Mobilität

Hält der Eco-Bus bald in der Region Hannover?

EINSTIEG NACH ANRUF: In Bad Gandersheim steigt ein Fahrgast in den Ecobus. Im Harz läuft das Projekt im Test,

EINSTIEG NACH ANRUF: In Bad Gandersheim steigt ein Fahrgast in den Ecobus. Im Harz läuft das Projekt im Test,

Hannover. In der Stadt macht sich Moia breit – und in der Region fährt vielleicht bald der Eco-Bus. Politiker jedenfalls zeigen sich angetan von dem Projekt. Es soll vor allem die Mobilität der Landbevölkerung verbessern. Michael Patscheke, Eco-Bus-Mobilitätsmanager, stellte die Idee jüngst im Verkehrsausschuss der Region vor.

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„Die Nachfrage war von Anfang an sehr groß. So als hätten die Leute darauf gewartet“, sagt Patscheke. Der Eco-Bus fährt im Bereich Bad Gandersheim und Kreis Goslar. Das Verfahren ist einfach: Bei der ersten Fahrt melden sich die Fahrgäste mit Mail-Adresse oder Telefonnummer an. Danach wird vor jeder Fahrt nur noch der gewünschte Abhol- und Zielort eingegeben. Der Preis im Kleinbus (acht Sitzplätze) ist nicht höher als im Linienbus. Ob Arztbesuch, Fahrten zum Arbeitsplatz oder zur Party, der Eco-Bus fährt an sieben Tagen von morgens bis abends, am Wochenende sogar bis 2 Uhr nachts.

Eco-Bus fährt täglich

Die FDP hatte angeregt, das Projekt im Verkehrsausschuss vorzustellen. Es wurde vom Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für Dynamik und Selbstorganisation geboren. Eco-Bus ist per App, im Internet oder Telefon buchbar. Wobei der Mobilitätsmanager keinen Hehl daraus macht, dass die Telefonbuchung für den Anbieten eine teure Angelegenheit ist. So koste ein einminütiger Anruf den Betreiber etwa 80 Cent. Angesichts des Fahrpreises von wenigen Euro eine zu hohe Summe.

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In dem Projekt stecken 400.000 Euro von der EU und die gleiche Summe an Landesmitteln. Ferner gibt es Unterstützung vom MPI und Großraum Braunschweig.

Testphase in Goslar bis Februar

In Zeiten von Internet und Google-Earth sind solche individuellen Verkehrskonzepte technisch kein Problem mehr. Aber der Faktor Mensch. So hätte es häufig das Problem gegeben, dass die Fahrgäste den Abholort nicht richtig beschrieben hätten. Und Patscheke räumte ein, dass man vor allem im Harz die Größe des Gebietes unterschätzt habe. Dort hätten die Wartezeiten schon mal bis zu einer Stunde betragen. „Für zehn Busse ist der Harz einfach zu groß“, meint der Mobilitätsmanager. Aus diesem Grunde sei es noch nicht gelungen, pro Fahrt die gewünschte Zahl von Fahrgästen (drei bis fünf) zu befördern.

Der Eco-Bus fährt im Kreis Goslar noch bis Februar. Danach wird die sechsmonatige Testphase ausgewertet. Im Bad Gandersheimer Raum gab es das Angebot von Juni bis August während der Domfestspiele. Sind die Ergebnisse positiv, wird an eine Fortsetzung des Projekts gedacht.

Michael Fleischmann (Linke) aus der Regionsversammlung meinte: „In der Wedemark können wir uns den Eco-Bus gut vorstellen.“

Von Thomas Nagel

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