möchte wissen: Kann ich was bewirken?", so der Markenbotschafter des VfL Wolfsburg.

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Die Typisierungsmeisterschaft

Gutes tun und auf einen tollen Hauptgewinn hoffen: NKR und der Niedersächsische Fußballverband rufen alle Mitglieder der niedersächsischen Fußballvereine im Alter von 17 bis 55 Jahren dazu auf, sich typisieren zu lassen. Für jede Registrierung bekommen die Vereine einen Punkt. Der Verein, der nach Abschluss der Aktion am meisten Punkte hat, gewinnt eine Trainingseinheit mit Pierre Littbarski und einen hochwertigen Trikotsatz. Der Zweitplatzierte gewinnt den Besuch eines VfL-Wolfburg-Spiels im VIP-Bereich. Bis Platz 18 erhalten die Vereine als Dankeschön Fußbälle. Kostenlose Typisierungssets kann man bestellen unter

www.typisierungsmeisterschaft.de

Littbarski ist waschechter Berliner, kickte und lebte lange in Köln, arbeitete in Japan, Australien, dem Iran. Wie lebt es sich nach dieser Weltreise in Wolfsburg? „Früher bin ich alle zwei, drei Jahre umgezogen. In Wolfsburg sind wir hängen geblieben“, sagt er mit einem Schmunzeln. „Ich höre immer wieder die Witze darüber, dass in Wolfsburg noch nicht mal der ICE hält, aber ich kann dort gut leben.“

Teamplayer: (von links) Günter Distelrath (Präsident NFV), Pauline Bremer (21-fache Nationalspielerin VfL Wolfsburg), Pierre Littbarski (Weltmeister 1990) , Dr. Marlena Robin-Winn (Geschäftsführerin NKR).

Teamplayer: (von links) Günter Distelrath (Präsident NFV), Pauline Bremer (21-fache Nationalspielerin VfL Wolfsburg), Pierre Littbarski (Weltmeister 1990) , Dr. Marlena Robin-Winn (Geschäftsführerin NKR).

Zum Shoppen fährt er mit seiner Frau Hitomi Koizumi und den Söhnen Lucien und Joel, die in Wolfsburg Fußball spielen, gern mal nach Hannover. "Oft gehen wir dann zu unserem Lieblingsitaliener, dem ,Leonardo'". Einen guten Japaner kennt der Experte weder in Hannover noch in Wolfsburg. "Dafür fahre ich nach Berlin, im Prenzlauer Berg gibt's ausgezeichnete japanische Nudeln – da bin ich anspruchsvoll."

Überhaupt ist Littbarski viel unterwegs, auch, um seine Weltmeister-Freunde von 1990 zu besuchen. „Wir halten Kontakt“, sagt der Mann, der als offensiver Mittelfeldspieler 18 Tore für die DFB-Elf schoss. Neulich habe er Uwe Bein (61) besucht, mit Lothar Matthäus (60) telefoniert Littbarski regelmäßig. „Auch zu Guido Buchwald und Thomas Häßler ist der Kontakt nicht abgerissen.“

Weltmeister: Andreas Brehme (von links), Pierre Littbarski und Lothar Matthäus jubeln 1990 in Rom.

Weltmeister: Andreas Brehme (von links), Pierre Littbarski und Lothar Matthäus jubeln 1990 in Rom.

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Zu Nationalmannschaftszeiten war „Litti“ der DJ der Crew, auch heute ist die Musik seine Passion. „Ich habe um die 50.000 Titel auf dem Telefon, habe alle meine Schallplatten digitalisieren lassen.“ Queen, Bruce Springsteen, Pet Shop Boys und das Electric Light Orchestra zählen zu den Favoriten des 61-Jährigen. Und welche Songs waren bei den Weltmeistern beliebt? „Für die Party war es wichtig, Lothar im Boot zu haben“, erinnert sich Littbarski an seinen Mitspieler Matthäus und lacht. „Für ihn musste ich immer ,We are the Champions’ von Queen und ,Er gehört zu mir’ von Marianne Rosenberg spielen.“

Littbarski holt Menschen aus ihrer Komfortzone

Littbarski wird oft eingeladen, um Vorträge über Motivation und Mentalität zu halten. „Der Mensch geht nicht gerne aus seiner Komfortzone“, hat er gelernt. „Das muss man aber, um etwas zu erreichen. Man muss Ängste überwinden, auch mal unbequem sein und anecken.“ Dabei denkt er auch an seine ehemaligen Mitspieler. „Matthäus, Buchwald, Klinsmann: Die waren alle speziell gepolt. Nur so wird man erfolgreich.“

Auf der Trainerbank von Wolfsburg: Pierre Littbarski neben Bernd Hollerbach bei einem Testspiel 2011 in Havelse.

Auf der Trainerbank von Wolfsburg: Pierre Littbarski neben Bernd Hollerbach bei einem Testspiel 2011 in Havelse.

Es ist nicht lange her, dass Pierre Littbarski seine Komfortzone verlassen hat. In der Show

„The Masked Singer“

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trat er verkleidet als Hammerhai auf und sang „Sledge Hammer“ von Peter Gabriel und „Vamos a la Playa“ von Righeira. „Wenn ich zwei Dinge nicht kann, sind es Tanzen und Singen“, sagt Littbarski, „beides musste ich machen.“ Die Auftritte waren für ihn Stress pur. „Der Text, die Tanzschritte – alles war weg. Ich war nervöser als vor dem WM-Finale 1990.“

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Nur eins ist für ihn noch schlimmer als tanzen und singen müssen: verlieren. „Wenn ich verliere, bin ich ungenießbar“, sagt er, „meine Kinder spielen nicht mehr mit mir.“ Auch harmlose Spiele bringen ihn auf die Palme, wenn er nicht gewinnt. „Bei ,Mau-Mau’ werde ich wild. Und bei ,Mensch ärgere dich nicht’ drehe ich durch.“

Das ist Pierre Littbarski

*16. April 1960 in West-Berlin. Littbarski wuchs überwiegend bei seinen Großeltern auf. Er strebte zunächst eine Karriere als Finanzbeamter an, spielte nebenbei Fußball beim VfL Schöneberg. Über Hertha Zehlendorf ging es zum 1. FC Köln, mit dem Littbarski 1983 den DFB-Pokal gewann. Von 1981 bis 1990 spielte er für die deutsche Nationalmannschaft, wurde mit ihr 1990 Weltmeister. Bis 1997 spielte er in der japanischen J1 League. Danach arbeitet er als Trainer und Co-Trainer, unter anderem in Leverkusen, Duisburg, in Japan, Australien und dem Iran. Seit 2010 ist Littbarski beim VfL Wolfsburg tätig, war Co- und Interimstrainer und ist heute Markenbotschafter. Aus seiner ersten Ehe hat der 61-Jährige zwei Töchter. Seit 1994 ist er mit der Japanerin Hitomi Koizumi verheiratet, das Paar hat zwei Söhne.

Dann muss er los, ein Termin in Berlin wartet. Geht’s danach zum Japaner an den Prenzlauer Berg? „Nee, heute gibt’s Currywurst“, sagt Littbarski und schwärmt vom Imbiss „Bier’s Kudamm 195“. Vielleicht trifft er ja auch dort jemanden, den er überzeugen kann, zum Lebensretter zu werden.

Braucht dringend einen Stammzellspender: die kleine Milea.

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Die nächste Typisierungsaktion für die kranke vierjährige Milea läuft am 6. November in Celle. Von zehn bis 16 Uhr kann man sich in der Alten Exerzierhalle am Neuen Rathaus (Am Französischen Garten 1) typisieren lassen. Alle weiteren Infos unter www.nkr.life

Von Julia Braun

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