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Digitalisierung

Niedersachsens Denkmäler gehen ins Netz

Viel Arbeit: Christina Krafczyk, Präsidentin des Landesamtes für Denkmalpflege, zeigt das Archiv ihrer Behörde. Die dort lagernden Dokumente sollen in einem digitalen Atlas veröffentlicht werden.

Viel Arbeit: Christina Krafczyk, Präsidentin des Landesamtes für Denkmalpflege, zeigt das Archiv ihrer Behörde. Die dort lagernden Dokumente sollen in einem digitalen Atlas veröffentlicht werden.

Hannover. Das Wissen des Landesamtes für Denkmalpflege füllt einen ganzen Raum in seiner Zentrale an der Scharnhorststraße im Zooviertel. In einem riesigen Aktenpaternoster lagern Unterlagen zu den rund 125.000 Kulturdenkmalen im Land. Außerdem unzählige Pläne in Schubladen. Allein die Karteikarten im Bestand würden aneinandergereiht eine Strecke von 300 Metern ergeben. Manche im Haus nennen den Raum das „Gehirn“ der Behörde. Es soll nun ins digitale Zeitalter überführt werden – und endlich auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

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„Für uns ist das auch eine Frage der Transparenz“, sagt Christina Krafczyk, die 2018 die Leitung des Niedersächsischen Denkmalamtes übernommen hat. Sie will „offensiv mit den Daten umgehen“ und verspricht sich von dem Projekt auch „ganz andere Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit“.

Land gibt 6,5 Millionen Euro für das Digital-Projekt

6,5 Millionen Euro gibt das Land dafür. Der Aufbau des sogenannten Digitalen Denkmalatlas ist auf fünf Jahre angelegt. Das Ziel ist, dass Interessierte über eine interaktive Karte direkt auf Objekte und die dazugehörigen Informationen zugreifen können. Im Oktober 2019 soll zumindest schon ein erster Flickenteppich auf der Karte zu sehen sein.

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Auch zu Hannover sollen dann schon Daten zur Verfügung stehen. In der Landeshauptstadt gibt es allein 6000 Baudenkmale. Was das Projekt schwierig macht: Zu einigen Objekten gibt es breite Abhandlungen, Aufsätze oder sogar Bücher. Zu anderen sind nur ganz grundlegende Kerndaten vorhanden.

Der genaue Standort, eine Abbildung des Denkmals, eine knappe Beschreibung sowie die Begründung für das Interesse an der dauerhaften Erhaltung des Objektes sind die Mindestanforderungen, die das Denkmalamt bei der Digitalisierung des Bestandes erfüllen will.

Bleiben andere Aufgaben liegen?

Eine Riesenaufgabe, die hohe Priorität genießt. Zwar gibt es dafür auch zusätzliches Personal. Ohne die mit den Objekten vertrauten Gebietsreferenten wird es allerdings nicht gehen. Da kann es dann auch mal passieren, dass andere Aufgaben nicht im gleichen Umfang wie zuletzt erfüllt werden können. Präsidentin Krafczyk beschreibt die Herausforderung so: „Um auf das Projekt scharf zu stellen, werden wir in anderen Bereichen unser Zeitmanagement optimieren müssen und nach Synergien suchen“. Langfristig erhofft sie sich durch den Digitalen Denkmalatlas jedoch „eine Erleichterung unserer Arbeit“.

Denn Bürger, die bisher mit Fragen auf das Denkmalamt zukamen, sollen sich künftig schon im Internet informieren können. Manches Problem wird so erst gar nicht entstehen, so die Hoffnung der Verantwortlichen.

Schon digital: Ein Höhenmodell des Heiligenbergs bei Bruchhausen-Vilsen, auf dem zuletzt frühmittelalterliche Funde gemacht wurden. Solche Zusatzinformationen sollen künftig im Netz für die Öffentlichkeit abrufbar sein.

Schon digital: Ein Höhenmodell des Heiligenbergs bei Bruchhausen-Vilsen, auf dem zuletzt frühmittelalterliche Funde gemacht wurden. Solche Zusatzinformationen sollen künftig im Netz für die Öffentlichkeit abrufbar sein.

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Präsidentin Krafczyk sieht in dem Projekt „auch eine Plattform für Forschungsthemen“. Dafür will ihr Amt auch verschiedene Rechercheoptionen anbieten. Denkbar als Themenschwerpunkte sind zum Beispiel die frühe Besiedlung Niedersachsens, Burgen und Königspfalzen oder monumentale Erdwerke. Außerdem sollen sich Nutzer gezielt über die Funde entlang von neuen Autobahn- oder Stromtrassen informieren können.

Schon jetzt steht allerdings fest, dass der Atlas ein wohl nie endendes Projekt sein wird. Er soll laufend auf den neuesten Stand gebracht werden und damit ein Problem lösen, das bisherige Veröffentlichungen zu Denkmälern mit sich bringen. „Kaum sind sie analog auf dem Markt, schon sind sie nicht mehr aktuell", sagt Krafczyk. Für das Gehirn ihres Amtes soll das künftig nicht mehr gelten.

Von Christian Bohnenkamp

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