Hannover

Hoffnung im Ihme-Zentrum: „Man könnte eine Menge machen“

SCHLIMMERES GEWOHNT: Regina Passow, Tobias Scholz und Maik Schoefer wissen, wie es im Dortmunder Hochhauskomplex „Hannibal II“ aussieht. Den hat die Stadt räumen lassen.

SCHLIMMERES GEWOHNT: Regina Passow, Tobias Scholz und Maik Schoefer wissen, wie es im Dortmunder Hochhauskomplex „Hannibal II“ aussieht. Den hat die Stadt räumen lassen.

Hannover. „Intown – Investor oder Spekulant?“ Mit dieser Frage hat sich der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum beschäftigt und Experten eingeladen. Stadtsoziologe Andrej Holm machte sich ein Bild von der Betonburg, Kenner aus Dortmund und Schwerin ebenfalls.

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„Es braucht Intervention der Kommune und der Bürgerschaft, um mit Intown umzugehen“, war Holms Botschaft. Wie berichtet, hat die Stadt den Mehrheitseigentümer durchaus unter Druck gesetzt. Wenn er nicht die zehn Millionen Euro teure Sanierung der Fassade in Angriff nimmt, wird er die Verwaltung als Ankermieterin verlieren.

Kalte Heizungen, nasse und schimmlige Wände, kein warmes Wasser

Der Bauantrag ist gestellt und genehmigt. Bevor die Arbeiten beginnen können, steht allerdings noch die Zustimmung der gut 800 privaten Wohnungseigentümer aus. Die hatten sich eigentlich vor Ostern treffen wollen – vertagt jetzt der Beschluss. Die Skepsis zu dem undurchschaubaren Immobiliengeflecht mit Amir Dayan an seiner Spitze ist so groß, dass viele vom Investor verlangen, die zehn Millionen Euro erst mal zu hinterlegen.

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„Intown reagiert nur nach öffentlichem Druck der Politik“, berichtete Maik Schoefer über die Schweriner Erfahrungen. Dort waren 1100 Wohnungen mit Zustimmung der Stadtvertretung an den Investor verkauft worden. Kalte Heizungen, nasse und schimmlige Wände, kein warmes Wasser – so hatte es bis zu massiven Protesten bei vielen Mietern ausgesehen.

Noch schlimmer sind die Erfahrungen in Dortmund, wo die Stadt wegen erheblicher Brandschutzmängel den Hochhauskomplex „Hannobal II“ mit 412 Wohnungen räumen ließ. Wann die Sanierung beginnt, ist offen. Einbrüche und Plünderungen sind die Folgen.

Lindens Bezirksbürgermeister Rainer Grube hält sich inzwischen mit Ratschlägen zurück

Wie lässt sich verhindern, dass Wohnen zur Ware wird? Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund findet: „Intown müsste den Spaß an den Objekten verlieren. Die Kommunen müssen mit allen anwendbaren ordnungs-, planungs- und wohnungsrechtlichen Instrumenten Druck aufbauen. Zugleich ist es wichtig, dass die Mieter unterstützt werden, ihre Mieterschutzrechte in Anspruch zu nehmen.“

Das wünscht sich Lindens Bezirksbürgermeister Rainer Grube. Er hatte vor Jahren gefordert, hannoversche Wohnungsmarkt-aktive (große Unternehmen wie Genossenschaften) sollten das Ihme-Zentrum kaufen und neu konzipieren. Inzwischen hält er sich mit solchen Ratschlägen zurück: „Ich hatte das Gefühl, man würde mir zum nächsten Geburtstag eine Zwangsjacke schenken.“ Seine Hoffnung ist geblieben: „Man könnte eine Menge machen.“

Von Vera König

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