Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Landgericht

Hannover: Hat dieser Vater sein Baby misshandelt?

Markus I. soll seinen neugeborenen Sohn geschüttelt haben (re. Anwalt Roman von Alvensleben)

Markus I. soll seinen neugeborenen Sohn geschüttelt haben (re. Anwalt Roman von Alvensleben)

HANNOVER. Am 5. März 2017 schien das Glück perfekt für Markus I. (27) und seine Frau (26). Ihr erstes Kind wurde in Hameln geboren. „Die Situation war schön, wir haben das sehr genossen“, sagte die Mutter am Mittwoch im Landgericht Hannover aus. Auch ihr Mann sei sehr ausgeglichen und ruhig gewesen. Bis zum 28. Juni 2017.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Nun muss sich Markus I. wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen vor der 12. Großen Strafkammer verantworten. Unter Tränen und Schluchzen sagte er aus: „Gegen 8 Uhr morgens hat sich mein Sohn beim Hochnehmen abgedreht. Ich habe mich erschreckt und ungeschickt zugefasst.“ Doch das kann nicht die Erklärung für das später diagnostizierte Hirnbluten sein.

Anwalt: Verletzung könnte Impfschaden sein

Eine Neuroradiologin (46) stellte fest, dass eine typische traumatische Verletzung für das Gehirnbluten des Kindes ursächlich sei. „Wir haben wenige Stunden altes Blut festgestellt.“ Eine solche Verletzung sei nicht durch das falsche Anfassen des Säuglings zu erklären. Für ein Trauma sprechen auch die Einblutungen in beiden Augen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Anwalt Roman von Alvensleben glaubt nicht daran, dass Markus I. aus Überforderung sein Kind massiv geschüttelt hat. Er sieht eher die routinemäßige Sechsfach-Impfung des Säuglings als mögliche Ursache für das Hirnbluten. Er spricht von mehreren Todesfällen bei Kleinkindern nach solchen Impfungen, die auch in der amerikanischen Literatur dokumentiert seien. Doch der Neuroradiologin als auch dem Kinderarzt (72) des kleinen Opfers sind solche Fälle nicht bekannt.

Die TOKEN-Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) ergab, dass es für Kleinkinder nach einer Sechsfach-Impfung kein höheres Risiko für einen plötzlichen Kindstod gebe. Allerdings sind nach einer Impfung Nebenwirkungen wie Fieberschübe oder Entzündungen der Einstichstelle bekannt. Auch ihr Sohn habe nach der Impfung unter Fieber gelitten, sagte die Mutter.

Kind lebt bei Pflegemutter

Obwohl das Kind eine Frühgeburt war (geboren in der 35. Schwangerschaftswoche), war es ein gesundes Baby. Es sei auch kein Schreikind gewesen, meinte die Mutter. Für sie ist Markus I. ein fürsorglicher Vater. „Er war nie überfordert.“ Die beiden haben nach dem Vorfall geheiratet.

Das Baby musste fast zwei Wochen intensivmedizinisch versorgt werden. Heute sei es unauffällig, sagt der Kinderarzt. Soll heißen, das Kind ist gesund. Es habe aber eine lange physiotherapeutischen Unterstützung benötigt, um die motorischen Defizite auszugleichen. Egal wie der Prozess ausgeht, mit der perfekten Kleinfamilie dürfte es vorbei sein. Markus I. und seine Frau dürfen ihr Kind nur zwei Mal in der Woche unter Aufsicht sehen. Der Sohn lebt bei einer Pflegemutter.

Von Thomas Nagel

Mehr aus Hannover

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.