Nahverkehr

Öffi-Tarife werden einheitlicher und einfacher

WENIGER ZONEN: Die Region Hannover führt in einem Jahr kundenfreundlichere Tarifzonen im GVH-Verbund ein.

WENIGER ZONEN: Die Region Hannover führt in einem Jahr kundenfreundlichere Tarifzonen im GVH-Verbund ein.

HANNOVER. Ab Januar 2020 gibt es im Großraum Hannover nur noch drei Tarifzonen für alle Fahrkarten. Aktuell ist das GVH-Tarifgebiet für die Region Hannover mit den angrenzenden Landkreisen Hildesheim, Celle, Peine und Schaumburg in bis zu vier Zonen aufgeteilt –je nachdem, welche Fahrkarte der Kunde möchte. Im nächsten Jahr fallen die zwei Zonen in der Stadt Hannover weg, bei den bisherigen Preisstufen wendet der GVH dann eine Mischpreiskalkulation an. Die Reformpläne haben Regionsverkehrsdezernent Ulf-Birger Franz und GVH-Geschäftsführer Ulf Mattern am Donnerstag im Verkehrsausschuss vorgestellt. Von der Preis-Strukturreform sind die 110 000 GVH-Abonnenten und knapp 70 000 Gelegenheitsfahrer betroffen.

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Bei gut 60 Prozent der Kunden bleibt der Preis stabil

Einfachere Tarife, einheitliche Zonen für Stadt und Umland sowie attraktive Preise: Das sind die großen Ziele der Tarifreform, der ersten seit 22 Jahren. „Wir wollen auf Trends eingehen, die wir wahrnehmen und mit der Vereinfachung eine Verbesserung für die Kunden erreichen“, so Ulf-Birger Franz. Für mehr als 60 Prozent bliebe der Preis stabil, rund 30 Prozent bezahlen sogar weniger. Es gibt aber auch „Verlierer“: Jene Fahrgäste, die bislang aus der Zone „Umland“ oder der Zone „Region“ in die Zone „Hannover 2“ gefahren sind. Durch den neuen Mischpreis werde die Karte teurer – im Gegenzug könnten sie dann in der gesamten City fahren, auch in die Innenstadt, so Franz. „Etwa ein bis zwei Prozent der Fahrgäste müssen von Preisanhebungen von bis zu zehn Prozent ausgeben“, sagte er weiter. In Zahlen ausgedrückt: Der Mischpreis aus Zone 1 und 2 nur für die Stadt Hannover kostet im Jahresabo ab 2020 dann 57,80 Euro, die Monatskarte 68 Euro.

Weniger zahlen im Gegenzug Kunden aus dem Umland, die nicht nach Hannover ein-und ausfahren. Für sie führt der GVH ein neue Monatskarte ein, die ausschließlich für die Zonen außerhalb der Landeshauptstadt gilt. Diese Umlandkarte soll im Monat 35 Euro für eine Zone und 50 Euro für zwei Zonen im Jahres-Abo kosten und 46,70 Euro (eine Zone) beziehungsweise 66,70 Euro (zwei Zonen) als Monatsabo. „Bislang haben nur wenige Menschen eine Monatskarte für Fahrten innerhalb von Garbsen, Barsinghausen oder Lehrte eine Monatskarte. Das möchten wir ändern und auf Strecken im Umland Stammkunden für den Nahverkehr gewinnen“, so GVH-Geschäftsführer Ulf Mattern.

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Schüler-Netzkarte gilt regionsweit und in den Ferien

Zu den großen Gewinnern gehören die Schüler bis Klasse zehn, die eine Schüler-Monatskarte haben, da sie weiter als zwei Kilometer von der Schule entfernt wohnen. Bisher galt diese Karte nur für den direkten Weg von der Wohnung zu Schule und während der Schulzeit. Ab 2020 ist diese Ganzjahres-Netzkarte im gesamten GVH-Tarifgebiet und in der Freizeit sowie in den Ferien gültig. Die Region lässt sich diesen Service etwa 50 000 Euro im Jahr zusätzlich kosten, hofft dadurch aber, Stammkunden über die Schulzeit hinaus zu gewinnen. „Die übrige Tarifreform gestalten wir kostenneutral“, so Ulf Birger Franz.

Firmen, die für ihre Mitarbeiter Monatskarten bestellen, können künftig auch den Regionaltarif nutzen – damit Angestellte aus benachbarten Landkreisen in den Genuss eines Job-Tickets oder Sammelbesteller-Abos kommen können. Die Reformpläne sollen im Mai endgültig verabschiedet werden, im Juni und August werden dann Schulen und Abonnenten angeschrieben und informiert.

Von Andreas Voigt

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