Eine Parteilose tritt an

Iyabo Kaczmarek glaubt an Sieg als OB-Kandidatin

Büro im zweiten Hinterhof: Kulturmanagerin Iyabo Kaczmarek ist immer mit dem Rad unterwegs.

Büro im zweiten Hinterhof: Kulturmanagerin Iyabo Kaczmarek ist immer mit dem Rad unterwegs.

Hannover. Zuversicht ist ihre Stärke. Iyabo Kaczmarek will als Parteilose Oberbürgermeisterin werden. Die Kulturmanagerin rechnet sich gute Chancen aus. „Die 320 Unterstützer-Unterschriften für meine Kandidatur bekomme ich in weniger als 24 Stunden zusammen“, sagt die 45-Jährige. Natürlich sei möglich, dass sie in die Stichwahl kommt: „Glaubte ich das nicht, würde ich mich hier nicht engagieren, sondern Urlaub machen.“

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So ist der Urlaub erst mal gestrichen. Mit einem Kreis von Unterstützern, darunter Firmenberater ebenso wie Social Media-Experten oder Einzelhandelsverkäuferinnen, arbeitet Kaczmarek gerade an Positionen und Programm. Ganz viel passiert in der Nordstadt, Lilienstraße 16 b, zweiter Hinterhof. Dort hat sie ihr Büro, betreibt das Flüchtlingsprojekt „unter einem Dach“.

Geflüchtete in Arbeit bringen

Einst ausgebildete Tänzerin, dann Kulturmanagerin, jetzt Mitinitiatorin eines Netzwerks, das Geflüchtete in Ausbildung und Arbeit bringt – Kaczmarek findet die Kombination konsequent. "Ich habe immer versucht, mit künstlerischer Handschrift sozialpolitische Themen zu gestalten", sagt sie. Ihr vorzuwerfen, sie habe bislang nichts mit Politik zu tun gehabt, sei Quatsch: "Die Gestaltung einer Stadt ist Politik."

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Die Mutter der OB-Kandidatin kommt aus Oberschlesien, der Vater aus Nigeria. Ihr Sohn ist 25 Jahre alt, hat in Wales und London studiert und arbeitet jetzt in einer Business Intelligence Firma in Frankfurt. Was sagt der junge Geschäftsanalytiker zu einer Mutter, die nach Events im früheren Wohnraumatelier oder der Organisation der Fete de la Musique Verwaltungschefin werden will? „Shasa-Isa findet’s mega“ strahlt Iyabo Kaczmarek. Das sei ja kein Spleen und keine Tagträumerei: „Der Gedanke reift seit fünf Jahren in mir. Ich werde die Stimmen der Menschen bekommen, die nicht mehr der Politik vertrauen.“

Den Bürgern fehle Transparenz

Das Problem, so die Frau mit den großen braunen Augen und der Wuschelmähne, sei nicht die Rathausaffäre (in deren Folge die Anzeige wegen Untreue und der Ruhestand von OB Stefan Schostok standen). Das Problem sei die fehlende Transparenz. Sie herzustellen, sei ihr Ziel. „Wir müssen neue Wege der Kommunikation finden, stärker zugänglich für Bürger sein.“

Iyabo Kaczmarek besitzt weder Führerschein noch Auto. Ihren Wahlkampf will sie per Fahrrad bestreiten. „Der Dialog auf der Straße wird am meisten bringen“, sagt sie. Ansonsten spreche sie Menschen über Facebook oder Instagram an.

Kulturhauptstadt als Riesenchance begreifen

Als erste große Zukunftschance für die Stadt begreift Kaczmarek die Bewerbung um den Titel als Europäische Kulturhauptstadt. "Wenn wir jetzt mit guten Konzepten zusammen- und nicht gegeneinander arbeiten, haben wir eine große Chance." Hannover habe das Potenzial, zum Leuchtturm zu werden: "Wir haben unfassbar viel zu bieten."

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Auch sie, versichert Kaczmarek dann noch, habe viel zu bieten. Schon ihr Vorname sei das Programm. „Iyabo heißt ’Die Mutter kommt zurück.’“ Das stehe für Nähe und Frau und sei genau das, was sich die Bürger wünschten.

Hier geht es zur Homepage der parteilosen OB-Kandidatin

Von Vera König

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