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Hannover-Lied

John Winston Berta geht auf Europa-Tour

John Berta liebt die Musik und seine Instrumente. Schon als kleiner Junge spielte er auf der Gitarre seiner Mutter. Viele Hannoveraner kennen ihn bestimmt vom Nordufer des Maschsees – schon 2011 muckte er am Wasser, damals noch mit dicker Brille.

Hannover. Der Name wirft einen langen Schatten: John Winston Berta (18) wurde von seinen Eltern nach Beatles-Legende John (Winston) Lennon († 40) benannt. „Der perfekte Künstlername, oder?“, sagt Berta mit schüchternem Lachen. Der 18-Jährige ist ein schmales Bürschchen mit wuscheligem Lockenkopf, das sich im Internet auch kurz „#JoWiBe“ nennt – und eine gewaltige Stimme hat. Mit der will er ab heute bis 17. Juni die Menschen von Hannover als „Unesco City of Music“ überzeugen – mit einem Team des Netzwerks „Kre/H/tiv“ geht er auf Europa-Tour. Stationen sind Partnerstädte und andere Unesco Creative Citys.

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Leipzig, Berlin, Katowice, Prag, Maastricht, Gent – „wir wollten eigentlich mit der Route ein großes Herz auf die Europakarte malen“, sagt er lachend. „Aber das klappt nicht ganz.“ Trotzdem: Kein schlechtes Programm für das Jahrespraktikum, das Berta nach seinem Fachabitur gerade bei Kre/H/tiv macht. Er hat zuvor den Musikzweig der Goetheschule besucht. „Musik ist der rote Faden, der sich durch mein Leben zieht“, sagt das Multitalent, das viele von Spontan-Auftritten am Maschsee-Nordufer kennen. Mit elf Jahren hat er dort zum ersten Mal musiziert – mit Gitarre, Bass-Drum, Hi-Hat. „Der Maschsee ist die perfekte Bühne, um neue Songs vor Publikum auszuprobieren“, sagt er ganz professionell. 250 Lieder hat er im Repertoire, darunter viele selbstkomponierte Songs. Natürlich landen auch Münzen in seinem Gitarrenkoffer. „Aber ich mache das vor allem, weil es mir Spaß macht.“ Das glaubt man ihm sofort.

Seine Leidenschaft sind Songs von Bob Dylan (75) und Pink Floyd, er hat in seiner Ricklinger Wohnung eine große Plattensammlung. Das könnte daran liegen, dass Bertas englischer Vater als DJ gearbeitet hat, als er 1977 nach Hannover kam. „Ich habe immer in seinen Kassetten und CDs von The Who, Robert Palmer und Led Zeppelin gestöbert“, erinnert er sich. „Zum Einschlafen haben meine Eltern mir The Corrs vorgespielt. Ich hatte immer Lust auf Power und Rock.“ Schon als Kleinkind klimperte er auf der Gitarre seiner Mutter. Heute spielt Berta Schlagzeug und Gitarre, sein Großvater aus Ungarn hat ihm ein Tenorsaxofon vererbt, bald will er wieder die Trompete seines Vaters spielen. „Ich habe grad erst die Zahnspange rausgekriegt“, sagt er und fährt sich automatisch mit der Zunge über die Schneidezähne.

Schon in der Grundschule war das Musiktalent in einer Band, der Lehrer organisierte mit „Soundgarden Germany“ sogar Auftritte in London und Frankreich. Berta spielt im Jugendjazzorchester Niedersachsen („Ich habe mich viermal beworben und nicht aufgegeben, mit 16 Jahren hats geklappt“), im deutsch-polnischen Jugendjazzorchester, in diversen Bigbands. So jung, aber schon komplett eingetaucht in Hannovers Musikleben? „Die Szene ist eine große Familie“, sagt er und klingt sehr versiert. „Neue Bands entstehen schnell, es gibt tolle Locations, in denen man sich ausprobieren kann. Hannover trägt den Titel ‚Unesco City of Music zu Recht.“ Und auf seiner Europa-Tour, die vom Freundeskreis Hannover und dem Musikzentrum unterstützt wird, will der junge Musiker genau dafür Werbung machen – mit Wohnzimmerkonzerten, Gigs in kleinen Hallen, Straßenmusik.

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Seine Erlebnisse kann man in seinem Blog miterleben, die Ergebnisse hoffentlich auch hören: Einige Musiker, die er unterwegs trifft, will Berta zur Fête de la Musique am 21. Juni in Hannover mitbringen. Dass ihm das gelingen wird, daran glaubt er fest: "Musik öffnet Türen." amt

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