ARBEITSRECHT

Hannover: Dickhäuter sorgt für Kündigung

STEIN DES ANSTOSSES: So ein Elefant aus Pappmaché reichte für die Kündigung eines Mitarbeiters.

STEIN DES ANSTOSSES: So ein Elefant aus Pappmaché reichte für die Kündigung eines Mitarbeiters.

Hannover. Kleines Ding, große Auswirkung: Wegen eines 30 Zentimeter großen Pappmaché-Elefanten hat Kurt Meier (47, Name geändert) seinen Job verloren. Doch der Leiter eines hannoverschen Reisebüros ist nicht unglücklich darüber. Sein Anwalt Michael Timpf handelte eine Abfindung in Höhe von 20 000 Euro und eine Freistellung heraus. „Alles in allem ist das deutlich mehr als eine Jahresvergütung“, sagt der Anwalt. Im Gegenzug habe der Arbeitgeber den Vorwurf des Diebstahls zurückgezogen.

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Worum ging es? Der kleine Pappelefant stand als Dekoration im Schaufenster. Nach Ansicht von Kurt Meier war der Pappkamerad deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Ausgeblichen, ohne Zahn und Bein, sei der Elefant ein Fall für den Mülleimer gewesen.

Der Arbeitgeber sah das anders. Er kündigte dem Mitarbeiter, weil er die Figur mit nach Hause nahm. Dort bereitete Kurt Meier die Dekoration wieder auf und schenkte sie seiner Frau.

Für Anwalt Michael Timpf war das Ganze nur ein Vorwand. Denn der Mitarbeiter habe in dem Betrieb den Betriebsrat aufgebaut und galt bei seinem Arbeitgeber als unbequem. „Es handelte sich um den untauglichen Versuch, einen unliebsamen Mitarbeiter los zu werden“, bewertete der Anwalt die Kündigung. Eigentlich sollte das Arbeitsgericht über die Angelegenheit entscheiden. Doch in letzter Sekunden konnten sich die Parteien außergerichtlich einigen. Das Ergebnis: Gegen Abfindung und Freistellung endet das Arbeitsverhältnis. Kurt Meier erhält ein sehr gutes Arbeitszeugnis. Der Vorwurf des Diebstahls werde vom Arbeitgeber nicht mehr aufrecht erhalten.

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Kurt Meier habe bereits einen neuen Job in Aussicht, sagt sein Anwalt. Er sei ein sehr erfolgreicher Verkäufer.

Von Thomas Nagel

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