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Neue Hannover-Regeln

Gender-Sprache: Fehler in Stellenausschreibungen der Stadt

Neue Regeln: Der Gender-Stern soll auch das dritte Geschlecht berücksichtigen.

Neue Regeln: Der Gender-Stern soll auch das dritte Geschlecht berücksichtigen.

Hannover.Gender-Stern, Substantivierungen, neue Formulierungen: Damit will die Stadt ihre Verwaltungssprache gerechter machen und auch das sogenannte dritte Geschlecht berücksichtigen. Ende Januar brachte sie eine Broschüre raus. Doch ausgerechnet bei den Stellenausschreibungen, bei denen es besonders auf Korrektheit ankommt, sind die Unsicherheiten offenbar noch groß.

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CDU-Vizefraktionschef Jens-Michael Emmelmann hat sich die Mühe gemacht, die Stellenausschreibungen der Stadt seit Ende Januar unter die Lupe zu nehmen. Sein Ergebnis ist ernüchternd. „Ich musste feststellen, dass gut 60 Prozent noch nicht vollumfänglich dem Anspruch der geschlechtergerechten Sprache genügen“, berichtet er.

CDU findet viele Gender-Fehler

Immer noch sei „von Beamtinnen und Beamten“ sowie „Bewerberinnen und Bewerbern“ die Rede. Das dritte Geschlecht finde sich oft nicht wieder, so Emmelmann. Er ist auch auf Begriffe wie „Einwohnerangelegenheiten“, „Bauingenieurwesen“ oder „Handwerkerleistungen“ gestoßen. Das alles lege nahe, „dass noch nicht alle Mitarbeitenden der Stadtverwaltung die neu-hannöversche Grammatik verinnerlicht haben“, sagt der CDU-Mann.

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Die Stadt bestreitet nicht, dass es noch Schwierigkeiten bei der Umsetzung der neuen Sprachempfehlungen gibt. „Das ist ein Prozess. Das wird sich nicht alles von heute auf morgen umsetzen lassen“, erklärt Sprecherin Annika Schach.

Stadt kündigt Sprach-Schulungen für Mitarbeiter an

Für Mitarbeiter, die besonders viel mit Sprache zu tun haben, werde es aber Schulungen geben, kündigt Schach an. Etwa für die Kommunikationsabteilung, die sie leitet, aber auch in den Bereichen Personal und Recht. Wenn Mitarbeiter die neuen Regeln falsch verwendeten, werde es jedenfalls „keine Abmahnungen geben“, versichert Schach.

Über vieles werde auch intern noch diskutiert. Etwa um die Frage, ob weiter von einem „Führerschein“ die Rede sein könne. Bei solchen „feststehenden und zusammengesetzten Begriffen müssen wir noch mal schauen, wie man damit umgeht“.

Kein „Oberbürger*innenmeister“

AfD-Fraktionschef Sören Hauptstein hatte im Rat am Donnerstag gelästert, dass gemäß der neuen Regeln aus dem Oberbürgermeister ein „Oberbürger*innenmeister“ werden müsse. Das allerdings lehnt die Stadt ab. „Der Oberbürgermeister bleibt auch der Oberbürgermeister“, sagt Schach. Die neuen Regeln seien auch „keine Rechtschreibgeschichte, sondern eine Stilfrage“.

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Eine Dienstanweisung sind die Regeln zurzeit auch noch nicht. Die Gleichstellungsbeauftragte Friederike Kämpfe hatte allerdings schon erklärt, dass sich das noch im Laufe des Jahres ändern werde. Zumindest Mitarbeiter, die sich bewusst und beharrlich den neuen Regeln versperren, müssen dann mit Konsequenzen rechnen.

Von Christian Bohnenkamp

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